Pistorius: Einige Soldaten könnten für Litauen-Brigade verpflichtet werden – Engpässe bei Fachkräften
Boris Pistorius räumte ein, dass die Bundeswehr Personal für ihre neue ständige Brigade in Litauen dienstverpflichten müsse, insbesondere in technischen und logistischen Bereichen, während der Bau des Stützpunkts dem Zeitplan voraus ist.
Personal der Brigade
Deutschland baut eine ständige Brigade von rund 5.000 Soldaten in Litauen auf, ein zentrales Projekt zur Stärkung der NATO-Ostflanke. Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte während eines Besuchs einer Bundeswehrübung im Land, die Mehrheit der Soldaten werde sich voraussichtlich freiwillig melden, aber ein Teil werde wahrscheinlich dienstverpflichtet werden. „Entscheidend ist für mich, dass die Brigade am Ende steht und ihren Auftrag erfüllen kann", sagte er im ARD-„Bericht aus Berlin".
Was für mich zählt, ist, dass die Brigade am Ende steht und ihren Auftrag erfüllen kann.
Engpässe werden vor allem in Spezialbereichen wie technischem Dienst, Logistik und ABC-Abwehr erwartet, wo der Pool potenzieller Bewerber viel kleiner ist als bei Kampftruppen. Sollten die Freiwilligenzahlen nicht ausreichen, wird die Bundeswehr zunächst Personalgespräche führen. „Und im Zweifel wird dann auch eine Verpflichtung ausgesprochen", so Pistorius.
Fortschritte bei der Infrastruktur
Der Hauptstützpunkt der Brigade wird in Rudninkai nahe der Grenze zu Belarus liegen. Das Gelände, ein Waldgebiet etwa 35 Kilometer von Vilnius entfernt, wurde im Mai 2022, kurz nach Russlands umfassendem Angriff auf die Ukraine, per Sondergesetz zum litauischen Armeeübungsplatz erklärt. Für die deutschen Truppen wird eine Militärstadt von Grund auf neu gebaut, mit Kasernen, Waffen- und Munitionsdepots, Logistikbereichen und Hallen für Panzer und andere Kampffahrzeuge, die sich nur 1,5 Kilometer vom Zentrum des 500-Einwohner-Dorfs entfernt befinden.
- Waldgebiet in Rudninkai per Sondergesetz zum litauischen Armeeübungsplatz erklärt, nach Russlands Invasion der Ukraine.
- Pistorius besucht Bundeswehrübung; erste Bauphase laut Bericht zehn Monate vor Zeitplan, erste Gebäude stehen.
Der Bau des größten militärischen Infrastrukturprojekts in der litauischen Geschichte schreitet zügig voran, die ersten Gebäude stehen bereits. Der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas sagte der Welt vor Pistorius' Besuch, die erste Bauphase liege zehn Monate vor dem Zeitplan. „Das heißt, dass wir sehr weit beim Aufbau der Infrastruktur sind und früher mit der zweiten Phase beginnen können", sagte er.
Das bedeutet, dass wir bei der Infrastruktur sehr weit fortgeschritten sind und früher mit der zweiten Phase beginnen können.
Strategischer Kontext
Die Brigade soll zur Abschreckung und Verteidigung des Bündnisgebiets im Bedrohungsfall beitragen. Die litauische Regierung hat wiederholt versichert, dass die von Vilnius finanzierte Infrastruktur rechtzeitig für die Stationierung der Brigade fertig sein wird. Pistorius betonte, dass die Einsatzbereitschaft der Einheit an der Ostflanke oberste Priorität habe.


