In der Provinz Alicante wächst der Skandal um den illegalen Verkauf von Sozialwohnungen in Sant Joan d'Alacant, wo Bauträger rechtswidrig Reservierungsgebühren verlangt haben sollen. Gleichzeitig gewinnen in Madrid wichtige Korruptionsermittlungen an Fahrt. Der Fall der Fluggesellschaft Plus Ultra wurde wegen seiner Komplexität an die Audiencia Nacional überwiesen, und der Senat hat Isabel Pardo de Vera aufgrund neuer Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem Maskenhandel zum dritten Mal vorgeladen.
Wohnungsskandal in Alicante
In Sant Joan d'Alacant wurde der illegale Verkauf von Sozialwohnungen aufgedeckt, bei dem Bauträger rechtswidrig Reservierungsgebühren von bedürftigen Personen verlangt haben sollen.
Fall Plus Ultra vor höherer Instanz
Die Untersuchung zu 53 Millionen Euro staatlicher Beihilfe für die Fluggesellschaft Plus Ultra wurde aufgrund des Ausmaßes der Verflechtungen an die Audiencia Nacional überwiesen.
Senat verhört María Jesús Montero
Die spanische Vizepräsidentin muss vor einem Senatsausschuss zu Fragen des Managements des Holdings SEPI und zu Pandemieeinkäufen aussagen.
Neue Fakten in der Koldo-Affäre
Isabel Pardo de Vera wurde nach der Aufdeckung ihrer Rolle bei der Kontaktvermittlung von Koldo García zu Geschäftspartnern aus China zum dritten Mal vom Senat vorgeladen.
Die Lage im spanischen öffentlichen Sektor wird aufgrund der Häufung von Verfahren zu Korruption und Missbrauch immer angespannter. In San Juan de Alicante untersuchen die lokale Behörde und die Einheit UDEF die Verkaufsverfahren für Wohnungen des Typs VPP. Bauträger sollen von Interessenten Zahlungen in Höhe von 1750 Euro als „Reservierung“ erpresst haben, was gegen die Vorschriften für Sozialwohnungen verstößt. Die Generalitat untersucht auch andere Projekte in der Region und vermutet einen systemischen Charakter der Missbräuche bei der Zuteilung von Wohnungen für einkommensschwache Personen. Der Fall löst enorme gesellschaftliche Emotionen aus, da er das Recht auf ein Dach über dem Kopf der ärmsten Bürger verletzt. Parallel dazu gab es in der Hauptstadt einen Durchbruch in der Untersuchung der umstrittenen staatlichen Beihilfe für die Fluggesellschaft Plus Ultra. Die Ermittlungsrichterin entschied, die Akten an die Audiencia Nacional zu übergeben, mit der Begründung, dass der Fall eine „neue Dimension“ angenommen habe und eng mit der sogenannten Koldo-Affäre verbunden sei. Untersucht werden politische Verbindungen, die die Gewährung von 53 Millionen Euro an ein Unternehmen mit zweifelhafter Finanzlage erleichtert haben könnten. Zudem hat das Gericht den Termin verschoben, bis zu dem Víctor de Aldama, ein Schlüsselvermittler in der Maskenaffäre, Beweise für die angebliche illegale Finanzierung der Partei PSOE vorlegen muss. Das spanische Vergaberecht und die Unterstützungssysteme in Krisensituationen wurden von EU-Aufsichtsbehörden wiederholt wegen mangelnder Transparenz kritisiert, was historisch gesehen die Entstehung von Korruptionsgeflechten an der Schnittstelle von Wirtschaft und Politik begünstigt hat.Die politische Temperatur steigt auch im Senat, wo die Volkspartei die Vizepräsidentin María Jesús Montero zu einer Anhörung vorgeladen hat. Sie soll Fragen zur Rolle des Holdings SEPI bei der Rettung privater Unternehmen beantworten. Kontroversen löste auch Montero selbst aus, die bei einer Abstimmung im Parlament versehentlich als einzige gegen Hilfe für die Opfer des Unfalls in Adamuz stimmte. Die Opposition nutzte diesen Fehler sofort und nannte ihn im Kontext ihrer aktuellen Imageprobleme im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen eine „Ironie des Schicksals“. „El error de María Jesús Montero es una especie de justicia divina.” (Der Fehler von María Jesús Montero ist eine Art göttliche Gerechtigkeit.) — Santiago Abascal Der Ermittlungsstrang zu Isabel Pardo de Vera hat zudem ergeben, dass sie Koldo García den Kontakt zu einem chinesischen Geschäftspartner des ehemaligen Ministerpräsidenten Zapatero zum Kauf von Beatmungsgeräten vermittelt hat. Diese neuen Enthüllungen führten dazu, dass der Senatsausschuss sie zum dritten Mal zur Aussage vorlud. Dokumente der UCO deuten darauf hin, dass das Netzwerk von Verbindungen innerhalb des Verkehrsministeriums viel tiefer war als zunächst angenommen, was die Wirksamkeit der Kontrollmechanismen in der öffentlichen Verwaltung in Frage stellt.
Perspektywy mediów: Medien betonen das Chaos im Regierungshandeln und den unglücklichen Fehler von Vizepräsidentin Montero als Beweis für den Kontrollverlust über die politische Lage. Medien heben hervor, dass der Fehler bei der Abstimmung rein technischer Natur war und die Vorladungen vor den Senatsausschuss Teil einer politischen Hetzjagd der Opposition sind.
Mentioned People
- María Jesús Montero — Vizepräsidentin und Finanzministerin Spaniens, vom Senat im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen vorgeladen, löste mit einem Abstimmungsfehler Kontroversen aus.
- Isabel Pardo de Vera — Ehemalige Staatssekretärin für Verkehr, deren Geschäftskontakte Gegenstand der Ermittlungen in der Koldo-Affäre sind.
- Koldo García — Hauptfigur der Bestechungsaffäre im Verkehrsministerium im Zusammenhang mit dem Kauf von Masken.
- Santiago Abascal — Vorsitzender der Partei Vox, der den Abstimmungsfehler von Montero als 'göttliche Gerechtigkeit' kommentierte.