
Griechenland schafft Witwenrentenkürzungen nach drei Jahren ab – Abstimmung über Katrougalos-Gesetz für Dienstag angesetzt
Das griechische Parlament stimmt am Dienstag über Bestimmungen ab, die die Kürzung von Witwenrenten von 70 % auf 35 % nach drei Jahren dauerhaft aufheben – eine Maßnahme, die seit 2016 Tausende von Familien betroffen hat.
Der Gesetzesvorstoß
Am Montagabend legte das Ministerium für Arbeit und Soziale Sicherheit dem Parlament Bestimmungen vor, die die Dreijahreskürzung der Witwenrenten nach dem Gesetz 4387/2016, bekannt als Katrougalos-Gesetz, abschaffen. Die Abstimmung im Plenum ist für Dienstag, den 21. Juli 2026, angesetzt. Die Regelung zielt darauf ab, nach Angaben des Ministeriums Verzerrungen zu korrigieren, die durch das Gesetz von 2016 entstanden sind, das die Hinterbliebenenrente nach drei Jahren von 70 % auf 35 % der Rente des Verstorbenen senkte, wenn der Empfänger arbeitete oder eine eigene Rente bezog.
Was die neuen Bestimmungen ändern
Die Reform führt vier wesentliche Änderungen ein. Erstens wird die Kürzung nach drei Jahren dauerhaft aufgehoben; diejenigen, deren Rente bereits halbiert wurde, erhalten sie wieder in voller Höhe von 70 %, was ihre monatliche Zahlung effektiv verdoppelt. Zweitens werden bei mehr als 75.000 Witwenrentnern, bei denen die Kürzung noch nicht angewendet wurde, die Kürzungen nie vorgenommen, und der Staat fordert keine rückwirkenden Beträge zurück. Drittens behalten etwa 122.000 Rentner, die sowohl eine eigene Rente als auch eine Hinterbliebenenrente beziehen, künftig beide Nationalrenten in voller Höhe, ohne dass eine gekürzt wird. Viertens erhalten Kinder, die beide Elternteile verloren haben, die Nationalrente von jedem Elternteil getrennt, was den zuvor erhaltenen Betrag verdoppelt.
Haushaltslage und die Digitale Arbeitskarte
Ministerin Niki Kerameos führte den haushaltspolitischen Spielraum für die Reform auf gestiegene Einnahmen aus der Digitalen Arbeitskarte und Beschäftigungswachstum zurück. Sie erklärte, der Eingriff sei möglich gewesen, ohne die Haushaltsstabilität zu gefährden. In der Ankündigung des Ministeriums hieß es, die Maßnahme werde durch die überdurchschnittliche Leistung der Digitalen Arbeitskarte und höhere Beschäftigung finanziert, die den nötigen haushaltspolitischen Spielraum geschaffen hätten.
Wir beseitigen ein großes soziales Unrecht von zehn Jahren, das Tausende von Familien geplagt hat. Wir führen einen neuen, fairen und sozial sensiblen Rahmen ein und korrigieren die Verzerrungen, die durch das Tsipras-Katrougalos-Gesetz entstanden sind.
Wer profitiert und wann
Zu den unmittelbar Begünstigten gehören etwa 8.500 Rentner im öffentlichen Dienst, die bereits von der Kürzung betroffen waren; ihre Renten werden wiederhergestellt, wobei die monatlichen Erhöhungen in einigen Fällen bis zu 500 Euro betragen. Die ersten Zahlungen, die die höheren Beträge widerspiegeln, werden mit den September-Rentenzahlungen ausgezahlt, die in der letzten Augustwoche fällig sind. Die Bestimmungen schützen zudem über 75.000 Rentner davor, jemals von den Kürzungen betroffen zu sein, und bewahren 122.000 Doppelbezieher davor, eine ihrer Nationalrenten zu verlieren.
- Öffentliche Bedienstete mit wiederhergestellter Kürzung
- 8500 Personen
- Rentner, die vor Kürzungen verschont bleiben
- 75000 Personen
- Doppelrentner, die beide Nationalrenten behalten
- 122000 Personen
Parlamentarischer Weg
Die Bestimmungen wurden am Montag auf der Website des Parlaments veröffentlicht und werden am Dienstag im Plenum debattiert und abgestimmt. Die Abstimmung wird voraussichtlich aufgrund der Regierungsmehrheit angenommen und markiert das Ende eines jahrelangen Ärgernisses für Tausende griechischer Familien.
- Vorlage der Bestimmungen im Parlament
- Abstimmung im Plenum über die Bestimmungen
- Erste erhöhte Rentenzahlungen für 8.500 öffentliche Bedienstete

