Nach dem politischen Sturm, der durch Äußerungen von Preisträgern zum Krieg im Gazastreifen ausgelöst wurde, bleibt die Zukunft der Berlinale-Direktorin Tricia Tuttle ungewiss. Kulturminister Wolfram Weimer verkündete nach einer Krisensitzung keine Entlassung, sondern verschob die Entscheidung. Ein Teil der Festivalmitarbeiter und Filmschaffenden trat zur Verteidigung der Chefin auf, während einige Politiker eine schärfere Reaktion auf Vorwürfe der Einseitigkeit der Botschaften fordern.
Weimers Entscheidung verschoben
Nach einem Krisentreffen verkündete der Kulturminister keine Entlassung von Tricia Tuttle, signalisierte aber weitere Gespräche über die Ausrichtung des Festivals und den Umgang mit Streitigkeiten.
Brief der Mitarbeiter und Branchenunterstützung
Über 500 Mitarbeiter und Partner unterzeichneten einen Brief zur Verteidigung der Direktorin; ein Teil der Filmschaffenden und Branchenkreise sah sie nicht als verantwortlich für die Worte der Preisträger.
Politischer Streit über „Propaganda”
Kai Wegner warnte davor, das Festival für einseitige Botschaften zu nutzen, während die Grünen Rücktrittsforderungen zurückwiesen und auf die Meinungsfreiheit der Künstler verwiesen.
Merz in China ohne Durchbruch
Berichte vom Besuch des Kanzlers betonten den vorsichtigen Ton bei heiklen Themen und die geringe Zahl neuer Vereinbarungen, bei gleichzeitigem Fokus auf die Risiken der wirtschaftlichen Abhängigkeit.
Die Zukunft von Tricia Tuttle, der Direktorin des Berlinale, bleibt unentschieden nach einem Streit, der durch Äußerungen von Preisträgern während des Festivalfinales ausgelöst wurde. Laut Berichten mehrerer Redaktionen wurden in den Reden Vorwürfe der deutschen Mittäterschaft am „Völkermord” im Gazastreifen erhoben, was Reaktionen von Politikern und eine Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit bei einer aus öffentlichen Mitteln finanzierten Veranstaltung auslöste. Kulturminister Wolfram Weimer verkündete nach Krisengesprächen keine sofortigen Personalentscheidungen; ein Teil der Medien betont jedoch, dass das Ministerium einen Führungswechsel erwog und eine Kurskorrektur des Festivals erwartet. Berlins Bürgermeister Kai Wegner forderte, das Festival solle nicht zum Werkzeug einseitiger Botschaften werden. „Berlinale darf nicht für Propaganda genutzt werden” — Kai Wegner ponad 500 — Unterschriften unter dem Unterstützungsschreiben Zur Verteidigung von Tuttle traten Mitarbeiter und Partner des Festivals auf, indem sie einen Brief unterzeichneten, in dem sie sich dagegen aussprachen, sie allein für die Äußerungen unabhängiger Künstler verantwortlich zu machen. Separate Unterstützungserklärungen kamen auch aus der Filmbranche, darunter von Hunderten Filmschaffenden, und ein Teil der israelischen Filmszene – laut Branchenpresseberichten – argumentierte, das Festival solle ein Raum der Debatte bleiben und nicht dem Druck der Zensur nachgeben. „open debate and non-censorship” (Das Festival sollte ein Raum für offene Debatte und ohne Zensur bleiben.) — Israelische Filmszene Gleichzeitig weisen Kritiker Tuttles darauf hin, dass die Leitung für den Rahmen der Gala, die Auswahl der Botschaften und die Reaktion der Institution bei einer Eskalation des Streits verantwortlich sei. Der Fall wurde zu einem Teil eines breiteren politischen Konflikts: Die Grünen lehnten Rücktrittsforderungen ab, und Claudia Roth griff Weimer öffentlich an und warf ihm einen politischen Umgang mit Kultur vor. Ein Teil der Pressekommentare bezeichnet die Krise als die schwerste in der Geschichte des Festivals und warnt, dass eine Verlängerung der Unsicherheit die Glaubwürdigkeit der Veranstaltung und die Zusammenarbeit mit der Branche schädigen könnte. Das Berlinale entstand im Kontext des Kalten Krieges als Element der Soft Power West-Berlins. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte das Festival eine Identität, die auf künstlerischem Anspruch und politischem Engagement basiert, was regelmäßig zu Streitigkeiten über die Grenzen der künstlerischen Freiheit in öffentlichen Einrichtungen führte. Im Hintergrund des Berlinale-Streits berichteten deutsche Medien parallel vom Abschluss des Besuchs von Kanzler Friedrich Merz in China, wo – laut mehreren Redaktionen – die Kritik an Peking vorsichtig blieb und das Thema Überproduktion und die wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands von China politische Warnungen dominierte. Berichte deuteten auch auf das Fehlen größerer geschäftlicher Durchbrüche hin, obwohl Reuters eine Ankündigung von Mercedes beschrieb, in neun kommenden Modellen ein mit dem chinesischen Unternehmen Momenta entwickeltes Fahrerassistenzsystem einzuführen. In der öffentlichen Debatte wurden beide Themen – der Festivalstreit und die vorsichtige Linie gegenüber China – für einige Kommentatoren zu einem Test für den Regierungsstil des neuen Teams in Berlin und seiner Fähigkeit, Krisen im Bereich der Symbole und Interessen zu managen.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Autonomie der Kultur und das Risiko politischen Drucks auf das Festival. Konservative Medien unterstreichen die Verantwortung einer öffentlichen Institution, einseitige Propaganda nicht zuzulassen.
Mentioned People
- Tricia Tuttle — Direktorin des Berlinale, deren Zukunft nach Äußerungen von Preisträgern zum Krieg im Gazastreifen zum Streitpunkt wurde.
- Wolfram Weimer — Deutscher Kulturminister; verschob nach Krisengesprächen die Entscheidung über die Chefin des Berlinale.
- Kai Wegner — Bürgermeister von Berlin; kritisierte öffentlich die Nutzung des Festivals für einseitige Propaganda.
- Claudia Roth — Politikerin der Grünen; kritisierte Wolfram Weimer scharf im Zusammenhang mit dem Berlinale-Streit.
- Friedrich Merz — Kanzler Deutschlands; beendete einen Besuch in China und betonte wirtschaftliche Herausforderungen, darunter Überproduktion.