In Den Haag geht der Prozess gegen Hashim Thaçi und drei weitere Kommandeure der Guerillaarmee UÇK zu Ende. Die Staatsanwaltschaft beantragte für die Angeklagten jeweils 45 Jahre Freiheitsstrafe wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen, die in den Jahren 1998-1999 begangen wurden. In den Straßen von Priština protestierten Tausende Demonstranten gegen die Tätigkeit des Tribunals und betrachteten den Prozess als ungerechten Angriff auf Helden des Unabhängigkeitskampfes.

Hohe Forderungen der Staatsanwaltschaft

Die Ankläger in Den Haag fordern 45 Jahre Haft für Hashim Thaçi und drei weitere Kommandeure der UÇK wegen Kriegsverbrechen.

Massendemonstrationen in Priština

Bis zu 200.000 Personen demonstrierten in der Hauptstadt Kosovos gegen die Tätigkeit des Tribunals und unterstützten die angeklagten Führer.

Verteidigungslinie der Angeklagten

Hashim Thaçi bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet und betonte seine Rolle als Friedenspolitiker und Verteidiger westlicher Werte.

Vor dem Sondertribunal in Den Haag, bekannt als Kosovo Specialist Chambers, endeten die Schlussplädoyers im Prozess gegen Hashim Thaçi. Der ehemalige Präsident des Kosovo und seine Mitangeklagten Kadri Veseli, Jakup Krasniqi und Rexhep Selimi hörten die Forderung nach 45 Jahren Haft für jeden von ihnen. Die Anklage wirft ihnen direkte Verantwortung für Morde, Folter, Verfolgung und erzwungenes Verschwindenlassen während des Aufstands gegen die serbische Herrschaft vor. Die Staatsanwälte betonen, dass die Gerechtigkeit eine strenge Abrechnung der von der Führung der UÇK begangenen Taten erfordert. Der Konflikt im Kosovo in den Jahren 1998-1999 führte zur Intervention der NATO, die serbische Streitkräfte zum Rückzug aus der Provinz zwang und den Weg zur Unabhängigkeitserklärung im Jahr 2008 ebnete. Hashim Thaçi wies alle Vorwürfe entschieden zurück und präsentierte sich vor Gericht als Staatsmann und Freiheitskämpfer. „Mein ganzes Leben lang stand ich an der Seite des kosovarischen Volkes, verteidigte Freiheit, Leben und Würde. Ich habe mich stets von westlichen Idealen der Demokratie leiten lassen.” — Hashim Thaçi Die Verteidigung argumentiert, dass die Anschuldigungen unbegründet und auf schwachen Beweisen basieren. Die Richter haben nun mehrere Monate Zeit, um das endgültige Urteil zu verkünden. In der Hauptstadt des Landes, Priština, kam es unterdessen zu Massendemonstrationen. Laut Organisatoren gingen sogar 200.000 Menschen auf die Straße, um ihre Unterstützung für die angeklagten Führer auszudrücken. Die Demonstranten, die Flaggen Albaniens und der UÇK trugen, betonten, dass das Tribunal in Den Haag versuche, die Geschichte des Kampfes um die Befreiung von serbischer Herrschaft zu verfälschen. 45 Jahre — Haft fordert die Staatsanwaltschaft für jeden der angeklagten Führer Die soziale Spannung in der Region wächst, und der Prozess wird von einem erheblichen Teil der kosovarischen Gesellschaft als Versuch angesehen, Opfer mit Aggressoren gleichzusetzen. Präsidentin Vjosa Osmani bezog sich ebenfalls auf die gesellschaftlichen Stimmungen und verwies auf das Ausmaß der Mobilisierung der Bürger am Nationalfeiertag. Das Urteil wird unabhängig von seinem Inhalt von grundlegender Bedeutung für die politische Stabilität des Balkans und die weiteren Beziehungen des Kosovo zu internationalen Institutionen sein. Verlauf des Prozesses und der Proteste: 17. Februar 2026 — Massendemonstrationen; 18. Februar, 15:00 — Erklärung von Thaçi; 18. Februar, 18:50 — Antrag der Staatsanwaltschaft Liberale Medien betonen die Notwendigkeit der Aufarbeitung individueller Verbrechen für Rechtsstaatlichkeit und eine künftige EU-Mitgliedschaft des Kosovo. | Konservative Kommentatoren betonen das Recht der Nation auf Verteidigung und sehen den Prozess als ungerechten Versuch, den nationalen Befreiungskampf zu kriminalisieren.

Mentioned People

  • Hashim Thaçi — Ehemaliger Präsident des Kosovo und Kommandeur der UÇK, angeklagt wegen Kriegsverbrechen.
  • Jakup Krasniqi — Ehemaliger Parlamentspräsident des Kosovo, Mitangeklagter im Haager Prozess.
  • Kadri Veseli — Ehemaliger Parlamentspräsident, Mitglied des UÇK-Kommandos, in die Anklage einbezogen.
  • Vjosa Osmani — Aktuelle Präsidentin des Kosovo, die sich auf das Ausmaß der Proteste im Land bezog.