KI-generiert·Mehr erfahren
© EL MUNDO
Regierung·vor 3 Std.

Schmuck aus Zapateros Büro auf 1,3 Millionen Euro geschätzt – weit über den ursprünglichen Angaben; Sprecher entschuldigt sich

Eine gerichtlich angeordnete Schätzung von Schmuckstücken, die aus dem Bürotresor des früheren spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero beschlagnahmt wurden, hat einen Wert von 1,3 Millionen Euro ergeben und liegt damit weit über der früheren Schätzung seines Teams von 30.000 bis 50.000 Euro.

Der Schätzschock

Am 12. Juni kamen der Juwelier Ansorena und das Spanische Gemmologische Institut, die im Auftrag des Richters der Audiencia Nacional, José Luis Calama, arbeiteten, zu dem Schluss, dass die Sammlung von Halsketten, Armbändern, Ohrringen und Ringen aus Zapateros Bürotresor in Madrid 1,3 Millionen Euro wert ist. Die Sammlung umfasst Rubine, Saphire, Smaragde und Diamanten; der Bericht stellt fest, dass 90 % der Rubine und Saphire einer Wärmebehandlung unterzogen und die Smaragde geölt wurden, um das Aussehen zu verbessern. Diese Zahl stellt eine dramatische Steigerung gegenüber den 30.000 bis 50.000 Euro dar, die Zapateros bevollmächtigter Sprecher Luis Arroyo in früheren Medienauftritten genannt hatte, wobei er die Stücke einer familiären Erbschaft von Zapateros Frau Sonsoles Espinosa und Reisegeschenken zuschrieb.

Arroyos Entschuldigung

Nachdem die offizielle Schätzung bekannt geworden war, veröffentlichte Arroyo eine Erklärung in den sozialen Medien.

Ich entschuldige mich in meinem eigenen Namen dafür, dass ich über den Wert des Schmucks von Präsident Zapatero in die Irre geführt habe. Er wird dem Richter auch dazu Erklärungen abgeben. Ich versuche stets, ehrlich und wahrheitsgemäß zu informieren. Ich kann mir Kommunikation nicht anders vorstellen.

Zuvor hatte er darauf bestanden, dass ein Experte die Stücke auf die niedrigere Spanne geschätzt habe, und Andeutungen zurückgewiesen, es handele sich um „die Juwelen der Kaiserin Sisi“.

Politische Folgen

Die Kluft zwischen den beiden Schätzungen löste sofortige Reaktionen der oppositionellen Volkspartei (PP) aus. Die PP-Fraktionssprecherin im Abgeordnetenhaus, Ester Muñoz, beschuldigte Zapatero der Lüge und brachte die Diskrepanz mit dem Versuch in Verbindung, etwas zu verbergen.

Nur jemand, der etwas zu verbergen hat, lügt. Wir müssen wissen, woher sie stammen, wer sie ihm gegeben hat und warum er keine Steuern darauf gezahlt hat.

Die regierende Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) verhielt sich zurückhaltender: Parteiquellen teilten Europa Press mit, man müsse zunächst Zapateros Erklärungen abwarten; interne Disziplinarverfahren seien vorerst nicht geplant.

Medienwirbel

Die Enthüllung löste scharfe Kommentare im spanischen Fernsehen und Radio aus. Nacho Abad, Moderator von Cuatros En boca de todos, gratulierte der Familie Zapatero sarkastisch und nannte den früheren Regierungschef „Zapatero den Lügner, den Falschen, den Betrüger“. Radiojournalist Carlos Alsina beschrieb die PSOE-Zentrale als „einen Themenpark der Fassungslosigkeit“ und wies darauf hin, dass Zapatero sich selbst noch nicht öffentlich zu dem Schmuck geäußert habe. Beide Sendungen zeigten Beiträge, die die frühere Erbschaftsbehauptung der 1,3-Millionen-Euro-Zahl gegenüberstellten.

Juristischer Zeitplan und der Fall Plus Ultra

Der Schmuck wurde bei einer Durchsuchung der Wirtschafts- und Steuerfahndung (UDEF) am 19. Mai 2026 beschlagnahmt. Die Durchsuchung war Teil des umfassenderen „Plus-Ultra-Falls“, in dem gegen Zapatero wegen mutmaßlicher Einflussnahme im Zusammenhang mit einer 53-Millionen-Euro-Staatsbürgschaft für die Fluggesellschaft Plus Ultra während der Pandemie ermittelt wird. Richter Calama lud Zapatero für Mittwoch, den 17. Juni, und Donnerstag, den 18. Juni, zur Aussage vor die Audiencia Nacional; bei dieser Sitzung wird nun voraussichtlich sowohl die Herkunft des Schmucks als auch seine Rolle bei der Rettungsaktion thematisiert.

Zeitleiste der Beschlagnahme und Bewertung von Zapateros Schmuck
  1. UDEF durchsucht Zapateros Büro; Schmuck aus dem Tresor beschlagnahmt
  2. Schätzung von Ansorena/IGE veröffentlicht: 1,3 Millionen Euro; Arroyo entschuldigt sich
  3. Zapatero soll mit der Aussage vor Richter Calama beginnen
Madrid

8 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft