
Zapatero wegen Steuerbetrugs und Schmuggels nach Fund von Schmuck im Wert von 1,3 Mio. Euro unter Untersuchung
Ein spanischer Richter hat ein separates Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs und Schmuggels eingeleitet, nachdem in einem Safe in seinem Büro Schmuck im Wert von 1,32 Millionen Euro gefunden wurde.
Entdeckung und Bewertung
Eine gerichtlich angeordnete Durchsuchung des Madrider Büros des ehemaligen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero am 19. Mai förderte einen Schmuckvorrat zutage, dessen vorläufige fachmännische Bewertung sich auf insgesamt 1.323.915 Euro beläuft. Zu den Gegenständen gehören eine 18-karätige Weißgoldkette „mit Diamanten besetzt“ und zwei natürliche Sambia-Smaragde (278.000 Euro), eine thailändische Saphirkette (220.000 Euro), eine Rubinkette (155.000 Euro) sowie mehrere Armbänder, Ohrringe und Ringe, die meist unter 100.000 Euro liegen, wobei einige Stücke als Modeschmuck eingestuft wurden.
- Kette: Diamanten + zwei Smaragde
- 278000 €
- Kette: Thailändische Saphire
- 220000 €
- Kette: Rubine
- 155000 €
- Armband: Smaragde
- 95000 €
- Ohrringe: 18-karätiges Weißgold
- 80000 €
- Armband: Thailändische Saphire
- 80000 €
- Armband: Rubine
- 72000 €
Rechtliche Schritte
Richter José Luis Calama von der Audiencia Nacional hat ein separates Verfahren im Rahmen der breiter angelegten Plus-Ultra-Untersuchung eröffnet und erklärt, dass der Besitz von Luxusgütern, deren Steuerweg nicht nachvollziehbar sei, „ein objektives und rationales Indiz für einen möglichen erheblichen Steuerbetrug darstelle“. Er hat Zapatero für den 17. und 18. Juni zur Aussage vorgeladen, den bereits für das Hauptverfahren festgelegten Terminen. Die Anordnung des Richters nennt mögliche Verstöße gegen die Mehrwertsteuer, die Übertragungssteuer, die Erbschafts- und Schenkungssteuer sowie die Einkommensteuer und schließt Schmuggelvorwürfe nicht aus.
- UCO-Durchsuchung von Zapateros Madrider Büro fördert Schmuck in einem Safe zutage.
- Richter Calama eröffnet separates Ermittlungsverfahren wegen Steuerbetrugs und Schmuggels, legt Aussagetermine auf den 17. und 18. Juni fest.
- Zapatero soll vor der Audiencia Nacional aussagen.
Politische Reaktion innerhalb der PSOE
Die Sozialistische Partei hat sich öffentlich um ihren letzten ehemaligen Ministerpräsidenten geschart und alle aufgefordert, seinen Gerichtstermin abzuwarten. Im privaten Kreis breitet sich Unbehagen aus. Ein Ex-Minister sagte der La Razón, die Schlagzeilen kämen Zapateros „politischem Tod gleich – sie töten ihn und sein Vermächtnis“. Ein Parteifunktionär fasste die Stimmung gegenüber Infolibre zusammen: „Das sieht nicht gut aus und vor allem passt es nicht zu dem Zapatero, den wir verteidigen – er war unser großer moralischer Leuchtturm.“ Die Führung besteht dennoch darauf, dass er nächste Woche alles erklären werde.
Diese Titelseiten töten ihn und sein Vermächtnis.
Regierungs- und Steuerexpertenansichten
Moncloa-Quellen teilten laSexta mit, sie glaubten, dass eine mögliche Steuerstraftat vor 2012 begangen worden sei und daher verjährt sei, und bezeichneten den Fall als „Kartenhaus“, das zusammenbrechen werde. Der Sprecher der Gewerkschaft der Finanztechniker Gestha, José María Mollinedo, sagte gegenüber Europa Press, wenn Zapatero nachweisen könne, dass er den Schmuck vor dem 12. Mai 2021 besessen oder von jemandem geerbt habe, der vor dem 12. Dezember 2020 verstorben sei, wäre die Straftat verjährt. Sollte er jetzt eine verspätete Steuererklärung nachreichen, müsste er etwa 536.000 Euro zuzüglich Zinsen zahlen und könnte einer formellen Anklage entgehen.
Der Besitz von Luxusgütern von hohem Wert zusammen mit dem Fehlen einer steuerlichen Rückverfolgbarkeit hinsichtlich ihres Erwerbs stellt ein objektives und rationales Indiz für einen möglichen erheblichen Steuerbetrug dar.
Breitere Linke und nächste Schritte
Der Co-Sprecher von Podemos, Pablo Fernández, bezeichnete die Enthüllung als „unhaltbar“ und sagte, Zapatero „falle als Bezugspunkt für die Linke weg“. Zapateros eigener Sprecher, Luis Arroyo, entschuldigte sich dafür, dass er den Wert des Schmucks auf nur 30.000–50.000 Euro beziffert hatte. Der Gerichtstermin des Ex-Premiers am 17. und 18. Juni dürfte nun ein entscheidender Moment für seine politische Zukunft sein.


