Zwei West-Nil-Todesfälle in Flandern bestätigt – EU-Fälle auf Rekordhoch
Die flämischen Gesundheitsbehörden teilten mit, dass beide Verstorbenen einer Risikogruppe für schwere Krankheitsverläufe angehörten. Daten des ECDC zeigen, dass in der EU in diesem Jahr 1.715 menschliche Fälle und 130 Todesfälle registriert wurden.
Zwei Todesfälle in Flandern bestätigt
Die flämischen Gesundheitsbehörden gaben am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, bekannt, dass zwei Menschen nach einer Infektion mit dem West-Nil-Virus gestorben sind. Beide gehörten einer Risikogruppe für schwere Krankheitsverläufe an. Die flämische Agentur für Gesundheit zählt 14 bestätigte menschliche Infektionen in Flandern, zwei davon tödlich – nach zuvor 10 gemeldeten Infektionen in Flandern und Brüssel. Das Virus war in Belgien erstmals 2025 bei Vögeln nachgewiesen worden. Im Jahr 2026 wurde es erneut gefunden, und erstmals infizierten sich Pferde und Menschen, und zwar Einwohner von Antwerpen und Flämisch-Brabant.
- Virus erstmals in Belgien nachgewiesen, bei Vögeln
- Erste Infektionen bei Pferden und Menschen, in Antwerpen und Flämisch-Brabant
- 10 Infektionen in Flandern und Brüssel bestätigt
- Zwei Todesfälle in Flandern gemeldet, dort 14 bestätigte Infektionen
Anneleen De Sadeleer von der flämischen Agentur für Gesundheit sagte, die Todesfälle seien keine völlige Überraschung gewesen, da das Virus in Flandern seit mehreren Monaten lokal zirkuliere.
Leider sind zwei Menschen nach einer Infektion mit dem West-Nil-Virus gestorben.
Was die Virologen zum Risiko sagen
Steven Van Gucht, Virologe bei Sciensano, sagte, die Todesfälle entsprächen den Erwartungen, und es könnten weitere folgen. Unter Verweis auf südeuropäische Länder, in denen das Virus seit Langem präsent ist, sagte er, dass etwa 10 % der schweren Infektionen tödlich verlaufen. Etwa 1 % der Infizierten entwickle schwere Formen, etwa eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Sciensano zählt rund 16 Menschen in Belgien mit schweren Symptomen oder bestätigten Fällen. Van Gucht betonte, das Virus werde sich nicht zu einer Epidemie entwickeln.
Die meisten Infizierten haben einen milden Verlauf mit Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Müdigkeit.
Wie das Virus den Menschen erreicht
Das Virus zirkuliert vor allem unter Wildvögeln. Stechmücken, die sich an einem infizierten Vogel saugen, können es anschließend auf einen Menschen oder ein Pferd übertragen; Menschen und Pferde sind Sackgassenwirte und können es nicht weitergeben. Nach Angaben von Sciensano ist die gewöhnliche Culex-Mücke der Überträger, nicht die Tigermücke, und sie sticht vor allem abends und nachts. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt, die Inkubationszeit beträgt zwei bis 14 Tage. Für Menschen gibt es keinen Impfstoff, für Pferde hingegen schon. Van Gucht sagte, Mundschutz und Händewaschen hülfen nicht; stattdessen sollten die Menschen Moskitonetze und langärmelige Kleidung nutzen. Höhere Temperaturen begünstigen die Vermehrung des Virus und beschleunigen die Entwicklung der Mücken, was Sciensano mit dem Klimawandel in Verbindung bringt.
Ausbreitung in Europa
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten meldete in diesem Jahr 1.715 menschliche Fälle in der EU und 130 Todesfälle, wobei das Virus nun auch neue nördliche Regionen erreicht. Italien bleibt mit 748 Fällen das am stärksten betroffene Land, während Griechenland, Italien und Frankreich insgesamt am härtesten getroffen sind. Griechenland und Frankreich verzeichneten nach den von Le Soir zitierten ECDC-Daten ihre höchsten Fallzahlen seit Beginn der Überwachung. La Libre berichtete über etwa 59 bestätigte menschliche Fälle und 10 Todesfälle in den Niederlanden.
- EU gesamt
- 1715 Fälle
- Italien
- 748 Fälle
Was die Behörden tun
Die flämische Wohlfahrtsministerin Caroline Gennez sagte, das Ministerium verfolge die Ausbreitung genau. Die Behörden informieren Pflegeeinrichtungen und Pflegeheime darüber, wie Mückenstiche vermieden werden können. Die flämischen Behörden rufen ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem dazu auf, sich weiterhin zu schützen. Nach Angaben der Agentur ist die Mückensaison fast vorbei, doch La Libre weist darauf hin, dass in den kommenden Wochen bei bereits erkrankten Patienten weitere Todesfälle auftreten könnten.
Gemeinsam mit der Abteilung beobachten wir die Ausbreitung des West-Nil-Virus genau.
