
Über 25 % der deutschen Industrieunternehmen melden sinkende Wettbewerbsfähigkeit außerhalb der EU
Eine Umfrage des Ifo-Instituts zeigt, dass 25,4 % der deutschen Industrieunternehmen außerhalb der EU an Wettbewerbsfähigkeit verloren haben, wobei der Automobilsektor am stärksten betroffen ist und die Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe um 144.100 zurückgingen.
Umfrage verzeichnet breiten Rückgang der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
Mehr als jedes vierte deutsche Industrieunternehmen befürchtet, seine Wettbewerbsposition auf Märkten außerhalb der Europäischen Union zu verlieren, so die am Mittwoch veröffentlichten Umfrageergebnisse des Münchner Ifo-Instituts. In der Umfrage vom Juli 2026 gaben 25,4 % der Hersteller an, dass sich ihre Wettbewerbsposition auf den internationalen Märkten verschlechtere. Demgegenüber berichteten nur 5,2 % der befragten Unternehmen von einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit außerhalb Europas. Im europäischen Binnenmarkt bewerteten 17,0 % der Industrieunternehmen ihre Wettbewerbsposition als verschlechternd, während 6,3 % Zuwächse verzeichneten. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass deutsche Industriegüter auf den Exportmärkten weltweit mit Gegenwind konfrontiert sind.
Der deutschen Industrie gelingt es weiterhin nicht, auf den internationalen Märkten Fuß zu fassen. Der Wettbewerbsdruck bleibt hoch, insbesondere außerhalb Europas.
- Verschlechterung außerhalb der EU
- 25.4 %
- Verschlechterung innerhalb der EU
- 17 %
- Verbesserung innerhalb der EU
- 6.3 %
- Verbesserung außerhalb der EU
- 5.2 %
Automobilsektor und Kernschwerindustrie führen die Rückgänge an
Der Druck ist im Automobilsektor am stärksten, wo 43,0 % der Unternehmen eine Verschlechterung der Wettbewerbsposition auf Märkten außerhalb der Europäischen Union meldeten. In der Metallproduktion und -verarbeitung berichteten 29,1 % der Unternehmen von einer sinkenden Wettbewerbsfähigkeit im Ausland. Die Chemieindustrie folgte mit 26,0 % der Hersteller, die eine schwächere internationale Positionierung meldeten, während der Maschinenbau 25,5 % verzeichnete. Rund jeder vierte Hersteller von elektrischen Ausrüstungen (24,5 %) sah ebenfalls seine Wettbewerbsposition auf den internationalen Märkten geschwächt. Diese Branchen zusammen bilden den traditionellen Kern der exportorientierten deutschen Industrie.
- Automobil
- 43 %
- Metallproduktion
- 29.1 %
- Chemieindustrie
- 26 %
- Maschinenbau
- 25.5 %
- Elektrische Ausrüstungen
- 24.5 %
Belastungen innerhalb der europäischen Grenzen und die Ausnahme Getränkeindustrie
Der Marktdruck beschränkt sich nicht auf den Überseehandel, da viele Unternehmen auch innerhalb der Europäischen Union an Boden verlieren. In der Automobilindustrie berichteten 24,8 % der Unternehmen von einer Verschlechterung der Wettbewerbssituation auf dem europäischen Markt, was diesen Sektor zum am häufigsten gemeldeten innereuropäischen Rückgang macht. Die Chemiehersteller folgten dichtauf, wobei 22,1 % angaben, dass sich ihre Wettbewerbsbasis innerhalb der Europäischen Union verschlechtert habe. In allen befragten Industriezweigen war die Getränkeindustrie die einzige positive Ausnahme, die als einziger Sektor sowohl innerhalb der Europäischen Union als auch auf Märkten außerhalb des Blocks seine Wettbewerbsposition verbesserte.
Strukturelle Ursachen, Arbeitsplatzverluste und chinesische Konkurrenz
Der anhaltende Verlust der Marktstellung spiegelt langfristige strukturelle Schwierigkeiten wider und nicht kurzfristige konjunkturelle Schwankungen der Wirtschaftsleistung.
Die Wettbewerbsprobleme der deutschen Industrie sind struktureller Natur. Kurzfristige konjunkturelle Verbesserungen allein werden daran wenig ändern.
Die schwächere Wettbewerbsposition ging in der ersten Jahreshälfte mit erneuten Stellenstreichungen im Industriesektor einher. Ende Juni zählte das verarbeitende Gewerbe 5,29 Millionen Beschäftigte, was einem Rückgang von 144.100 Arbeitsplätzen oder 2,7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Cyrus de la Rubia stellte fest, dass die Konkurrenz durch chinesische Anbieter auf ihrem Heimatmarkt und auf Drittmärkten innerhalb kurzer Zeit massiv an Intensität gewonnen habe.
Die Zahlen zeigen, mit welcher Wucht der China-Schock die deutsche Industrie trifft.

