
Busunglück auf der Kapverden-Insel Fogo fordert 25 Todesopfer nach Sturz in eine Schlucht
Mindestens 25 Menschen, überwiegend Kinder und Jugendliche, sind gestorben, nachdem ein Ausflugsbus 30 Meter tief in eine felsige Schlucht auf der Insel Fogo auf den Kapverden gestürzt ist.
Unglück im Hochland von Fogo
Ein Bus mit 32 Passagieren kam am Samstagabend von der Straße ab und stürzte etwa 30 Meter tief in eine steile, felsige Schlucht. Der Vorfall ereignete sich auf der Bergstraße, die Cha das Caldeiras und Campanas de Cima verbindet, in der nördlichen Gemeinde Santa Catarina do Fogo. Das Fahrzeug beförderte überwiegend Grund- und weiterführende Schüler, die nach einem Ausflug in die Nähe des Vulkans Pico do Fogo nach Sao Filipe zurückkehrten. Die Einsatzkräfte von Zivilschutz und Rettungsdiensten standen vor schwierigen Bergungsarbeiten, da das Wrack auf felsigem Gelände landete, das für Notfallfahrzeuge nicht sofort erreichbar war.
Opferbilanz und Krankenhausreaktion
Die Gesundheitsbehörden bestätigten, dass bei dem Unfall 25 Menschen ums Leben kamen, den Gesundheitsminister Lucio Miranda als den schwersten Straßenverkehrsunfall an einem einzigen Tag bezeichnete, der jemals auf den Kapverden registriert wurde. Neunzehn Kinder und Jugendliche, darunter acht Mädchen und elf Jungen, wurden zunächst in der Notaufnahme des Regionalkrankenhauses São Francisco de Assis auf Fogo behandelt. Fünf dieser Opfer erlagen schweren traumatischen Hirnverletzungen, wie der ärztliche Direktor Dionisio Semedo mitteilte. Die überlebenden Patienten im Alter zwischen sechs und 16 Jahren erlitten ein Polytrauma mit umfangreichen Verletzungen der unteren Gliedmaßen. Bis Sonntag waren 14 Patienten stationär aufgenommen, vier von ihnen befanden sich in kritischem Zustand.
Wir müssen in den kommenden Tagen die größtmögliche Unterstützung leisten.
Um die medizinische Kapazität der Insel zu verstärken, schlossen sich Ärzte im Ruhestand und Personal privater Kliniken den örtlichen Mitarbeitern an, während die Zentralregierung ein spezialisiertes medizinisches Team von den Inseln Santiago und São Vicente mobilisierte. Das Verstärkungsteam umfasste Spezialisten für Neurochirurgie, Allgemeinchirurgie, Intensivmedizin, Anästhesiologie und Kardiologie sowie Intensivpflegekräfte zur Beurteilung von Patienten, die eine medizinische Evakuierung nach Santiago benötigen. Das kapverdische Rote Kreuz entsandte ebenfalls ein präklinisches Notfallteam zur Unterstützung der Hilfs- und medizinischen Einsätze.
- Ausflugsbus mit 32 Fahrgästen kommt von der Straße ab und stürzt 30 Meter tief in eine Schlucht bei Campanas de Cima
- Spezialisiertes medizinisches Personal und Notfallteams des Roten Kreuzes werden von Santiago und São Vicente nach Fogo entsandt
- Trauerfeier in der Kirche São Lourenço für 18 Opfer, während die zweitägige Staatstrauer in Kraft tritt
- Gesundheitsminister Lucio Miranda bestätigt 25 Todesfälle und kündigt staatliche Übernahme aller Beerdigungskosten an
Staatstrauer und staatliche Unterstützung
Die Zentralregierung und der Gemeinderat von São Filipe erklärten jeweils zwei Tage offizielle Trauer für die Opfer. Am Sonntag fand eine Trauerfeier in der Kirche São Lourenço in der Stadt São Lourenço statt, bei der 18 Särge aufgebahrt waren. Die örtlichen Gesundheitsbehörden gaben an, dass sieben weitere Opfer aufgrund ihres körperlichen Zustands sofort beigesetzt wurden. Gesundheitsminister Lucio Miranda gab nach einer Sitzung des Krisenkabinetts bekannt, dass die Zentralregierung alle Beerdigungen der Opfer bezahlen, die Reisekosten für Angehörige ersten Grades von Praia nach Fogo finanzieren und die Überführung eines verstorbenen Opfers in die Hauptstadt übernehmen wird.
Präsident José Maria Neves reiste am Sonntag auf die Insel, um das Krankenhaus zu besuchen und mit trauernden Angehörigen zusammenzutreffen. Dabei betonte er die Notwendigkeit psychologischer Unterstützung in der gesamten Gemeinschaft sowie einer formellen Untersuchung der mechanischen und situativen Ursachen des Unfalls.
Ich spreche den trauernden Familien, den Freunden der Opfer und der Insel Fogo mein Beileid aus. Ich wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung. Meine Freundschaft und Solidarität gilt allen, die an diesem tragischen Unfall beteiligt sind.
Ursprung des Ausflugs
Die örtlichen Bildungsbehörden bestätigten, dass die Fahrt keine formelle Verbindung zu den örtlichen Schullehrplänen hatte. José Pedro Gonçalves, der Delegierte des Bildungsministeriums in São Filipe, erklärte, dass der Ausflug eine private jährliche Tradition sei, die vom Busfahrer vor dem Schulbeginn organisiert wurde, um den Schülern einen Freizeitausflug zu ermöglichen. Der Fahrer kam bei dem Unfall zusammen mit den jungen Fahrgästen ums Leben. Auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus der Diaspora reagierten auf die Tragödie, darunter Josimar Jose Evora Dias, Torhüter der kapverdischen Fußballnationalmannschaft, der bei Colo-Colo in Chile spielt, und der den betroffenen Familien sein Beileid aussprach.


