Deutsche Bahn stoppt Regionalzüge, leitet ICEs um: Ausbau des Knotens Fulda verlängert Fahrzeiten um 60 Minuten
Regionalzüge fallen aus, ICEs werden 60 Minuten umgeleitet, mehrere Bahnhöfe entfallen: Der Ausbau des Knotens Fulda kollidiert mit anderen Großbaustellen.
Bauarbeiten am Eisenbahnknoten Fulda beeinträchtigen den Fern- und Regionalverkehr in ganz Deutschland bis zum 27. Juli. Die Deutsche Bahn (DB) teilte mit, dass die Arbeiten zum Wechsel von Weichen in einen bereits vollen Baukalender aufgenommen wurden, zu dem auch Korridorarbeiten an der Rheinstrecke und am Knoten Mainz gehören. Die Folge ist eine Kaskade von Ausfällen, Umleitungen und Schienenersatzverkehr, die sowohl ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecken als auch Regionalbahnen betrifft.
Regionalverkehr: Ausfälle und Schienenersatzverkehr
Zwischen Hanau und Fulda werden ausgefallene Fahrten auf Busse verlagert. Die RE50- und RE5-Linien sind auf dem Abschnitt Fulda–Bad Hersfeld/Bebra ohne Ersatzverkehr eingestellt. Auf der RB5 entfallen zwei morgendliche Fahrten von Fulda um 05:46 und 06:46 unter der Woche. Der RT5 zwischen Melsungen und Kassel verkehrt nur noch stündlich. Die RB41-Fahrten, die in Kirchhain beginnen oder enden, werden von Montag bis Freitag durch Busse ersetzt. Die RB97 ist zwischen Cölbe und Marburg eingestellt, lediglich einige wenige Züge zur Hauptverkehrszeit erreichen noch Marburg. Die RB49 verkehrt auf dem Abschnitt Friedberg–Hanau im 60-Minuten-Takt, fehlende Fahrten werden durch Busse abgedeckt. Die RB56 zwischen Kahl (Main) und Hanau ist weitgehend eingestellt, mit Ausnahme weniger Fahrten zur Hauptverkehrszeit.
Fernverkehr: Umleitungen und Taktverdichtung
Drei Haupt-ICE-Korridore sind betroffen. Auf der Achse Frankfurt–Kassel–Hamburg wird die DB nur ein Drittel der üblichen Fernzüge einsetzen, mindestens im Zweistundentakt, und alle Fahrten werden zwischen Frankfurt und Kassel umgeleitet. Die Umleitung verlängert die Reisezeit um 60 Minuten gegenüber der Fahrplanzeit. Auf der Linie Frankfurt–Berlin über Fulda und entweder Kassel oder Erfurt wechseln die ICE-Züge vom Stundentakt auf einen Zweistundentakt, mit einer zusätzlichen Fahrzeit von 60 Minuten und einer Umleitung zwischen Frankfurt und Fulda. Die Strecke Wiesbaden–Frankfurt–Fulda–Erfurt–Leipzig–Dresden wird zwischen Frankfurt und Erfurt über Aschaffenburg und Würzburg umgeleitet, wobei Fulda, Bad Hersfeld, Eisenach und Gotha vollständig ausgelassen werden. Die Reisezeit verlängert sich um etwa 60 Minuten, und einige Verbindungen Frankfurt–Wiesbaden entfallen.
Kurzfristig angesetzter Wechsel von Weichen kollidiert mit anderen Arbeiten
Die Weichenerneuerungen in Fulda mussten kurzfristig eingeplant werden und finden daher zusätzlich zu bereits geplanten Großbaustellen statt, wie der Korridorsanierung der rechtsrheinischen Strecke zwischen Wiesbaden und Köln sowie Arbeiten am Knoten Mainz.
Reisende aufgefordert, digitale Kanäle zu prüfen
Die DB rät Reisenden, ihre Verbindung vor Abfahrt auf bahn.de oder in der DB Navigator-App zu prüfen. Fahrplanaktualisierungen und kurzfristige Änderungen würden dort in Echtzeit veröffentlicht, so das Unternehmen.


