Makroökonomie · Frankfurt
EZB erhöht Einlagensatz auf 2,25% – erste Zinserhöhung seit September 2023, um die durch den Iran-Krieg angeheizte Inflation von 3,2% zu bekämpfen
Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag ihren Leitzinssatz um einen Viertelprozentpunkt auf 2,25% erhöht – die erste Zinserhöhung seit fast drei Jahren –, während der Krieg im Iran die Straße von Hormus blockiert und die Energiepreise im gesamten Euroraum in die Höhe treibt.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Trouw, NOS, NRC und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die EZB hob den Einlagensatz von 2% auf 2,25% an und kehrte damit den Lockerungszyklus um, der auf die Straffung von 2022–2023 folgte.
Die Verbraucherpreise im Euroraum erreichten im Mai ein 33-Monats-Hoch, da die Energiekosten, angetrieben durch den Iran-Konflikt, die Inflation weit über das 2%-Ziel trieben.
Die über 100-tägige Schließung hat etwa 20% der weltweiten Öl- und Gasversorgung unterbrochen – der Hauptübertragungskanal für den Preisschock.
Die Märkte preisen zwei weitere Viertelprozentpunkte-Erhöhungen in diesem Jahr ein; das Basisszenario der EZB geht für 2026 von einer Inflation von 3% aus.
- 28.02.Israel und USA greifen Iran an; Iran blockiert Straße von Hormus
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- 11.06.EZB erhöht Einlagensatz auf 2,25% bei Frankfurter Sitzung
Der Beschluss
Am 11. Juni kündigte die EZB eine Erhöhung des Einlagensatzes um einen Viertelprozentpunkt von 2% auf 2,25% an. Es war die erste Zinsbewegung seit Juni 2025 und die erste Erhöhung seit September 2023. Der 29-köpfige Rat handelte, nachdem die Gesamtinflation im 21 Länder umfassenden Euroraum im Mai 3,2% erreicht hatte, weit über dem Zielwert von 2%.
„Der Krieg im Nahen Osten erzeugt Inflationsdruck, und der Beschluss zur Zinserhöhung ist robust gegenüber einer Reihe von Szenarien, wie sich der Schock entwickeln könnte.“
Was die Preise antrieb
Die Inflation lag im März und April bei nur 1,9% und damit nahe am Ziel. Doch der Konflikt, der begann, als Israel und die USA Ende Februar den Iran angriffen, blockiert die Straße von Hormus seit über 100 Tagen und unterbricht damit etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung. Die Energie- und Treibstoffkosten schossen in die Höhe und trieben die Verbraucherpreise im gesamten Block in die Höhe. In den Niederlanden erreichte die Inflation im Mai 3,5%.
Prognosen und Risiken
Das Basisszenario der EZB geht für 2026 von einer Gesamtinflation von 3% aus, die bis 2027 auf 2,3% und bis 2028 auf 2% sinken soll. Gleichzeitig senkte sie ihre Wachstumsprognose für die 21 Länder auf 0,8% und machte den Krieg für höhere Rohstoffpreise und schwächere Zuversicht verantwortlich. Präsidentin Christine Lagarde warnte, dass die Aussichten von der Intensität und Dauer des Energieschocks abhängen.
Reaktionen von Märkten und Banken
Die Finanzmärkte hatten diesen Schritt seit mindestens einem Monat erwartet, und mehrere belgische Banken – Argenta, BNP Paribas Fortis, VDK – hatten ihre Sparzinsen bereits leicht angehoben. Die meisten Analysten erwarten zwei weitere Viertelprozentpunkte-Erhöhungen in diesem Jahr, obwohl die Auswirkung auf Hypothekenzinsen wahrscheinlich begrenzt ist, da der Straffungspfad bereits eingepreist ist. Bert Colijn, Eurozonen-Ökonom bei der ING, sagte, der historisch vorsichtige Ansatz sei angesichts der schwachen Wirtschaft verständlich.
„Damals hatten wir eine stärkere Wirtschaft. Alle waren wegen Corona zu Hause eingesperrt und haben Geld gespart, weil wir nicht in den Urlaub fahren konnten. Jetzt ist die Wirtschaft nicht schlecht, aber auch nicht großartig, also ist die EZB vorsichtiger.“
Was das für Haushalte bedeutet
Sparer werden allmählich profitieren, während Kreditnehmer mit höheren Kosten konfrontiert sind. Indem die EZB Kredite verteuert, will sie die Nachfrage abkühlen und damit die Preise eindämmen. Colijn merkte jedoch an, dass eine geldpolitische Straffung keine Seestraße öffnen könne. Das größere Ziel sei, eine Wiederholung des politischen Fehlers nach der Invasion der Ukraine zu vermeiden, als die Zentralbank zu spät handelte und die Kontrolle über die Inflationserwartungen verlor.
„Eine Zinserhöhung wird die Straße von Hormus nicht öffnen. Dennoch ist es wichtig, dass die EZB handelt. Vor vier Jahren waren sie mit Zinserhöhungen zu spät, und diesen Fehler wollen sie nicht wiederholen.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Christine Lagarde
- Präsidentin der Europäischen Zentralbank
- Olaf Sleijpen
- Präsident der De Nederlandsche Bank und Mitglied des EZB-Rats
- Bert Colijn
- Eurozonen-Ökonom bei der ING
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