
Nick Kyrgios erhält vorläufige Tennissperre nach positivem Kokaintest auf Mallorca
Die International Tennis Integrity Agency hat Nick Kyrgios vorläufig gesperrt, nachdem eine Juni-Probe eines ATP-Events in Mallorca positiv auf Benzoylecgonin getestet wurde.
Positiver Test in Mallorca
Die International Tennis Integrity Agency (ITIA) gab am 19. August 2026 bekannt, dass der australische Tennisspieler Nick Kyrgios nach einem positiven Dopingtest vorläufig gesperrt wurde. Kyrgios gab am 22. Juni 2026 während seiner Teilnahme am ATP-250-Turnier in Mallorca, Spanien, eine Probe ab. Am 17. Juli 2026 bestätigte ein von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) akkreditiertes Labor das Vorhandensein von Benzoylecgonin, einem Metaboliten von Kokain. Kokain ist auf der WADA-Verbotsliste als Stimulans und Suchtmittel eingestuft und im Wettkampf verboten. Gemäß den Bestimmungen des Tennis-Anti-Doping-Programms können für Suchtmittel bei Konsum außerhalb des Wettkampfs geringere Sanktionen verhängt werden, eine vorläufige Sperre ist jedoch zwingend vorgeschrieben.
Bedingungen der vorläufigen Sperre
Die vorläufige Sperre trat am 4. August 2026 in Kraft. Während der Dauer der Sperre ist es Kyrgios untersagt, an Tennisturnieren teilzunehmen, zu trainieren oder diese zu besuchen, die von der ATP, der WTA, Grand-Slam-Turnieren, World Tennis oder einem nationalen Verband organisiert oder anerkannt werden. Der 31-Jährige hat das Recht, die vorläufige Sperre vor einem unabhängigen Tribunal anzufechten. Laut ITIA hat Kyrgios noch keinen Einspruch gegen die Maßnahme eingelegt. Der Fall wird nun von einem Tribunal geprüft, um die endgültige Sanktion und die Dauer seiner Sperre festzulegen.
- Kyrgios gibt während des ATP-250-Turniers in Mallorca eine Dopingkontrollprobe ab.
- Ein von der WADA akkreditiertes Labor bestätigt das Vorhandensein von Benzoylecgonin.
- Eine vorläufige Sperre tritt im Rahmen des Tennis-Anti-Doping-Programms offiziell in Kraft.
- Die ITIA veröffentlicht die vorläufige Sperre, und Kyrgios veröffentlicht eine Entschuldigungserklärung.
Stellungnahme und körperliche Schwierigkeiten
Kyrgios äußerte sich auf seinem Instagram-Account zu dem Testergebnis, noch bevor die Integritätsbehörde die offizielle Mitteilung veröffentlichte. In seiner Stellungnahme räumte er sein Fehlverhalten ein und entschuldigte sich bei seinen Unterstützern, seiner Familie und seinen Geschäftspartnern.
Ich habe einen großen Fehler gemacht und übernehme dafür die volle Verantwortung. Es tut mir leid für meine Fans, meine Familie, meine Sponsoren und alle, die mir nahestehen. Vor allem tut es mir leid für die Kinder, die mir folgen.
Der Australier erklärte, dass er keine Ausreden für das Testergebnis suchen werde, verwies jedoch auf die starke psychische und körperliche Belastung durch wiederkehrende Verletzungen. Seit dem Einzelfinale von Wimbledon 2022, in dem er Novak Djokovic unterlag, ließ sich Kyrgios wegen anhaltender Knie- und Handgelenksbeschwerden behandeln. Er merkte an, dass es ihm schwerer gefallen sei als erwartet, sich mit dem nahenden Ende seiner Profikarriere abzufinden, und dass er sich hoffnungslos und einsam gefühlt habe. Kyrgios kündigte an, eine 28-tägige Pause von sozialen Medien zu nehmen, um sich auf seine Genesung zu konzentrieren.
Saisonbilanz und frühere Kontroversen
Der Sperre geht eine Saison voraus, in der Kyrgios nur vier Einzelspiele bestritt. Seine Erstrundenniederlage gegen den australischen Spieler Adam Walton in Mallorca war sein letztes Einzelspiel im Wettbewerb. Im letzten Monat trat er mit Partner Alexander Bublik per Wildcard im Herrendoppel von Wimbledon an und schied ebenfalls in der ersten Runde aus. Die anhaltende Phase körperlicher Rückschläge ließ seine ATP-Einzelrangliste auf Platz 919 fallen, verglichen mit seinem Karrierehöchst von Platz 13 im Oktober 2016. Kyrgios wurde auf der Tour bereits mehrfach wegen unsportlichen Verhaltens mit Geldstrafen belegt, darunter Fluchen, Zerschlagen von Schlägern und verbale Beleidigungen von Schiedsrichtern. Zudem bekannte er sich 2023 vor einem Gericht in Canberra der Körperverletzung an einer früheren Freundin schuldig. Er äußerte sich auch öffentlich zu aktuellen Dopingfällen und bezeichnete frühere positive Tests von Spielern wie Jannik Sinner und Iga Swiatek als inakzeptabel für den Sport.


