Die Baskische Universität (EHU) wird am Montag den gesamten Campus in Vitoria schließen und den Präsenzunterricht aussetzen, aufgrund eines dort geplanten politischen Treffens der Partei Vox. Die Entscheidung, die die Sicherheit gewährleisten soll, stieß auf scharfe Kritik der Partei selbst sowie einiger Gewerkschaften, während der baskische Sicherheitsrat zur Besonnenheit aufruft. Parallel riefen baskische Gewerkschaften und radikale Gruppen zu Protesten auf, was das Risiko von Konfrontationen auf dem Universitätsgelände birgt.

Präventive Schließung des Campus

Die Universität EHU setzt den Unterricht aus und schließt den Zugang zum gesamten Campus in Vitoria am Montag, dem 23. Februar. Die Entscheidung zielt darauf ab, die Sicherheit im Zusammenhang mit dem geplanten Treffen der Partei Vox zu gewährleisten.

Scharfe politische Reaktion

Die Partei Vox kritisierte den Rektor scharf, nannte ihn "Tejero" und warf ihm vor, der Campus sei voller "baskischen Mülls". Der baskische Sicherheitsrat, Bingen Zupiria, appelliert hingegen an die Vernunft.

Protestaufrufe und Spannungen

Die baskischen Gewerkschaften LAB, ELA und Steilas sowie radikale nationalistische Gruppen riefen zu Protesten gegen die Vox-Veranstaltung auf, was Konfrontationen droht und den Einsatz der Polizei erfordert.

Sicherheit als oberstes Ziel

Die Hochschule begründet die Entscheidung mit dem "Risiko" im Zusammenhang mit der Veranstaltung und dem Wunsch, einen "sanitären Cordon" gegenüber "totalitären Botschaften" zu schaffen, die die akademische Gemeinschaft bedrohen.

Das Rektorat der Baskischen Universität (EHU) traf eine beispiellose Entscheidung zur vollständigen Schließung des Campus in Vitoria am Montag, dem 23. Februar 2026. Grund ist ein für diesen Tag geplantes politisches Treffen der rechtspopulistischen Partei Vox. Die Hochschule setzt alle Präsenzveranstaltungen aus und schließt Zugänge sowie Parkplätze, begründet dies mit der Notwendigkeit, die Sicherheit von Studierenden, Mitarbeitern und Eigentum zu gewährleisten. In einer offiziellen Mitteilung sprechen die Universitätsbehörden zudem von der Schaffung eines "sanitären Cordon" gegenüber "totalitären Botschaften", die ihrer Ansicht nach die akademische Gemeinschaft bedrohen. Die Entscheidung des Rektors, José Ramón Bengoetxea, löste einen Sturm politischer Reaktionen aus. Die Partei Vox, deren einzige Vertreterin im Baskischen Parlament Amaia Martínez Grisaleña ist, antwortete mit einer aggressiven Stellungnahme. „„Que se tome la medicina y limpie la basura proetarra que tiene en su campus.“” (Er soll die Medizin schlucken und den pro-etarischen Müll auf seinem Campus beseitigen.) — Amaia Martínez Grisaleña Die Gewerkschaft UGT verglich den Rektor in einer scharfen Erklärung mit Antonio Tejero, dem Anführer des gescheiterten Putschversuchs von 1981, und schrieb: „„Como siga con esta gestión desastrosa nos va a hundir. El Gobierno vasco no nos va a financiar, va a convertir usted el campus en un campo de batalla y Tejero a su lado nos va a parecer una hermanita de la caridad.“” (Wenn Sie mit diesem katastrophalen Management so weitermachen, werden Sie uns ruinieren. Die baskische Regierung wird uns nicht finanzieren, Sie werden den Campus in ein Schlachtfeld verwandeln und Tejero neben Ihnen wird uns wie eine barmherzige Schwester vorkommen.) — Komunikat UGT Andererseits rief der baskische Sicherheitsrat, Bingen Zupiria, öffentlich zur "Vernunft" aller Seiten auf. Politische und nationale Spannungen sind seit Jahrzehnten ein ständiges Element des öffentlichen Lebens im Baskenland. Diese Region mit weitreichender Autonomie war jahrelang Schauplatz des Konflikts mit der separatistischen Organisation ETA, die ihre bewaffnete Tätigkeit 2011 einstellte. Heute toben die Auseinandersetzungen hauptsächlich auf symbolischer, institutioneller und geschichtspolitischer Ebene. Parallel zu den institutionellen Entscheidungen riefen die baskischen Gewerkschaften LAB, ELA und Steilas, die an der Universität dominant sind, zur Mobilisierung und zu Protesten gegen die Vox-Veranstaltung auf. Auch radikale nationalistische Gruppen schließen sich den Protesten an. Diese Terminüberschneidung – eine legale politische Veranstaltung und angekündigte Massenproteste – schafft eine reale Gefahr von Zusammenstößen auf dem Universitätsgelände. Die Polizei bereitet sich Berichten zufolge auf Maßnahmen vor, um die Spannungen zu verringern und die öffentliche Ordnung zu gewährleisten. Die gesamte Situation hat Rektor Bengoetxea ins Zentrum eines politischen Sturms gestellt, der zwischen der Gewährleistung der Versammlungsfreiheit und der Pflicht zum Schutz der Sicherheit der von ihm verwalteten Gemeinschaft abwägen muss. Die Entscheidung zur Schließung des Campus ist Ausdruck der Wahl dieser zweiten Priorität, jedoch um den Preis scharfer Kritik und Vorwürfe der Einschränkung von Freiheiten.

Mentioned People

  • José Ramón Bengoetxea — Rektor der Baskischen Universität (EHU), der die Entscheidung zur Schließung des Campus traf.
  • Amaia Martínez Grisaleña — Abgeordnete der Partei Vox im Baskischen Parlament, die die Entscheidung des Rektors scharf kritisierte.
  • Bingen Zupiria — Sicherheitsrat (consejero) in der autonomen Regierung des Baskenlandes, der zur Besonnenheit aufrief.
  • Santiago Abascal — Vorsitzender der Partei Vox, deren Aktivisten das Treffen in Vitoria organisieren.
  • Antonio Tejero — Ehemaliger Oberstleutnant der Guardia Civil, der 1981 einen gescheiterten Putschversuch unternahm; in der Kritik der UGT erwähnt.