Regierung · Madrid und La Secuita
Spaniens Oberster Gerichtshof ordnet 2,5 Mio. € Entschädigung für zu Unrecht 18 Jahre inhaftierten Mann an
Ahmed Tommouhi verbrachte fast zwei Jahrzehnte im Gefängnis, bis DNA-Beweise ihn entlasteten und einen anderen Mann identifizierten. Der Oberste Gerichtshof entschied nun, der Justizirrtum sei „eindeutig und qualifiziert“ und berechtige ihn zu staatlicher Entschädigung.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von La Razón, EL MUNDO, LaVanguardia und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der Oberste Gerichtshof Spaniens ordnet an, dass der Staat Ahmed Tommouhi entschädigt, nachdem er zwischen 15 und 18 Jahren für Vergewaltigungen im Gefängnis saß, die er nicht begangen hat.
Das Prozessgericht hat einen Polizeibericht nicht berücksichtigt, der zeigte, dass das Sperma an der Kleidung des Opfers der Blutgruppe B angehörte, die mit Tommouhis genetischem Profil nicht vereinbar ist.
Das Sperma wurde später Antonio García Carbonell zugeordnet, einem Spanier, der Tommouhi äußerlich ähnlich sieht.
Sowohl das spanische Justizministerium als auch die Audiencia Nacional wiesen den Anspruch zunächst zurück und argumentierten, es liege kein krasser oder offensichtlicher Irrtum vor.
Der Oberste Gerichtshof befand, dass das Unterlassen eines objektiven Sachverständigengutachtens, das einen Freispruch erzwungen hätte, den logischen Prozess der richterlichen Überzeugungsbildung durchbrochen habe, womit die Voraussetzung für eine Staatshaftung erfüllt sei.
- Juni 2023Oberster Gerichtshof hebt Verurteilung wegen der Tat in Cornellá auf und stellt Unschuld fest.
- April 2025Audiencia Nacional lehnt Entschädigung wegen Justizirrtums ab.
- 18.06.Oberster Gerichtshof ordnet Zahlung von 2,5 Millionen Euro Entschädigung durch den Staat an.
Das Urteil
Das höchste Gericht Spaniens ordnete am Morgen an, dass der Staat Ahmed Tommouhi 2,5 Millionen Euro für den Schaden zahlen muss, der durch einen Justizirrtum entstanden ist, der ihn für Vergewaltigungen ins Gefängnis brachte, die er nicht begangen hatte. Die Entscheidung der Verwaltungskammer des Obersten Gerichtshofs hebt eine vorherige Ablehnung durch die Audiencia Nacional und das Justizministerium auf, die argumentiert hatten, es liege kein „krasser oder offensichtlicher“ Irrtum vor.
„Dieser Irrtum war entscheidend dafür, dass der Beschwerdeführer für einen außergewöhnlich langen Zeitraum – etwa 18 Jahre – seiner Freiheit beraubt blieb, und vollstreckte ein Urteil, das durch die Feststellung seiner Unschuld aufgehoben wurde, was eine Beeinträchtigung von maximaler Intensität des Grundrechts auf persönliche Freiheit darstellt.“
Die ignorierten Beweise
Im ursprünglichen Verfahren vor dem Provinzgericht Barcelona im Jahr 1992 ließen die Richter einen biologischen Sachverständigenbericht der Wissenschaftlichen Polizei zu, werteten ihn jedoch nicht aus. Der Bericht zeigte, dass Samenflecken an der Kleidung des Opfers der Blutgruppe B angehörten, einem genetischen Profil, das mit Tommouhi nicht vereinbar war. Die Verurteilung stützte sich fast ausschließlich auf die Aussage des Opfers und weniger schlüssige Blutanalysen.
„Es ergibt sich direkt, klar und eindeutig das Vorliegen eines qualifizierten Irrtums, gekennzeichnet durch das Unterlassen eines objektiven Sachverständigengutachtens, dessen Unvereinbarkeit mit der belastenden Hypothese, dessen Potenzial, das Urteil zu bestimmen, und dem daraus folgenden Zusammenbruch des logischen Prozesses der richterlichen Überzeugungsbildung.“
Später stellte sich heraus, dass das Sperma tatsächlich von Antonio García Carbonell stammte, einem spanischen Staatsbürger, der Tommouhi äußerlich sehr ähnlich sah.
Ein langer Weg durch die Instanzen
Die Ereignisse gehen auf November 1991 in mehreren Orten der Provinz Tarragona zurück: eine Vergewaltigung in Olesa am 5. November, eine weitere in Cornellá am 7. November sowie Vergewaltigungen in La Secuita und La Bisbal in der Nacht vom 9. auf den 10. November. Tommouhi wurde für die Taten in Olesa und Cornellá verurteilt. 1997 hob der Oberste Gerichtshof die Verurteilung für Olesa auf, die eine 51-jährige Haftstrafe nach sich gezogen hatte. Es dauerte bis Juni 2023, dass dasselbe Gericht auch die Verurteilung für Cornellá aufhob, die mit 24 Jahren und 22 Tagen bestraft worden war. Tommouhi saß von November 1991 bis April 2009 im Gefängnis – fast 18 Jahre, wobei einige Berichte aufgrund der gestaffelten Aufhebungen von 15 Jahren sprechen.
Der Kampf um Entschädigung
Nach dem Freispruch 2023 forderte Tommouhi 3.645.000 Euro vom Justizministerium nach den Grundsätzen der staatlichen Vermögenshaftung. Das Ministerium lehnte ab, und die Audiencia Nacional bestätigte die Ablehnung im April 2025 mit der Begründung, dass ein Wiederaufnahmebeschluss nicht automatisch einen entschädigungspflichtigen Justizirrtum begründe. Der Oberste Gerichtshof hat diese Argumentation nun verworfen und festgestellt, dass der Irrtum so grundlegend war, dass die Voraussetzung einer vorherigen formellen Feststellung eines Justizirrtums durch den Inhalt des Wiederaufnahmebeschlusses selbst erfüllt sei.
Breitere Bedeutung
Der Fall verdeutlicht die finanziellen Konsequenzen für den Staat, wenn Gerichte entlastende forensische Beweise missachten. Das Urteil stellt fest, dass allein die Dauer von Tommouhis Haft den Fall in den Bereich „außergewöhnlicher Schwere“ rückt. Es bekräftigt, dass die Nichtberücksichtigung eines objektiven, in das Verfahren eingeführten Sachverständigengutachtens, das einen Freispruch erzwungen hätte, einen qualifizierten Justizirrtum darstellt, der eine Entschädigung rechtfertigt.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- La RazónIndemnización de 2,5 millones a un hombre que fue absuelto de dos violaciones tras 18 años en prisión
- EL MUNDOEl Supremo condena al Estado a pagar 2,5 millones de euros a Ahmed Tommouhi, el hombre que pasó 15 años preso por un error judicial
- LaVanguardiaIndemnizan con 2,5 millones al hombre que pasó 18 años en la cárcel por una violación que no cometió
- europa pressEl Supremo condena al Estado a pagar 2,5 millones de euros a un...
- Ahmed Tommouhi
- Mann, der zu Unrecht wegen Vergewaltigung verurteilt und fast 18 Jahre inhaftiert war und später durch DNA-Beweise entlastet wurde.
- Antonio García Carbonell
- Spanischer Staatsbürger, dessen Sperma an der Kleidung des Opfers gefunden und dem Tatort zugeordnet wurde.
- Orte
- Madrid
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