
Protestierende in Málaga und Cádiz ziehen gegen explodierende Mieten und niedrige Löhne auf den Straßen, während sich die Wohnungskrise in Andalusien verschärft
Tausende gingen am Samstag in Málaga und Cádiz auf die Straße und forderten Maßnahmen gegen einen Wohnungsmarkt, der die Mieten an der Costa del Sol um ein Drittel in die Höhe getrieben und die Erschwinglichkeit in der gesamten Region aufgehoben hat.
Kundgebungen in ganz Andalusien
Gleichzeitige Proteste in Málaga, Cádiz und Córdoba markierten die vierte Mobilisierung gegen die Wohnungskrise, die die Costa del Sol und darüber hinaus erfasst hat. In Málaga schätzten die Organisatoren die Menschenmenge auf über 25.000, während ein separater Marsch in Cádiz rund 500 Menschen anzog. Der gemeinsame Slogan aller Versammlungen war „ni alquileres por las nubes ni salarios por los suelos“ – weder himmelhohe Mieten noch Bodenlöhne.
Die Málaga-Demonstration startete auf der Plaza de la Merced, einem Viertel, in dem 81 % der Wohnungen Ferienwohnungen sind, und zog durch das historische Zentrum zur Plaza de la Constitución. Es war die vierte große Kundgebung, die von der Plattform Málaga para Vivir seit Juni 2024 einberufen wurde, Teil eines von den Teilnehmern sogenannten eskalierenden „Zyklus der Kämpfe“, der fortgesetzt wird, bis strukturelle Veränderungen erreicht sind.
Málagas Abwärtsspirale und der Ruf nach einem Generalstreik
Lula Mir, eine Sprecherin der Organisatoren, sagte Reportern, dass die Wohnungskrise einen Bruchpunkt erreicht habe.
Die Wohnungskrise hat jeden Aspekt des Lebens berührt, sie zerstört das Gebiet, und die Bewohner werden vertrieben, während große Investoren abkassieren.
- Erste Massenkundgebung gegen die Wohnungskrise in Málaga
- Zweite Demonstration unter derselben Plattform
- Dritter Protest; Organisatoren berichten von wachsender Teilnahme
- Vierter und größter Marsch zieht 25.000 an, Aufruf zum Generalstreik
Die Plattform kündigte an, einen Prozess in Richtung eines Generalstreiks für Wohnraum einzuleiten, und beklagte, dass die Institutionen wüssten, wie man Mieten regulieren könne, aber nicht handelten. Alberto Martín fügte hinzu, dass die „Touristifizierung“ des Wohnungsbestands die Nachbarn immer weiter nach außen dränge und dass Selbstorganisation nun der einzige Weg nach vorne sei.
Die Zahlen hinter der Wut
Daten des Wohnungsbauministeriums zeigen, dass der nationale Durchschnittspreis im ersten Quartal 2026 2.315 € pro Quadratmeter erreichte, ein Anstieg von 13,9 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. In der Provinz Málaga lag der Wert bei 2.988 €/m² (ein Anstieg von 14,2 % im Jahresvergleich), während Cádiz 1.988 €/m² erreichte (plus 13,4 %). Sogar das relativ bescheidene Córdoba verzeichnete 1.285 €/m², ein Anstieg von 10,7 %. Die Spannung ist besonders akut in Málaga, wo ein Bericht der spanischen Zentralbank aus dem letzten Jahr feststellte, dass eine erste Immobilie jetzt zehn Nettogehälter kostet, verglichen mit einem nationalen Durchschnitt von 6,8 Jahren.
- Jaén
- 868 €/m²
- Córdoba
- 1285 €/m²
- Almería
- 1454 €/m²
- Huelva
- 1480 €/m²
- Granada
- 1635 €/m²
- Sevilla
- 1839 €/m²
- Cádiz
- 1988 €/m²
- Málaga
- 2988 €/m²
Die Mieten steigen seit einem Jahrzehnt: Zwischen 2015 und 2024 stiegen sie in Málaga um 32,7 % und in ganz Andalusien um 23,03 %, so das Nationale Statistikinstitut.
Cádiz und Córdoba schließen sich an
In Cádiz wurde der Marsch um 12:00 Uhr von der Plaza de San Antonio zur Plaza de San Juan de Dios vom Sindicato de Inquilinas angeführt. Sprecherin María Sánchez wies auf den Verlust eines Viertels der Bevölkerung im historischen Zentrum in den letzten 20 Jahren hin, der durch die Zunahme von Touristenwohnungen verursacht wurde.
Cádiz ist kein Paradies für Spekulanten und Rentiers. Wohnen ist ein Recht, kein Luxus.
Sie forderte preisliche Angleichung an die Löhne und ein Ende des „Rechtsbetrugs“ von befristeten Mietverträgen. Córdobas Kundgebung um 19:30 Uhr sollte folgen und einen Tag koordinierter Aktionen abschließen, von dem die Organisatoren sagen, dass er nicht der letzte sein wird.


