
Rassistische Beleidigungen bei der WM 2026 nehmen zu: Schweizer und niederländische Spieler betroffen, FIFA meldet 11% der beleidigenden Posts sind rassistisch
Die FIFA sagt, rassistische Kommentare machen nun 11% der beleidigenden Online-Beiträge während des Turniers aus, ein Anstieg um drei Prozentpunkte gegenüber 2022. Der Schweizer Fußballverband deaktivierte nach dem Auftakt-Unentschieden die Kommentarfunktion, und niederländische Spieler sperrten ihre Konten nach einer Niederlage im Elfmeterschießen.
Ein von Hass überschattetes Turnier
Rassistische Beleidigungen gegen Spieler sind bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 an der Tagesordnung. Die FIFA berichtet, dass 11 Prozent aller beleidigenden Online-Beiträge inzwischen rassistischer Natur sind. Das ist ein Anstieg um drei Prozentpunkte im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Turniers 2022 in Katar. Der Anstieg steht in engem Zusammenhang mit den Spielergebnissen – Niederlagen und enttäuschende Unentschieden lösen Wellen diskriminierender Nachrichten aus.
Schweiz reagiert nach Unentschieden gegen Katar
Der Schweizer Fussballverband (SFV) war gezwungen, die Kommentarfunktion auf seinen Social-Media-Kanälen zu deaktivieren, nachdem die Mannschaft im Auftaktspiel 1:1 gegen Katar unentschieden gespielt hatte.
Der SFV blockiert jetzt proaktiv Kommentarbereiche, wenn er eine Welle von Hasskommentaren erwartet, und leitet alle Nachrichten, die die gesetzliche Schwelle für rassistische Hassrede erreichen, an die Strafverfolgungsbehörden weiter.Auffällig viele Kommentare zielten auf die Hautfarbe oder Herkunft der Spieler ab.
FIFA-Daten und der Smartphone-Effekt
Die FIFA hat bereits rund 1.000 Konten wegen beleidigendem Verhalten gemeldet. Arnold stellte fest, dass das schiere Ausmaß an Hass im Vergleich zu früheren Turnieren stark zugenommen hat, und führte dies auf die einfache Möglichkeit zurück, von einem Mobiltelefon aus zu posten.
Der SFV führt keine eigenen Statistiken über die Anzahl rassistischer Kommentare, bestätigt jedoch, dass der Trend unverkennbar ist.Anstatt Briefpapier zu suchen oder den Laptop aufzuklappen, haben die Leute jetzt ihr Telefon sofort zur Hand. Hürden sind praktisch verschwunden.
Niederländische Spieler nach Elfmeter-Niederlage attackiert
Die Schweiz ist nicht allein. Nachdem die Niederlande im Elfmeterschießen verloren hatten, wurden die Spieler Justin Kluivert, Quinten Timber und Crysencio Summerville mit rassistischen Kommentaren konfrontiert und sperrten ihre Kommentarbereiche. Der niederländische Fußballverband verurteilte die Angriffe und erstattete Strafanzeige.
Ein vielfältiges Schweizer Team glänzt
Ironischerweise sind die am häufigsten angegriffenen Spieler diejenigen, die die starke WM-Kampagne der Schweiz vorantreiben. Granit Xhaka, dessen Eltern aus dem Kosovo stammen, ist der Anker im Mittelfeld. Breel Embolo wurde in Yaoundé, Kamerun, geboren. Und der 20-jährige Johan Manzambi, dessen Eltern aus dem Kongo und Angola stammen, hat mehrere Rekorde aufgestellt: Mit drei Toren und zwei Vorlagen ist er der jüngste Spieler seit 1966, der fünf direkte Torbeteiligungen bei einer Weltmeisterschaft erzielte, und er wurde der jüngste Einwechselspieler, der in der Gruppenphase einen Doppelpack erzielte.
- WM 2022
- 8 %
- WM 2026
- 11 %


