
Toter Wal im Greifswalder Bodden gefunden – zweiter Wal-Tod in der Ostsee innerhalb eines Jahres
Am Donnerstagmorgen wurde ein etwa sieben Meter langer Wal tot im Greifswalder Bodden vor der Südspitze Rügens gefunden. Die Obduktion ist für Freitag im Nautineum auf Dänholm geplant.
Entdeckung und Bestätigung
Um 08:16 Uhr am Donnerstag, dem 13. August, meldete die Wasserschutzpolizei einen leblosen Wal, der im Greifswalder Bodden vor der Südspitze der Insel Rügen trieb. Ein Experte des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund bestätigte anschließend den Tod des Tieres. Der Wal ist etwa sieben Meter lang, die Art wurde jedoch noch nicht offiziell bestimmt, so eine Museums-Sprecherin. Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Ostsee setzten mehrere Boote ein, um das Gebiet zu sichern und die Schifffahrt zu gewährleisten.
Geplante Obduktion auf Dänholm
Der tote Wal soll per Schiff zur kleinen Insel Dänholm geschleppt werden, wo er im Nautineum, einer Außenstelle des Deutschen Meeresmuseums, obduziert wird. Die Obduktion ist für Freitag, den 14. August, geplant. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) äußerte die Hoffnung, dass die Untersuchung Aufschluss darüber geben wird, was diese nicht heimischen Tiere in den hiesigen Gewässern sterben lässt und warum sie überhaupt in die Ostsee gelangen, da die Umgebung mit ihrem geringen Salzgehalt für große Wale weitgehend lebensfeindlich ist.
- Wal erstmals vor der deutschen Ostseeküste bei Kiel gesichtet
- Wal im Hafenbecken von Wismar gesichtet
- Wal vor dem Ostseebad Wustrow gesichtet
- Wal vor dem polnischen Badeort Międzyzdroje gesichtet; WWF Polen untersucht ihn und stellt fest, dass er frei schwimmt
- Lebloser Wal der Wasserschutzpolizei im Greifswalder Bodden gemeldet
- Deutsches Meeresmuseum bestätigt Tod des Wals; Abtransport nach Dänholm geplant
- Obduktion im Nautineum auf Dänholm geplant
Reaktion des Ministers
Backhaus dankte der Wasserschutzpolizei, dem Schifffahrtsamt und dem Museum für ihren Einsatz, zeigte sich aber betrübt über die Wiederholung.
Dennoch betrübt es mich, dass wir nun bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres den Tod eines Buckelwals in der Ostsee verzeichnen müssen, diesmal direkt in den Hoheitsgewässern des Landes.
Er wies darauf hin, dass sich der Buckelwal-Bestand im Atlantik in den letzten Jahren gut erholt habe. Mehr Tiere bedeuteten offenbar auch mehr Individuen, die in die Ostsee irrten. Um künftige Strandungen zu verhindern, sei es unerlässlich, mehr über die Art zu erfahren.
Frühere Sichtungen entlang der Küste
In den Wochen vor dem Fund war ein Wal wiederholt entlang der Ostseeküste gesichtet worden, wobei er sich immer weiter nach Osten bewegte: zunächst bei Kiel, dann im Hafenbecken von Wismar, anschließend vor dem Ostseebad Wustrow und zuletzt am vorherigen Samstag vor dem polnischen Badeort Międzyzdroje. Der WWF Polen untersuchte das Tier bei Międzyzdroje mit einem Patrouillenboot und stellte fest, dass es frei schwamm und nicht in Fischernetzen verfangen war. Die polnische Umweltbehörde maß es mit mehr als sechs Metern Länge. Ein Boot des polnischen Wasserrettungsdienstes WOPR begleitete den Wal anschließend ostwärts in Richtung des Küstendorfs Wisełka.
Ob der Wal, der nun im Greifswalder Bodden aufgetaucht ist, dasselbe Exemplar ist, wissen wir nicht.
Ein Sprecher des WWF Polen erklärte nach der polnischen Sichtung, es handele sich um einen Wal, aber man könne weder die Art bestimmen noch sagen, ob es dasselbe Individuum sei, das in Deutschland gesichtet wurde. Ob der tote Wal im Greifswalder Bodden dasselbe Tier ist, bleibt unklar. Die Museums-Sprecherin deutete an, dass eine Identifizierung möglich sein könnte, sobald das Tier aus dem Wasser geholt und sein Rücken untersucht werden kann, da Fotos der früheren Sichtungen den Rücken des Wals zeigen.
Früherer Fall: Buckelwal „Timmy“
Im Frühjahr 2026 strandete ein Buckelwal mit dem Spitznamen „Timmy“ mehrfach an der deutschen Ostseeküste. Das Tier wurde in einer umstrittenen, aufwändigen Aktion in die Nordsee gebracht, aber wenige Tage später tot vor der dänischen Insel Anholt gefunden. Backhaus bezeichnete den aktuellen Fall als den zweiten Buckelwal-Tod in der Ostsee innerhalb eines Jahres, obwohl das Museum die Art des neu gefundenen Tieres noch nicht bestätigt hat.


