
Mattarella nimmt an Gedenkfeier in Andria teil – zehn Jahre nach Zugunglück in Apulien mit 23 Toten
Staatspräsident Sergio Mattarella legte einen Kranz nieder und begrüßte die Angehörigen der Opfer in Andria zum zehnten Jahrestag des Frontalzusammenstoßes, bei dem auf der eingleisigen Strecke Andria–Corato 23 Menschen ums Leben kamen und 51 verletzt wurden.
Zeremonie am Bahnhof Andria
Staatspräsident Sergio Mattarella nahm am 12. Juli 2026, genau zehn Jahre nach dem Zugunglück der Ferrotramviaria, an der Gedenkfeier in Andria teil. Er wurde vom Präsidenten der Region Apulien, Antonio Decaro, und der Bürgermeisterin von Andria, Giovanna Bruno, empfangen. Um 11:05 Uhr Ortszeit läuteten die Glocken 23 Mal, während die Namen der 23 Opfer verlesen wurden. Mattarella legte anschließend einen Blumenkranz am Mahnmal nieder und schüttelte persönlich die Hände von Angehörigen und Überlebenden. Ein Familienmitglied begrüßte das Staatsoberhaupt unter Tränen.
Es gibt genaue Verantwortlichkeiten.
Der Zusammenstoß von 2016
Am 12. Juli 2016 kollidierten zwei Regionalzüge auf dem eingleisigen, von Ferrotramviaria betriebenen Abschnitt Andria–Corato frontal. Die Strecke wurde mit einem Fernsprechblockverfahren betrieben, bei dem die Fahrdienstleiter Telegramme austauschten, um Abfahrten zu genehmigen. Laut Anklage gab der Fahrdienstleiter von Andria, Vito Piccarreta, um 10:45 Uhr die Freigabe für den Zug ET1016 aus Corato, schickte aber um 11:00 Uhr den Zug ET1021 in Richtung Corato ab, ohne auf die Ankunft des entgegenkommenden Zuges zu warten. Die beiden Züge trafen um 11:05 Uhr mit hoher Geschwindigkeit aufeinander. Bei dem Unglück kamen 23 Menschen ums Leben, 51 wurden verletzt.
Gerichtsverfahren
In erster und zweiter Instanz führte das Gericht den Unfall auf menschliches Versagen zurück. Fahrdienstleiter Vito Piccarreta wurde zu 6 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilt, der Zugführer Nicola Lorizzo, der sich im aus Andria abfahrenden Zug befand, erhielt eine Strafe von 6 Jahren und 9 Monaten. Ferrotramviaria wurde von der verwaltungsrechtlichen Haftung freigesprochen, die übrigen 14 Angeklagten wurden freigesprochen. Der Fall soll am 7. Oktober 2026 vor dem Kassationsgerichtshof verhandelt werden.
- Frontalzusammenstoß auf der Strecke Andria–Corato fordert 23 Tote und 51 Verletzte.
- Strecke nach siebenjähriger Sperrung wiedereröffnet, nun zweigleisig.
- Staatspräsident Mattarella nimmt an Gedenkfeier zum 10. Jahrestag in Andria teil.
- Verhandlung vor dem Kassationsgerichtshof für die beiden verurteilten Eisenbahner angesetzt.
Folgen und Wiederaufnahme des Betriebs
Der Zugverkehr auf der Strecke Andria–Corato wurde unmittelbar nach dem Unglück eingestellt. Er wurde erst am 3. April 2023, fast sieben Jahre später, wieder aufgenommen, nachdem die eingleisige Strecke durch eine zweigleisige Konfiguration ersetzt worden war. Der Gedenkgottesdienst zum zehnten Jahrestag lenkte die nationale Aufmerksamkeit auf das langsame Tempo der Infrastrukturmodernisierung auf Regionalstrecken.


