
Regionalzug entgleist bei Cléon in der Normandie: 44 Fahrgäste verletzt
Ein Regionalzug TER mit 186 Fahrgästen ist am Freitagabend nahe Cléon entgleist, nachdem er auf der Strecke zwischen Rouen und Caen auf ein losgelöstes Schienenstück geprallt war.
Vorfall auf der Strecke Rouen–Caen
Ein Regionalzug TER mit 186 Fahrgästen entgleiste am Freitagabend gegen 19:30 Uhr nahe der Gemeinde Cléon im Département Seine-Maritime. Der Zug war auf der Hauptstrecke zwischen Rouen und Caen in Nordwestfrankreich unterwegs, als er auf ein Hindernis auf den Gleisen prallte. Durch den Aufprall sprangen fünf Waggons aus dem Gleisbett, ein Wagon kippte auf die Seite. Die Rettungskräfte meldeten 44 verletzte Fahrgäste im gesamten Zug. Ein 18-jähriger Fahrgast wurde unmittelbar nach dem Unfall in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert, doch der Rouener Staatsanwalt Sébastien Gallois bestätigte am Samstag, dass sich ihr Zustand stabilisiert habe und keine Lebensgefahr mehr bestehe.
Fahrgastberichte aus den Waggons
Fahrgäste in den Waggons schilderten heftige Erschütterungen und eine starke Verzögerung, bevor die Waggons aus den Gleisen sprangen. Louis, ein 24-jähriger Fahrgast, berichtete, die Vibrationen hätten sich verstärkt, bevor er bei dem Aufprall aus seinem Sitz geschleudert wurde.
Die Fenster splitterten teilweise, die Steine vom Gleisbett flogen in den Waggon. Es war wirklich schockierend.
Ein anderer Reisender, Vincent, erklärte, der Vorfall habe sich zunächst wie eine Notbremsung angefühlt, bevor die Waggons heftig über das Schotterbett zu vibrieren begannen. Er berichtete, er habe einen weiteren entgleisten Waggon an seinem Fenster vorbeirutschen sehen, während Staub und Trümmer das Innere erfüllten.
Unser Fenster zersplitterte, Rauch stieg auf und Koffer flogen umher.
Vincent fügte hinzu, dass die Fahrgäste eine Ausgangstür aufhebeln mussten, um aus dem Wrack zu entkommen, da nach dem Aufprall kein Zugpersonal in ihrem Waggon zu sehen war.
Einsatz von Rettungskräften und Bergungsarbeiten
Der Notfalleinsatz brachte umfangreiches Personal an die Unglücksstelle in Seine-Maritime. Mehr als 130 Feuerwehrleute, 50 Polizisten und 80 Einsatzfahrzeuge wurden entsandt, um den Zug zu sichern und verletzte Fahrgäste zu versorgen. Der Infrastrukturbetreiber SNCF Réseau schaltete die Oberleitung entlang der Strecke ab, um den Einsatzkräften sicheres Arbeiten in der Nähe des umgestürzten Waggons zu ermöglichen. Die Gemeindeverwaltung von Cléon öffnete einen örtlichen Saal, um unverletzte Fahrgäste aufzunehmen, die den Zug evakuiert hatten. Mélanie Delacour, die Bürgermeisterin von Cléon, bemerkte, dass die überlebenden Reisenden in einem Zustand schweren Schocks eintrafen. Die Polizei führte beim Lokführer obligatorische Alkohol- und Drogentests durch, beide ergaben negative Ergebnisse.
- Feuerwehrleute
- 130
- Polizeibeamte
- 50
- Einsatzfahrzeuge
- 80
Ermittlungen und politische Reaktionen
Die frühen Ermittlungen konzentrierten sich auf ein Schienenbauteil mit einem Gewicht zwischen 250 und 300 Kilogramm, das quer auf den Schienen liegend entdeckt wurde. Der Regionalpräsident der Normandie, Hervé Morin, behauptete, das Hindernis sei eine kriminelle Handlung gewesen, und betonte, dass ein anderer Zug eine Stunde zuvor denselben Streckenabschnitt ohne Zwischenfall befahren habe und dass in der Zwischenstunde keine Gleisbauarbeiten stattgefunden hätten. Auch der Bürgermeister von Nizza, Éric Ciotti, bezeichnete den Unfall als Ergebnis eines Anschlags und forderte strenge gerichtliche Strafen. Der Staatsanwalt Sébastien Gallois wies jedoch am Samstag Behauptungen eines Terroranschlags zurück und erklärte, es gebe keine Belege für Sabotage.
Es gibt keine Hinweise, die auf einen Anschlag hindeuten.
Gallois erläuterte, die Ermittler arbeiteten daran zu klären, wie das Schienenstück auf die Gleise gelangte, stellten jedoch fest, dass derzeit keine Anzeichen für Böswilligkeit vorlägen. SNCF Réseau gab bekannt, dass der Zugverkehr am Samstag nach Abschluss der vorläufigen Gleisinspektionen schrittweise wieder aufgenommen werde.
- Regionalzug TER mit 186 Fahrgästen entgleist bei Cléon zwischen Rouen und Caen
- Einsatzkräfte sichern die Unfallstelle, transportieren 44 Verletzte ab und schalten die Oberleitung ab
- Staatsanwalt Gallois erklärt, es gebe keine Hinweise auf einen Anschlag; Zugverkehr wird schrittweise wieder aufgenommen
