
Retter befreien 11-jährigen Jungen lebend aus Trümmern in Venezuela – 70 Stunden nach Doppelbeben
Suchmannschaften im Norden Venezuelas haben am Samstag einen 11-jährigen Jungen aus einem eingestürzten Gebäude in Caraballeda befreit – die zweite erfolgreiche Rettung eines Minderjährigen, seit zwei schwere Erdbeben am Mittwoch das Land erschütterten.
Dramatische Rettung in Caraballeda
Kolumbianische Such- und Rettungsspezialisten der Einheit USAR Colombia 1 befreiten zusammen mit Feuerwehrleuten aus Bogotá den elfjährigen Moises, nachdem er etwa 70 Stunden unter Trümmern eingeschlossen war. Der Einsatz in der Küstenstadt Caraballeda, nördlich von Caracas, erfolgte drei volle Tage, nachdem Doppelbeben der Stärke 7,2 und 7,5 Teile Venezuelas verwüstet hatten. Der Rettung war bereits die Bergung eines Neugeborenen aus eingestürzten Gebäuden vorausgegangen – ein seltenes Zeichen der Hoffnung angesichts einer erschütternden Zahl von Todesopfern.
Vor wenigen Minuten wurde ein elfjähriger Junge in Caraballeda gerettet. In diesem Moment ist jedes Leben eine Quelle der Hoffnung für Venezuela.
Die Interimspräsidentin Delcy Rodríguez teilte auf der Social-Media-Plattform X ein Video des Moments, als der Junge befreit wurde. Das kolumbianische Verteidigungsministerium bestätigte, dass sein USAR-Team Moises lebend geortet hatte, und erklärte, der Erfolg „gibt Hoffnung und stärkt die Bemühungen, weitere Überlebende zu finden und zu retten.“
Die menschliche und materielle Bilanz
Parlamentspräsident Jorge Rodríguez, Bruder der Interimspräsidentin, teilte am Freitag dem Staatsfernsehen mit, dass 1.430 Todesfälle bestätigt und 3.238 Menschen verletzt seien. Weitere 3.100 Menschen wurden obdachlos, und 430 Nachbeben erschüttern die Region seit den ersten Beben. Einige Medien berichteten, dass mindestens 50.000 Einwohner weiterhin vermisst werden, obwohl die Behörden die Zahl der Vermissten nur mit „Zehntausenden“ angaben und erklärten, die genaue Zahl sei drei Tage nach der Katastrophe noch unklar. Mehr als 70.000 Familien haben inzwischen staatliche Hilfe erhalten.
- Zwei Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 erschüttern Nordvenezuela
- 430 Nachbeben registriert; Zahl der Todesopfer übersteigt 1.000
- Rettungsteams aus 24 Ländern treffen ein; 2.741 Einsatzkräfte vor Ort
- Elfjähriger Junge nach 70 Stunden unter Trümmern in Caraballeda lebend geborgen
Internationale Hilfe mobilisiert
Die Behörden teilten mit, dass bis Samstagabend 24 Länder Hilfe entsandt hatten und 2.741 ausländische Rettungskräfte in die venezolanischen Such- und Rettungsaktionen integriert worden waren. Das kolumbianische USAR-1-Team gehörte zu den ersten Spezialeinheiten, die eintrafen. Experten warnen, dass die Überlebenschancen nach 72 Stunden drastisch sinken, obwohl einige Studien zeigen, dass Rettungen auch fünf oder sechs Tage nach einem Gebäudeeinsturz noch erfolgreich sein können.
Eine zerbrechliche Hoffnung
Moises ist das zweite Kind, das seit den Erdbeben lebend gerettet wurde. Jede weitere Bergung stärkt die Moral der rund um die Uhr arbeitenden Einsatzkräfte, auch wenn das Ausmaß der Katastrophe immer deutlicher wird. Tausende werden noch vermisst, und das Zeitfenster für die Suche nach Überlebenden schließt sich. Das Überleben des Jungen wird sowohl von Behörden als auch von der Bevölkerung als starkes Symbol dafür gewertet, dass die Rettungsbemühungen fortgesetzt werden müssen.


