
Frankreich verhaftet Eltern, nachdem 15 Monate alte Zwillinge während Hitzewelle an Dehydrierung sterben
Zwei 15 Monate alte Zwillingsmädchen wurden am Montag tot in ihren Betten in Beuvrages, Nordfrankreich, aufgefunden. Als Todesursache wird Dehydrierung infolge einer schweren Hitzewelle vermutet. Ihre Eltern wurden in Gewahrsam genommen.
Entdeckung und Festnahme
Am Montag gegen 13 Uhr riefen Eltern in Beuvrages, nahe Valenciennes, den Rettungsdienst, nachdem sie ihre 15 Monate alten Zwillingsmädchen leblos in ihren Betten vorgefunden hatten. Die Mädchen wurden für tot erklärt; erste Erkenntnisse deuten auf eine Dehydrierung aufgrund hoher Temperaturen im Zimmer hin. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass für Dienstag eine Autopsie geplant ist, um die genaue Todesursache zu ermitteln. Die Eltern, 35 und 32 Jahre alt, wurden in Gewahrsam genommen und müssen sich wegen Vernachlässigung mit Todesfolge Minderjähriger unter 15 Jahren verantworten. Sie sind nicht vorbestraft, und die Familie war den Jugendbehörden nicht bekannt.
Familie und Gemeinschaft
Die vier weiteren Kinder des Paares im Alter von 3 bis 6 Jahren wurden ebenfalls mit Anzeichen von Dehydrierung ins Krankenhaus eingeliefert, schweben aber nicht in Lebensgefahr. Die Familie war kürzlich nach dem Leben in einer Gemeinschaftsunterkunft in ein Haus in Beuvrages gezogen, in der Hoffnung, ihren Kindern eine bessere Umgebung zu bieten. Bürgermeister Ali Ben Yahia beschrieb die Familie als gut integriert; die Kinder besuchten örtliche Schulen.
Unsere Gemeinde ist zutiefst erschüttert. Nachdem die Familie lange in einer Gemeinschaftsunterkunft gelebt hatte, war sie kürzlich in ein Haus gezogen, um ihren Kindern ein entwicklungsförderndes Lebensumfeld zu bieten.
Ermittlungen laufen
Das Haus wurde versiegelt; Polizeibänder weisen auf eine Straftat der „Vernachlässigung mit Todesfolge Minderjähriger unter 15 Jahren“ hin. Eine Nachbarin, die 19-jährige Anissa, sagte der AFP, dass selbst bei geöffneten Fensterläden die Schlafzimmer in den ähnlichen Backsteinhäusern sehr heiß blieben. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Autopsie werde die Dehydrierung aufgrund der im Schlafzimmer gemessenen hohen Temperatur untersuchen.
Opferbilanz der Hitzewelle
Die Todesfälle ereigneten sich während einer schweren Hitzewelle, die am 20. Juni begann und in Teilen Europas Temperaturen bis zu 40 °C erreichte. Das französische Gesundheitsministerium meldete in diesem Zeitraum über 1.000 zusätzliche Todesfälle, hauptsächlich bei Menschen über 65 Jahren. Mehrere andere Kleinkinder starben in hitzebedingten Vorfällen: Ein dreijähriger Junge wurde am Donnerstag tot in einem Auto in Saint-Gratien bei Paris aufgefunden, und zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren starben am vorherigen Montag in einem Auto in Carpentras. Ein 18 Monate altes Kind starb ebenfalls in Marseille, nachdem es in einem heißen Auto gefunden worden war.
Rund 150 Millionen Menschen lebten während der jüngsten Hitzewelle zeitweise unter extremer Hitze.
Offizielle Reaktion
Nach Tagen unter roter Warnstufe wurde Nordfrankreich am Montag auf Grün herabgestuft, als die Temperaturen nachließen, obwohl Météo France warnte, dass die Hitze bis zum Wochenende zurückkehren könnte. Premierminister Sébastien Lecornu sagte, dass der nationale Gesundheitsnotfallplan ORSAN aufgrund einer möglichen Wiederholung der Hitzewelle auf der höchsten Stufe bleiben werde.
- Hitzewelle beginnt, Temperaturen erreichen bis zu 40 °C
- Zwei Kinder im Alter von 2 und 4 Jahren sterben in heißem Auto in Carpentras
- Dreijähriger Junge stirbt in heißem Auto in Saint-Gratien
- Rote Warnstufe in Nordfrankreich aufgehoben
- 15 Monate alte Zwillinge tot in Beuvrages aufgefunden
- Eltern verhaftet, vier Geschwister im Krankenhaus
- Autopsie für Zwillinge angesetzt


