
Nordmazedonien meldet achten Todesfall durch West-Nil-Virus – 2026 übertrifft Gesamtzahl von 15 Jahren
Gesundheitsbehörden in Nordmazedonien bestätigten den Tod eines 70-jährigen Patienten in Skopje, wodurch sich die Zahl der Todesfälle durch das West-Nil-Virus im Jahr 2026 auf acht erhöht – nach einem Anstieg der durch Mücken übertragenen Infektionen.
Aktueller Todesfall und Patientendemografie
Gesundheitsbehörden in Nordmazedonien bestätigten den Tod einer achten Person durch das West-Nil-Virus im Jahr 2026. Der letzte verstorbene Patient war ein 70-jähriger Mann aus der weiteren Region Skopje, der stationär in der Klinik für Infektionskrankheiten in der Hauptstadt behandelt wurde. Krankenhausakten zufolge wurde er mit einem besonders schweren klinischen Zustand eingeliefert, bevor er der Infektion erlag. Alle acht Patienten, die in diesem Jahr in Nordmazedonien an dem Virus gestorben sind, teilen wichtige demografische Merkmale: Jedes Opfer war ein Mann über 60 Jahre. Die Konzentration tödlicher Verläufe bei älteren Bevölkerungsgruppen hat die kommunalen Gesundheitsmaßnahmen auf die klinische Versorgung in spezialisierten Infektionskliniken in Skopje ausgerichtet. Das medizinische Personal der zentralen Klinik der Hauptstadt behandelt weiterhin schwere Verläufe bei gefährdeten Personen, die mit akuten Symptomen eingeliefert werden.
Vergleich mit historischen Übertragungsdaten
Der Ausbruch von 2026 stellt eine deutliche Verschärfung der Krankheitslast dar, gemessen an allen zuvor in Nordmazedonien erhobenen epidemiologischen Daten. Das Land entdeckte das West-Nil-Virus erstmals im Jahr 2001, und in der gesamten 25-jährigen Spanne von 2001 bis Ende 2025 registrierten die Behörden nur fünf Todesfälle im Zusammenhang mit der Infektion. Innerhalb weniger Monate der Übertragungssaison 2026 stieg die Zahl der Todesfälle auf acht und übertraf damit die kumulierte Gesamtzahl des vorangegangenen Vierteljahrhunderts. Auch die Infektionszahlen folgen einem entsprechenden Trend. Bis zum 1. September 2026 bestätigten Gesundheitsbehörden 56 positive Fälle im ganzen Land. Diese Ein-Saison-Zahl übertrifft die 54 Gesamtfälle, die im gesamten 15-Jahres-Zeitraum zwischen 2011 und 2025 dokumentiert wurden, und macht 2026 zum aktivsten Jahr in der nationalen Aufzeichnung.
- 2001–2025
- 5 Todesfälle
- 2026
- 8 Todesfälle
- 2011–2025
- 54 Fälle
- 2026 (Stand 1. September)
- 56 Fälle
Regionale Auswirkungen und kommunale Epidemieerklärungen
Gemessen an seiner Bevölkerungsgröße gehört Nordmazedonien zu den am stärksten betroffenen Ländern der Region, sowohl bei bestätigten Fällen als auch bei Todesfällen. Das rasche Tempo der Infektionen und der hohe Anteil schwerer Verläufe veranlassten die Verantwortlichen des öffentlichen Gesundheitswesens zu formellen administrativen Maßnahmen. Mitte August 2026 erklärten die zuständigen Gesundheitsbehörden in mehreren Gemeinden des Großraums Skopje den Epidemiezustand. Die Erklärung führte koordinierte regionale Protokolle ein, um Verdachtsfälle zu verfolgen und das Fallmanagement zwischen den Primärversorgern und den regionalen Krankenhäusern zu optimieren. Die Gesundheitsbehörden überwachen kontinuierlich die betroffenen städtischen und vorstädtischen Gemeinden, in denen die Krankheitsübertragung weiterhin erhöht ist.
Vektormanagement und Mückenbekämpfungsmaßnahmen
Da Mücken als Hauptüberträger des West-Nil-Virus auf den Menschen dienen, organisierten die Behörden groß angelegte Insektenbekämpfungsmaßnahmen. Kommunale Einsatzteams führten in den letzten Wochen umfangreiche chemische Sprühkampagnen in ausgewiesenen Übertragungszonen durch. Desinfektionsteams konzentrierten sich vor allem auf Standorte mit stehendem, angesammeltem oder konzentriertem Wasser, wobei sie Bewässerungskanäle in landwirtschaftlichen und Wohngebieten besonders berücksichtigten. Diese Bekämpfungsmaßnahmen zielen darauf ab, sowohl die Aktivität erwachsener Mücken als auch die Brutstätten der Larven zu unterdrücken, um die viralen Übertragungszyklen zu unterbrechen. Kommunale Ämter und Hygienekontrolleure setzen die gezielten Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen an Gewässern fort, während die saisonale epidemiologische Bewertung läuft.

