Éric Zemmour bestätigt Kandidatur für französische Präsidentschaftswahl 2027 und skizziert Remigrationsprogramm
Der Reconquête-Vorsitzende Éric Zemmour gab am 17. September 2026 bekannt, dass er bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 antreten wird, und legte Vorschläge zur Abschiebung arbeitsloser Ausländer und zum Abbau von 800.000 Stellen im öffentlichen Dienst vor.
Ankündigung der Kandidatur im Fernsehen
Der Reconquête-Vorsitzende Éric Zemmour gab am 17. September 2026 bekannt, dass er bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 kandidieren wird, und zwar in der BFMTV-Sendung Face à BFM. Der 68-jährige ehemalige Journalist beendete interne Spekulationen in der Partei, indem er bestätigte, dass er und nicht die Europaabgeordnete Sarah Knafo das Reconquête-Ticket anführen wird.
Ich bin Kandidat für die Präsidentschaft der Republik, ich werde bei der Präsidentschaftswahl kandidieren.
Während Zemmour seine Ankündigung als Teil eines aktiven Kandidaturprozesses charakterisierte, deutete sein Wahlkampfteam an, dass eine formelle Erklärung später im Herbst, wahrscheinlich im Oktober, folgen wird. Mit Blick auf seinen Präsidentschaftswahlkampf 2022, bei dem er im ersten Wahlgang mit 7,07 % der Stimmen den vierten Platz belegte, bezeichnete Zemmour dieses Ergebnis im Vergleich zu früheren Umfragen als Enttäuschung, aber für einen politischen Neuling bemerkenswert. Er erklärte, dass es seinem ersten Wahlkampf an Parteistruktur, Unterschriften und einem vorbereiteten Programm mangelte, während Reconquête im vergangenen Jahr daran gearbeitet habe, ein lokales Netzwerk aufzubauen und politische Maßnahmen zu entwerfen. Knafo, die auch Zemmours Partnerin ist, wird ihn in dem, was er eine kohärente politische Partnerschaft nannte, im Wahlkampf begleiten.
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Remigrations- und Einwanderungsvorschläge
Zemmour stellte die Remigration in den Mittelpunkt seines Programms für 2027 und plädierte für die aktive Abschiebung mehrerer Kategorien von Ausländern aus Frankreich. Er forderte die Entfernung aller ausländischen Häftlinge und behauptete, dass diese 25 % der französischen Gefängnisinsassen ausmachten. Die vorgeschlagenen Abschiebungen sollten auch ausländische Straftäter außerhalb der Gefängnismauern betreffen, darunter Personen, die unter elektronischer Überwachung stehen oder zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurden.
Über verurteilte Personen hinaus skizzierte Zemmour Abschiebemaßnahmen gegen irreguläre Migranten, Menschen, die vollständig von Sozialhilfe abhängig sind, und langzeitarbeitslose Ausländer. Er legte eine Ein-Jahres-Schwelle der Arbeitslosigkeit fest, nach der Ausländer, auch solche mit legalem Aufenthaltsstatus, mit einer obligatorischen Abschiebung rechnen müssten. Um den Arbeitskräftebedarf ohne Einwanderung zu decken, verwies Zemmour auf technologische Automatisierung. Er wiederholte Argumente einer Sonntagskundgebung in Yvelines und behauptete, dass Fortschritte in der künstlichen Intelligenz und Robotik Einwandererarbeit in der französischen Wirtschaft ersetzen könnten.
Finanzpolitisches Programm und Ausgabenkürzungen
In der Wirtschaftspolitik kritisierte Zemmour die fiskalischen Maßnahmen, die der Regierungsbeamte Sébastien Lecornu am 17. September vorgestellt hatte. Lecornu hatte einen Plan skizziert, der Einsparungen von 54 Milliarden Euro bei den Staats- und Sozialversicherungsausgaben für das Haushaltsjahr 2027 vorsieht. Zemmour wies diesen Plan als unzureichendes Flickwerk zurück, das nur darauf abziele, 39 Milliarden Euro an Ausgabensteigerungen auszugleichen, die sich aus der Verschuldung der beiden vorangegangenen Präsidentschaftsperioden angesammelt hätten.
- Haushaltseinsparungen von Lecornu
- 54 Mrd. €
- Von Zemmour vorgeschlagene Kürzungen
- 140 Mrd. €
Zemmour präsentierte einen alternativen Finanzplan, den er mit Knafo entwickelt hatte und der Einsparungen von 140 Milliarden Euro bei den öffentlichen Ausgaben über eine fünfjährige Amtszeit vorsieht. Die vorgeschlagenen Kürzungen umfassen die Streichung der personalisierten Wohnhilfe (APL) für Ausländer und den Abbau von 800.000 Stellen im öffentlichen Dienst über fünf Jahre. Während der abendlichen Sendung verteidigte Zemmour sein finanz- und sozialpolitisches Programm auch in einer direkten Fernsehdebatte gegen Jean-François Copé und behandelte Themen von Treibstoffpreisen bis zur Staatsverschuldung.


