ZUS-Beschäftigte legen am Mittwoch für zwei Stunden die Arbeit nieder – Warnstreik wegen Gehaltsforderungen
Die Beschäftigten der polnischen Sozialversicherungsanstalt (ZUS) werden am 17. Juni von 8 bis 10 Uhr einen zweistündigen landesweiten Warnstreik durchführen. Die Gewerkschaften fordern eine monatliche Lohnerhöhung von 1.200 Złoty, nachdem sie das jüngste Angebot der Geschäftsleitung über eine Erhöhung von 220 Złoty abgelehnt haben.
Streikzeitpunkt und -umfang
Der von der NSZZ „Solidarność“ und drei weiteren Gewerkschaften organisierte Warnstreik wird die Beschäftigten in allen ZUS-Filialen landesweit die Schreibtische verlassen lassen. Die Aktion ist für Mittwoch, den 17. Juni 2026, von 8:00 bis 10:00 Uhr geplant. Die Büros bleiben zwar geöffnet, die ZUS hat jedoch vor möglichen Verzögerungen gewarnt und bittet die Kunden, ihre Besuche auf die Zeit nach 10:00 Uhr zu verschieben oder die elektronischen Kanäle zu nutzen. Die Anstalt teilte mit, dass die Hotline zwar in Betrieb sei, aber mit längeren Wartezeiten gerechnet werden müsse.
Wir werden um 7:59 Uhr wissen, wie viele Beschäftigte am Streik teilnehmen, kurz vor der Büroeröffnung.
Gehaltsforderungen und abgelehnte Angebote
Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Forderung der Gewerkschaften nach einer monatlichen Bruttolohnerhöhung von 1.200 Złoty für jeden ZUS-Beschäftigten. Das jüngste Angebot der Geschäftsleitung – eine Erhöhung um 220 Złoty plus eine einmalige Prämie von 4.000 Złoty (vorbehaltlich der Zustimmung) – wurde als unzureichend zurückgewiesen. Ein früheres Angebot einer Grundgehaltserhöhung von 170 Złoty (mit Zusatzkomponenten rund 241 Złoty) und einer Prämie von 2.000 Złoty wurde ebenfalls abgelehnt. Die Gewerkschaftsführung argumentiert, dass die Löhne seit Jahren hinter den Lebenshaltungskosten zurückbleiben und die Mitarbeiter durch neue Aufgaben wie Witwenrenten und Juni-Ruhestandsleistungen überlastet seien.
- Gewerkschaftsforderung
- 1200 PLN
- Letztes ZUS-Angebot
- 220 PLN
- Ursprüngliches ZUS-Angebot (Basis)
- 170 PLN
Wir verdienen sehr wenig, haben immer mehr Arbeit, Stellen werden gestrichen, wir gleichen das mit Überstunden aus. Neue Systeme, die die Arbeit erleichtern sollten, sind nicht ausreichend vorbereitet. Wir arbeiten mit veralteten Systemen.
Reaktion der Anstalt und rechtlicher Kontext
Die ZUS-Geschäftsleitung besteht darauf, dass der Streik eine rechtlich zulässige einmalige Warnmaßnahme im Rahmen des Tarifkonfliktgesetzes sei. Sie habe wiederholt beim Finanzministerium um zusätzliche Mittel über die geplante Erhöhung des Lohnfonds um 3 % gebeten, jedoch ohne Erfolg. Die vollständige Erfüllung der Gewerkschaftsforderung würde das Lohnbudget allein im Jahr 2026 um mehr als 1 Milliarde Złoty erhöhen, so die Anstalt.
Die vollständige Ablehnung der Gehaltsvereinbarung durch die Gewerkschaften blockiert die tatsächlichen Möglichkeiten zur Erhöhung der Arbeitnehmergehälter.
Auswirkungen auf die Öffentlichkeit und die Dienstleistungen
Die Anstalt hat versichert, dass die Zahlung von Leistungen (wie Renten und das Kindergeld 800+) nicht beeinträchtigt wird. Kunden, die die Filialen während der Streikstunden aufsuchen, müssen jedoch mit längeren Warteschlangen, reduzierter Servicekapazität und möglichen Verzögerungen bei der Bearbeitung von Fällen rechnen. Die ZUS empfiehlt die Nutzung des eZUS-Portals und der mobilen Apps als Alternative.
- Beschäftigte besetzen die ZUS-Zentrale für mehrere Tage
- Landesweites Streikreferendum gestartet
- Zweistündiger Warnstreik beginnt
Breitere Mobilisierung und nächste Schritte
Der Warnstreik folgt auf eine Besetzung der ZUS-Zentrale im April durch Beschäftigte, die gegen den mangelnden Dialog protestierten. Gestern, am 16. Juni, startete eine separate Gewerkschaft (Związkowa Alternatywa) ein landesweites Streikreferendum, das bis zum 6. Juli läuft und die Mitglieder fragt, ob sie einen flächendeckenden Streik autorisieren sollen. In einem Brief an Premierminister Donald Tusk erklärten die gemeinsamen Gewerkschaften, dass monatelange Verhandlungen und Vermittlungsversuche keine zufriedenstellende Antwort erbracht hätten.
Wir betonen mit allem Nachdruck, dass die im Rahmen des Tarifkonflikts geführten Verhandlungen und Vermittlungen nicht zur Lösung der von den Beschäftigten der Anstalt gemeldeten Probleme geführt haben. Trotz der Dialogbereitschaft der Arbeitnehmerseite hat der Arbeitgeber keinen Vorschlag vorgelegt, der dem tatsächlichen Umfang der Pflichten, der Verantwortung und den Erwartungen der Beschäftigten entspricht.


