
Polens Generalstaatsanwalt beantragt Festnahme des oppositionellen EU-Abgeordneten Patryk Jaki – dieser nennt das Ersuchen ‚eines der dümmsten der Geschichte‘
Polens Generalstaatsanwalt hat das Europäische Parlament aufgefordert, die Immunität des EU-Abgeordneten Patryk Jaki aufzuheben, damit er festgenommen und wegen Amtsmissbrauchs angeklagt werden kann. Jaki bezeichnet die Vorwürfe als absurd und politisch motiviert.
Generalstaatsanwalt beantragt Festnahme des oppositionellen EU-Abgeordneten
Am 2. Juni 2026 beantragte Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek formell beim Europäischen Parlament die Aufhebung der Immunität von Patryk Jaki, einem polnischen EU-Abgeordneten der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Das Ersuchen, das an EP-Präsidentin Roberta Metsola gerichtet ist, zielt auch auf die Genehmigung von Jakis Inhaftierung und erzwungenem Erscheinen vor den Staatsanwälten ab. Der Schritt geht auf eine Untersuchung der Regionalstaatsanwaltschaft in Posen zurück, die 2024 eingerichtet wurde, um Unregelmäßigkeiten im Strafvollzug zwischen 2015 und 2023 zu prüfen.
Die Ermittlungen werfen Jaki vor, als stellvertretender Justizminister, der für den Strafvollzug zuständig war, seine Befugnisse überschritten und seine Pflichten verletzt zu haben, indem er Personalanordnungen bezüglich eines bestimmten Beamten erließ. Laut der Erklärung der Staatsanwaltschaft habe Jaki angeblich Entscheidungen getroffen, die ‚ausschließlich der Ernennung‘ des Beamten dienten, obwohl gegen ihn ein Disziplinarverfahren lief.
Jaki nennt die Anschuldigungen ‚die dümmsten der Geschichte‘
Auf einer Pressekonferenz im Sejm am selben Tag nahm Jaki kein Blatt vor den Mund.
Er argumentierte, dass der Kern der Anklage darauf hinauslaufe, einen Beamten von Punkt A nach Punkt B zu versetzen, was die Staatsanwaltschaft als nicht wichtig für den Dienst erachtete.Dieses Ersuchen ist eines der lustigsten, eines der dümmsten in der Geschichte der Dritten Republik. Jeder, der es liest, wird sehen, dass es der Gipfel der Absurdität ist.
Jaki wies darauf hin, dass das Disziplinarverfahren gegen den betreffenden Beamten für ihn günstig ausgegangen sei, mit einer rechtskräftigen Gerichtsentscheidung. Er fragte, warum die offizielle Mitteilung dieses Ergebnis verschwiegen habe.
Er betonte, dass ein Minister täglich Personalentscheidungen treffe und eine Anklage wegen einer solchen Routinehandlung einen gefährlichen Präzedenzfall schaffe.Wenn wir dieser Logik folgen, dann hat Donald Tusk, der Waldemar Żurek zum Justizminister ernannte, das Verbrechen der Ernennung begangen. Das ist lächerlich.
Politische Reaktionen und Kontext
Der frühere Justizminister Zbigniew Ziobro, unter dem Jaki diente, sagte dem Sender TV Republika, der Schritt zeige die Verzweiflung der derzeitigen Regierung.
Ziobro verglich die Situation mit einem Muster politischer Racheakte und verwies auf ein separates Team von Staatsanwälten, das kürzlich zur Überwachung von Journalisten des oppositionell ausgerichteten Senders Republica TV eingesetzt wurde.Das verrät ihre Nervosität, Verzweiflung und extreme Verantwortungslosigkeit. Wenn diese Regierung an Boden verliert, begeht sie Selbstmord im Image.
Jaki selbst stellte das Ersuchen als Ablenkung von den Misserfolgen der Regierung dar, wie dem jüngsten lokalen Referendum in Krakau und Beschwerden von Ärzten.
Wenn sie könnten, würden sie die Einwohner von Krakau, die sich beschwerenden Ärzte oder alle Probleme, die sie haben, verhaften. Da sie das nicht können, müssen sie die Aufmerksamkeit ablenken.
Wie es weitergeht
Jaki sagte, dass EU-Abgeordnete nach den Regeln des Europäischen Parlaments nicht freiwillig auf ihre Immunität verzichten könnten, sodass das Schicksal des Falls von der Entscheidung des EP abhänge. Er versprach, freiwillig zur Vernehmung zu erscheinen, falls dem Ersuchen stattgegeben werde, und bot sogar an, seinen Reisepass abzugeben. Er forderte zudem volle öffentliche Transparenz in allen Verfahren.
Ich möchte, dass ihr alle seht, was hier passiert ist. Wie politisch, lächerlich und dumm diese Anschuldigungen sind.
Das Europäische Parlament muss nun über das Ersuchen beraten. Ein Zeitplan für eine Entscheidung wurde nicht festgelegt.


