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Heutiger Brief

Kumamoto, Hormus, wieder Gironde

Beben trifft Japan, Iran weitet Krieg aus und Europa bekämpft Rekordbrände

Ein brutaler halber Tag brachte Regierungen zugleich in Rettungs-, Kriegs- und Hitzemodus. Japan durchsuchte Trümmer, Washington und Teheran tauschten über Stellvertreter und direkten Beschuss Schläge aus, während Europa versuchte, Brände davon abzuhalten, einen heißen Sommer in einen rollenden Notfall zu verwandeln.

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Die USA unter Trump: zweite Amtszeit

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Sicherheit·vor 2 Std.

Wilke-Prozess: Ex-Veterinäramtschef räumt versäumte Kontrollen und verheimlichte Listerien-Warnungen ein

Ein pensionierter Beamter schilderte am zehnten Verhandlungstag des Wilke-Wurstskandal-Prozesses in Kassel chronische Unterbesetzung, gestrichene Nachkontrollen und die unterlassene Meldung eigener positiver Listerien-Befunde durch das Unternehmen.

Die Aussage

Ein pensionierter Beamter, der einst das Veterinäramt in Waldeck-Frankenberg leitete, sagte am zehnten Verhandlungstag des Wilke-Wurstprozesses in Kassel aus. Er räumte ein, dass die Behörde wiederholt bauliche Mängel, verschmutzte Geräte und Schimmel im Wilke-Werk in Twistetal festgestellt hatte. Eine Kontrolle im Mai 2019 führte zu einer Geldbuße von 2.000 Euro und einer Ordnungswidrigkeitenanzeige, nachdem Prüfer alte Rohwurstreste an einem Kutter, schwarzen Schimmel an Decken, verschmutzte Böden und Körbe sowie eine stark verunreinigte Kistenwaschmaschine entdeckt hatten. Trotz dutzender solcher Feststellungen im Laufe der Jahre verfügte die Behörde nie die Schließung des Betriebs.

Nicht gemeldete Listerien-Befunde

Der Zeuge sagte, seiner Behörde seien in den Jahren vor 2019 nie positive Listerien-Ergebnisse aus den unternehmenseigenen internen Proben mitgeteilt worden. Wilke war rechtlich verpflichtet, diese Ergebnisse weiterzuleiten, tat dies aber nicht.

Sonst hätten wir anders gehandelt.

— Ehemaliger Leiter des Veterinäramts Waldeck-Frankenberg

Er betonte, dass die Kenntnis dieser Ergebnisse eine andere Reaktion ausgelöst hätte.

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Warum das Werk nicht geschlossen wurde

Der ehemalige Beamte argumentierte, dass eine Schließung der Fabrik aus den 1930er Jahren unverhältnismäßig gewesen wäre. Wilke habe über die Jahrzehnte schrittweise erweitert und ständig Neubauten hinzugefügt. Eine solche Anlage könne nie mit einem zweckgebauten Werk verglichen werden, und räumliche Einschränkungen hätten die strenge Schwarz-Weiß-Trennung der Hygienezonen nicht immer ermöglicht. „Das Unternehmen war im unteren Bereich“, sagte er vor Gericht und merkte an, dass Reparaturen wenn auch langsam durchgeführt worden seien. Das allein sei kein Grund für eine Schließung gewesen.

Auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin bestätigte er, dass über die Folgen einer Schließung für eine strukturschwache Region (etwa 200 Arbeitsplätze) gesprochen worden sei, auch wenn er sich nicht an Zeitpunkt und Gesprächspartner erinnern könne.

Personalmangel und ausgefallene Kontrollen

Der Zeuge schilderte eine chronische Unterbesetzung, die bis ins Jahr 2005 zurückreicht. Da die Behörde so dünn besetzt war, konnte sie ihre Kontrollpflichten nicht erfüllen – ein Problem, das sie regelmäßig an übergeordnete Stellen meldete. 2018 konnte das Amt die bis 2017 übliche Vier-Augen-Kontrolle (Tierarzt plus Lebensmittelkontrolleur) nicht mehr durchführen. Fristen für Nachkontrollen wurden wiederholt versäumt, und einige Nachkontrollen wurden ganz gestrichen.

Der ehemalige Leiter sagte, die Behörde sei so überlastet gewesen, dass Fristen für Wiederholungskontrollen nach festgestellten Mängeln einfach verfielen. Die Personallücke sei offiziell gemeldet worden, aber es habe keine Abhilfe gegeben.

Kontrollversäumnisse und Warnungen bei Wilke
  1. 2005Personallücken erstmals offiziell an übergeordnete Behörde gemeldet
  2. 2018Vier-Augen-Kontrolle (Tierarzt plus Kontrolleur) aufgrund Personalmangels eingestellt
  3. 2019-05Kontrolle stellt erhebliche Hygienemängel fest; Geldbuße von 2.000 Euro verhängt
  4. 2019Listeriose-Ausbruch im Zusammenhang mit Wilke-Produkten fordert Tote und Krankenhauseinweisungen

Die Anklage

Drei ehemalige Wilke-Führungskräfte stehen vor Gericht: der Geschäftsführer (57), sein Stellvertreter (55) und der Produktionsleiter (58). Ihnen werden fahrlässige Tötung in elf Fällen, fahrlässige Körperverletzung in sieben Fällen sowie Verstöße gegen das Lebensmittelrecht vorgeworfen. Der Prozess vor dem Landgericht Kassel wird fortgesetzt.

Kassel · Twistetal
KasselTwistetal

3 Quellen

  • Wilke-Prozess: Zeuge schildert Kontrolllücken im Betrieb
    DIE WELT·vor 5 Std.
  • Hessen: Wilke-Prozess: Zeuge schildert Kontrolllücken im Betrieb
    N-tv·vor 5 Std.
  • Wilke-Prozess: Zeuge schildert Kontrolllücken im Betrieb
    Süddeutsche Zeitung·vor 5 Std.

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