
Zdziebło holt Silber im Marathon-Gehen bei Europameisterschaften, Fiorini stellt Weltrekord auf
Katarzyna Zdziebło sicherte sich Silber im Marathon-Gehen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham und stellte dabei mit 3:19:50 einen polnischen Rekord auf. Sie lag hinter Italiens Sofia Fiorini, die in einer Weltrekordzeit von 3:15:11 gewann.
Zdziebło holt Silber im Marathon-Gehen
Katarzyna Zdziebło gewann die Silbermedaille im Marathon-Gehen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham und belegte den zweiten Platz hinter Italiens Sofia Fiorini. Fiorini überquerte die Ziellinie in 3:15:11, einem Weltrekord für diese Distanz, während Zdziebło 3:19:50 erzielte, ein neuer polnischer Rekord und die zweitschnellste Zeit in der kurzen Geschichte des Marathon-Gehens. Spaniens Raquel Gonzalez holte Bronze.
Das Rennen entwickelte sich in der Anfangsphase zu einem Dreikampf, als Zdziebło, Fiorini und eine zweite Italienerin, Eleonora Anna Giorgi, sich vom Feld absetzten. Nach 25 km führten Zdziebło und Fiorini vor Gonzalez mit einer Minute und 17 Sekunden Vorsprung. Die entscheidende Aktion erfolgte um die 30-km-Marke, als Fiorini beschleunigte und begann, eine Lücke zu reißen. Zdziebło entschied sich, nicht nachzugehen, und behielt ihren eigenen Rhythmus bei, während die Italienerin ihren Vorsprung allmählich ausbaute.
- Dreiköpfige Führungsgruppe bildet sich: Zdziebło, Fiorini und Giorgi setzen sich vom Feld ab
- Zdziebło und Fiorini führen vor Gonzalez mit 1 Minute 17 Sekunden Vorsprung
- Fiorini greift an und reißt eine Lücke; Zdziebło hält ihren eigenen Rhythmus
- Abstand zwischen Fiorini und Zdziebło erreicht eine Minute; Gonzalez schließt auf, aber Zdziebło kontert
- Zdziebło in der Krise, über drei Minuten hinter Fiorini; Gonzalez kommt näher
- Fiorini gewinnt in 3:15:11 (Weltrekord); Zdziebło Zweite in 3:19:50 (polnischer Rekord)
Rennverlauf und späte Krise
Bis zum 35. Kilometer war der Rückstand auf eine volle Minute angewachsen. Gonzalez kam Zdziebło kurzzeitig näher, doch die Polin erhöhte ihr Tempo und stellte den Abstand zur Spanierin wieder her. Etwa 10 km vor dem Ziel stabilisierten sich die Positionen, wobei Fiorini auf jeder Runde weiter davonzog. An der 40-km-Marke geriet Zdziebło in eine ernsthafte Krise, verlangsamte merklich und fiel mehr als drei Minuten hinter die Führende zurück, während Gonzalez erneut aufschloss. Sie überstand die schwierige Phase und hielt den zweiten Platz.
- Sofia Fiorini (ITA)
- 11711 s
- Katarzyna Zdziebło (POL)
- 11990 s
Neue Ära für das Gehen
World Athletics hat die Gehstrecken ab 2026 neu strukturiert und die 20-km- und 35-km-Wettbewerbe, die bei den letztjährigen Weltmeisterschaften in Tokio ausgetragen wurden, durch Halbmarathon- (21,0975 km) und Marathon-Distanzen (42,195 km) ersetzt. Die Meisterschaft in Birmingham ist die erste Europameisterschaft, die unter dem neuen Format ausgetragen wird.
Für die 29-Jährige aus Mielec ist die Medaille ihr zweites europäisches Silber, zusätzlich zu dem Silber über 20 km, das sie bei den Meisterschaften 2022 in München gewann. Im selben Jahr holte sie auch Doppel-Weltmeisterschaftssilber über 20 km und 35 km bei den Weltmeisterschaften in Eugene.
Vierte Medaille für Polen in Birmingham
Zdziebłos Silber ist Polens vierte Medaille bei diesen Meisterschaften. Ewa Swoboda und Pia Skrzyszowska gewannen zuvor jeweils Silber, und Jakub Szymański holte Bronze. Skrzyszowskas Silber kam über 100 m Hürden.
Marathon der Männer und weitere Ergebnisse
Italien feierte einen Doppelsieg im Marathon, als Massimo Stano das Männerrennen in 2:56:49 gewann, acht Sekunden vor Spaniens Miguel Angel Lopez. Frankreichs Aurelien Quinon wurde Dritter in 2:59:29. Der Ungar Bence Venyercsan war auf dem Weg zu Bronze, wurde aber von den Kampfrichtern einige Dutzend Meter vor dem Ziel wegen einer weiteren Regelwidrigkeit gestoppt. Er absolvierte die Distanz, wurde aber als Sechster gewertet.
Im kürzeren Geh-Wettbewerb der Männer belegte Polens Maher Ben Hlima den neunten Platz in 1:26:14, fast drei Minuten hinter dem Sieger Paula McGrath aus Spanien.


