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Kurz gefasst
Rémy Wyssmann, 59, hat seine Kandidatur am Mittwoch, 21. Oktober, in Solothurn bekannt gegeben und ist damit nach der Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz die zweite erklärte Kandidatin.
Kandidaturen sind bis Freitag, 23. Oktober, 12.00 Uhr, einzureichen, das offizielle Ticket soll am 20. November vorliegen, die Bundesversammlung stimmt am 9. Dezember ab, die Nachfolge tritt ihr Amt am 1. Januar an.
SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi will ein Ticket mit mindestens zwei Namen, die SVP Waadt will den Sitz an eine französischsprachige Kandidatur vergeben – andernfalls wäre Elisabeth Baume-Schneider ab Anfang nächsten Jahres die einzige Westschweizer Bundesrätin.
Natalie Rickli, Esther Friedli, Marcel Dettling, Pascal Schmid und Christian Imark, der am Dienstag, 20. Oktober, seinen Verzicht erklärte, haben alle abgesagt.
- 20.11.SVP-Fraktion benennt voraussichtlich das offizielle Ticket
- 9.12.Bundesversammlung wählt Parmelins Nachfolge
- 1.01.Gewählte Nachfolge tritt ihr Amt an
Eine überraschende Kandidatur aus Solothurn
Rémy Wyssmann, ein 59-jähriger SVP-Nationalrat aus Solothurn, hat am Mittwoch, 21. Oktober, bekannt gegeben, dass er für den Bundesrat kandidiert. Er informierte die Medien in Solothurn, wo er seit 2024 die kantonale SVP präsidiert. Der Anwalt mit eigener Kanzlei sitzt seit 2023 im Nationalrat und ist Mitglied der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit. Zuvor war er von 2017 bis 2023 im Solothurner Kantonsrat und von 2016 bis 2023 Gemeinderat in Kriegstetten. Er beschreibt sich selbst als Staatskritiker und sagt, er wolle mindestens zwei Legislaturperioden amten, um das Vertrauen in die Regierung wiederherzustellen.
„Ich will den Bürgerinnen und Bürgern das Vertrauen in unsere Institutionen zurückgeben.“
Eine Bilanz der Auseinandersetzungen mit der Kantonsregierung
Wyssmann profilierte sich in Solothurn durch wiederholte Kampagnen gegen kantonale Abstimmungsvorlagen, von denen er mehrere erbittert bekämpfte. Er organisierte Referenden, half mit, kostspielige Investitionen zu Fall zu bringen, und reichte Klagen gegen die Regierung ein. Zudem nutzte er das Öffentlichkeitsgesetz, um Dokumente zu veröffentlichen, die die Kantonsregierung in ungünstigem Licht erscheinen ließen. Die Staatskanzlei Solothurn warf den Nein-Komitees in den Abstimmungskämpfen vom September 2025 und vom Februar 2026 vor, Desinformation zu verbreiten – Wyssmann saß in beiden Komitees. Er reklamiert für sich eine Beschwerde, die das Bundesverwaltungsgericht dazu brachte, die vollständige Offenlegung der Covid-Impfstoffverträge anzuordnen, die das Bundesamt für Gesundheit anschließend ungeschwärzt veröffentlichte. Auch im Parlament sprach er oft über den Fixpreis des F-35 und verlangte Klarheit darüber, wer die Verantwortung trägt. Innerhalb der SVP-Fraktion in Bern gehört er jedoch nicht zum engsten Führungskreis, fällt aber durch die Zahl seiner Vorstöße auf.
Wyssmann wandte sich auch direkt an die Westschweiz. An der Pressekonferenz sprach er teilweise Französisch und verwies auf den Westschweizer Sitz von Guy Parmelin.
„Ich verpflichte mich, auf Französisch zu arbeiten und nicht nur auf Französisch Hallo zu sagen.“
Das Rennen und der Westschweizer Sitz
Céline Amaudruz, Nationalrätin aus Genf, hatte ihre Kandidatur bereits erklärt und ist die einzige weitere Person, die formell im Rennen ist. Christian Imark, ebenfalls aus Solothurn, sagte am Dienstag, 20. Oktober, dass er nicht antreten werde. Zu den Absagenden gehören Natalie Rickli, Esther Friedli, SVP-Präsident Marcel Dettling und Pascal Schmid. Thomas Aeschi, der SVP-Fraktionschef in den eidgenössischen Räten, sagte dem Radio SRF, er wolle ein Ticket mit mindestens zwei Namen. Die SVP Waadt argumentiert, Parmelins Sitz müsse an eine Person aus der französischsprachigen Schweiz gehen. Andernfalls wäre Elisabeth Baume-Schneider aus dem Kanton Jura ab Anfang nächsten Jahres das einzige französischsprachige Mitglied des Bundesrats.
Der Fahrplan bis zur Wahl vom 9. Dezember
Kandidaturen können bis Freitag, 23. Oktober, 12.00 Uhr, bei der Findungskommission der SVP eingereicht werden. Die Kommission leitet ihren Vorschlag bis zum 13. November an die Fraktionsleitung weiter. Die SVP-Fraktion der eidgenössischen Räte dürfte das offizielle Ticket am 20. November beschließen. Die Bundesversammlung wählt Parmelins Nachfolge am 9. Dezember, das neue Mitglied tritt sein Amt am 1. Januar an. Guy Parmelin hatte seinen Rücktritt aus dem Bundesrat per Ende Jahr angekündigt.