
Personenzug entgleist im pakistanischen Punjab – vier Tote und 30 Verletzte
Ein Personenzug auf der Strecke von Karatschi nach Peschawar ist am frühen Dienstag, dem 13. Oktober 2026, in der Stadt Sher Shah bei Multan entgleist. Polizei und Pakistan Railways zufolge kamen mindestens vier Menschen ums Leben, etwa 30 wurden verletzt.
Die Entgleisung
Ein Personenzug auf der Fahrt von der südlichen Hafenstadt Karatschi in die nordwestliche Stadt Peschawar ist am frühen Dienstag, dem 13. Oktober 2026, in der Stadt Sher Shah bei Multan in der Provinz Punjab entgleist, wie der Sprecher von Pakistan Railways, Kaleem Akhtar, mitteilte. Rettungskräfte bargen alle vier Leichen aus den 14 Wagen des Zuges und brachten die Verletzten in Krankenhäuser. Der Sprecher des Rettungsdienstes Punjab Emergency Services, Farooq Ahmed, sagte, der Unfall sei den Behörden um 5:21 Uhr gemeldet worden, und es seien elf Krankenwagen und 30 Rettungskräfte an die Unfallstelle geschickt worden. Ein Rettungskraft vor Ort sagte der Nachrichtenagentur AFP, dort seien mindestens vier Menschen gestorben. Ahmed sagte, die Unfallursache sei noch nicht bekannt, die Ermittlungen liefen.
Widersprüchliche Angaben zu Toten und Verletzten
Vier Todesopfer sind die Zahl, die die Behörden am beständigsten bestätigt haben. Eisenbahnminister Hanif Abbasi sagte, er könne vier getötete Fahrgäste bestätigen, und berief sich auf den regionalen Eisenbahndirektor von Multan, der vier gemeldet habe. Gegenüber Dawn sagte Abbasi, er könne die fünf Todesopfer nicht bestätigen, die der Sprecher von Pakistan Railways, Babar Ali, zuvor derselben Zeitung genannt hatte. Auch die Zahl der Verletzten schwankt. Ahmed sagte AFP, 17 Menschen seien verletzt worden, eine Rettungskraft vor Ort nannte 25, und AP berichtete von 30 Verletzten. DW gab eine Spanne von 17 bis 25 Verletzten an.
- Sprecher von Pakistan Railways Babar Ali (laut Dawn)
- 5 Tote
- Regionaler Eisenbahndirektor von Multan (laut Dawn)
- 4 Tote
- Sprecher des Rettungsdienstes Punjab Emergency Services Farooq Ahmed (laut AFP)
- 4 Tote
Reaktion der Behörden und Ermittlungen
Präsident Asif Ali Zardari und Premierminister Shehbaz Sharif drückten in getrennten Erklärungen ihr Mitgefühl aus und forderten die Behörden auf, den Verletzten die bestmögliche medizinische Versorgung zukommen zu lassen. Zardari ordnete laut AFP und DW zudem eine transparente Untersuchung an, um die Unfallursache zu klären. Abbasi sagte, er habe den Bundesinspektor für Eisenbahnen (FGIR) mit der Untersuchung der Entgleisung beauftragt. Die Untersuchung hat in der bisherigen Berichterstattung noch keine Ursache ergeben.
Der Bericht des Lokführers
Lokführer Rizwan Abbas sagte gegenüber Dawn, der Zug sei mit 100 km/h unterwegs gewesen und das Signal habe auf Grün gestanden, als er den Bereich des Bahnhofs Sher Shah passierte. Er habe plötzlich einen starken Ruck gespürt, gebremst und den Zug zum Stehen gebracht. Als er die Lok verlassen und zurückgeblickt habe, habe er gesehen, dass die Personenwagen entgleist seien. Der Zug sei in gutem Betriebszustand gewesen, sagte er Dawn.
Schienennetz und frühere Unfälle
AP berichtete, Zugunfälle seien in Pakistan relativ häufig, wo das Eisenbahnsystem unter jahrzehntelanger Unterinvestition, veralteten Gleisen und alternden Signalsystemen leide. AP teilte zudem mit, dass im Jahr 2023 zehn Wagen eines Personenzugs im Süden Pakistans entgleist seien, wobei 30 Menschen starben und mehr als 90 verletzt wurden. AFP und DW gaben für die Entgleisung vom August 2023 bei Nawabshah mindestens 34 Tote an, sodass die gemeldeten Opferzahlen für 2023 je nach Quelle voneinander abweichen. Das Netz ist laut AFP etwa 7.500 km lang und befördert mehr als 80 Millionen Fahrgäste pro Jahr. DW berichtete, dass einige Gleise, Brücken und Kreuzungen aus der Kolonialzeit noch in Betrieb sind, manche davon über 150 Jahre alt. Die Modernisierungsarbeiten im Rahmen des China-Pakistan Economic Corridor (CPEC) laufen weiter, doch Entgleisungen bleiben ein Problem.


