Die fünfjährige Amtszeit von Ulrike Malmendier, der einzigen Frau im deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, endet am 28. Februar 2026 und wird nicht verlängert. Diese Entscheidung ist das Ergebnis eines politischen Streits innerhalb der Regierungskoalition. Bundeskanzler Olaf Scholz und Finanzminister Christian Lindner von der FDP setzen sich für eine Verlängerung ihres Mandats ein, doch Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck von den Grünen blockiert diese Entscheidung. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass keine Einmütigkeit erzielt wurde, was zum automatischen Auslaufen des Mandats der Ökonomin führt.
Politische Blockade der Entscheidung
Minister Robert Habeck (Grüne) blockiert die Zustimmung zur Verlängerung des Mandats von Malmendier, während Scholz und Lindner dafür sind. Fehlende Einmütigkeit in der Regierung führt zum automatischen Ende ihrer Amtszeit.
Amtszeit endet am 28. Februar
Die Amtszeit von Ulrike Malmendier im fünfköpfigen Sachverständigenrat endet formell am 28. Februar 2026. Ohne einstimmige Entscheidung der Bundesregierung kann sie nicht verlängert werden.
Kritik als Grund des Streits
Malmendier, bekannt für direkte Kritik an Fehlern in der Energie- und Fiskalpolitik der Regierung, gilt als zu unbequem. Ihr Weggang beraubt den Rat der einzigen Frau und einer Vertreterin der Verhaltensökonomie.
Reaktionen aus Fachkreisen
Die Entscheidung stieß bei Teilen der Medien und Kommentatoren auf Kritik, die darin einen Präzedenzfall für politischen Einfluss auf die Zusammensetzung eines unabhängigen, wissenschaftlichen Beratungsgremiums sehen.
Die deutsche Bundesregierung wird das Mandat von Professorin Ulrike Malmendier im prestigeträchtigen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht verlängern. Ihre Amtszeit endet am 28. Februar 2026, da die Regierungskoalition die erforderliche Einmütigkeit in dieser Frage nicht erreicht hat. Gemäß dem Verfahren erfordert die Entscheidung über die Berufung oder Abberufung eines Ratsmitglieds die einstimmige Zustimmung der gesamten Bundesregierung. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) hatten sich für eine Verlängerung der Zusammenarbeit mit der Ökonomin ausgesprochen. Eine gegenteilige Meinung vertritt jedoch Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck von den Grünen, der – wie Medienberichte nahelegen – die Entscheidung blockiert. Dieser Streit offenbart interne Spannungen in der Koalition aus SPD, Grünen und FDP sowie den politischen Charakter der Entscheidung über die Zusammensetzung eines theoretisch unabhängigen Gremiums. Ulrike Malmendier, Professorin für Verhaltensökonomie an der University of California, Berkeley, war die einzige Frau im fünfköpfigen Rat. Sie war bekannt für direkte und oft kritische Bewertungen der Regierungsmaßnahmen, insbesondere in Fragen der Fiskalpolitik sowie der Umsetzung der Energiewende. Ihre Haltung, in den Medien als „unbequem” bezeichnet, wurde wahrscheinlich zum Hauptgrund für die politische Blockade. Ein Sprecher der Bundesregierung bestätigte, dass es keine Einigung in der Sache gibt, was praktisch das Ende ihrer Mitgliedschaft bedeutet. „„Malmendier ist politisch keinem Lager zuzuordnen.”” — Handelsblatt Der Sachverständigenrat wurde 1963 eingesetzt, um Regierung und Parlament objektive Wirtschaftsanalysen zu liefern. Seine Mitglieder werden vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung für fünf Jahre ernannt, die dazu einstimmig entscheiden muss. In der Geschichte des Rates kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen seinen Mitgliedern und der Regierung, doch die Nichtverlängerung der Amtszeit eines aktiven Mitglieds, insbesondere aufgrund fehlenden politischen Konsenses, stellt einen Präzedenzfall dar und wirft Fragen zur Unabhängigkeit der Institution auf. Die Entscheidung stieß in deutschen Medien auf Kritik. Die „Süddeutsche Zeitung” bezeichnete die Situation als „traurig für die politische Beratung” und betonte, dass Malmendier „geopfert” worden sei. Das „Handelsblatt” wies darauf hin, dass die Ökonomin keiner politischen Lager zuzuordnen sei, was den Charakter des Streits zusätzlich unterstreicht. Das Fehlen der Zustimmung von Habeck, der die Grünen vertritt, zeigt, dass der Widerstand nicht aus der klassischen Links-Rechts-Teilung resultiert, sondern aus konkreten, sachlichen Meinungsverschiedenheiten zur Wirtschaftspolitik. Der Weggang Malmendiers beraubt den Rat nicht nur der einzigen Frau, sondern auch einer einzigartigen Perspektive der Verhaltensökonomie, die irrationale Faktoren bei wirtschaftlichen Entscheidungen untersucht. Es ist noch nicht bekannt, wer sie ersetzen wird. Der Prozess zur Auswahl eines neuen Mitglieds könnte ebenso kontrovers sein, und der Vorfall selbst hat die Mechanismen in Frage gestellt, die den Rat vor übermäßigem politischem Einfluss schützen sollen.
Mentioned People
- Ulrike Malmendier — Verhaltensökonomin, Professorin an der University of California, Berkeley, deren Amtszeit im deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht verlängert wird
- Olaf Scholz — Bundeskanzler Deutschlands, SPD-Vorsitzender, setzte sich für eine Verlängerung des Mandats von Malmendier ein.
- Robert Habeck — Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Deutschlands von den Grünen, der die Entscheidung zur Verlängerung des Mandats von Malmendier blockiert.
- Christian Lindner — Bundesminister der Finanzen Deutschlands, Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP), setzte sich für eine Verlängerung des Mandats von Malmendier ein.