
Bundesrichter ordnet Wiederherstellung der Akkreditierungen für CNN, MS NOW und Politico an
Der US-Bezirksrichter Timothy Kelly ordnete am Donnerstag an, dass die Trump-Administration die Presseausweise für Reporter von CNN, MS NOW und Politico umgehend wiederherstellen müsse. Er entschied, dass der Entzug wahrscheinlich gegen das verfassungsmäßige Recht auf ein faires Verfahren verstoßen habe.
Bundesgericht verlangt Rückgabe der Akkreditierungen
Der Bundesbezirksrichter Timothy Kelly erließ in den Nachtstunden zwischen dem 23. und 24. September eine einstweilige Verfügung, die die Trump-Administration anweist, die permanenten Zugangsausweise für das Weiße Haus für Reporter von CNN, MS NOW und Politico umgehend wiederherzustellen. Die Anordnung gilt für einen Zeitraum von zwei Wochen, um der von den drei Nachrichtenorganisationen eingereichten Klage den Weg durch das Gericht zu ermöglichen. Richter Kelly gelangte zu dem Schluss, dass der plötzliche Entzug der Akkreditierungen ohne Vorwarnung oder Anhörung wahrscheinlich gegen die verfassungsmäßigen Garantien eines ordnungsgemäßen Verfahrens gemäß dem fünften Verfassungszusatz verstoßen habe. In seiner schriftlichen Anordnung wies der Richter die Behauptung der Bundesregierung zurück, der Ausschluss der Journalisten sei zum Schutz der nationalen Sicherheit erforderlich gewesen. Die rechtliche Situation spiegelt einen Fall aus dem Jahr 2018 wider, den Richter Kelly bearbeitete und in dem das Gericht die Wiederherstellung eines Presseausweises für den CNN-Korrespondenten Jim Acosta nach einer Konfrontation mit Donald Trump anordnete.
Die allgemeine Regel lautet, dass Personen im Voraus benachrichtigt und ihnen die Möglichkeit zur Anhörung gegeben werden muss, bevor die Regierung ihnen ein verfassungsrechtlich geschütztes Interesse entzieht.
Ursprung des Präsidentenverbots
Der Konflikt begann am 18. September, als Donald Trump ankündigte, dass Journalisten von CNN, MS NOW und Politico mit sofortiger Wirkung vom Gelände des Weißen Hauses ausgeschlossen würden. Der Präsident beschuldigte die drei Medien, falsche Informationen verbreitet zu haben, obwohl die Administration keine Belege für diese Anschuldigung vorlegte. Sicherheitsbeamte setzten das Verbot am folgenden Tag, dem 19. September, um, indem sie die elektronischen Dauerausweise deaktivierten, die Korrespondenten für den Zugang zum Präsidentengelände nutzen. Bei der ersten Durchsetzung des Verbots stellten Reporter fest, dass ihre Zugangssysteme deaktiviert waren, darunter ein Korrespondent von MS NOW, dessen Ausweis am Kontrollpunkt ein rotes Blinksignal auslöste. Donald Trump rechtfertigte die Entscheidung mit der Behauptung, der Zutritt zum Regierungssitz sei ein Privileg des Präsidenten und kein einklagbares Recht.
- Präsident Donald Trump kündigt Zugangsverbot für CNN, MS NOW und Politico an
- Weißes Haus entzieht Akkreditierungen, Sicherheitskräfte weisen Reporter an den Toren ab
- Die drei Nachrichtenorganisationen reichen eine Bundesklage ein, in der sie Verstöße gegen die Verfassung geltend machen
- Richter Timothy Kelly ordnet Wiederherstellung der Akkreditierungen an, Reporter bleiben jedoch an den Toren blockiert
Klageschriften und Reaktion der Pressekorps
Am 21. September reichten CNN, MS NOW und Politico eine gemeinsame Bundesklage ein, die den Ausschluss aus verfassungsrechtlichen Gründen anfocht. Die Beschwerde berief sich auf Verstöße gegen den ersten Verfassungszusatz, der die Pressefreiheit schützt, und den fünften Verfassungszusatz, der ein ordnungsgemäßes Verfahren vor dem Entzug staatlich gewährter Interessen sicherstellt. Als Reaktion auf das Vorgehen der Administration schränkten mehrere nationale Fernsehsender und Nachrichtenfotografen Teile ihrer routinemäßigen Berichterstattung über die öffentlichen Aktivitäten des Präsidenten ein. Trump räumte vor der Entscheidung ein, dass das Bezirksgericht wahrscheinlich zugunsten der Nachrichtenorganisationen entscheiden würde, und deutete an, dass die Regierungsanwälte in höheren Instanzen Berufung einlegen wollten.
Zugang trotz Gerichtsbeschluss verwehrt
Bereits am Donnerstag nach Bekanntgabe der Gerichtsentscheidung traten Compliance-Probleme auf. Journalisten von Politico und CNN versuchten am 24. September, ihre Berichterstattungspflichten im Regierungssitz wieder aufzunehmen, wurden jedoch von Sicherheitskräften an den Toren abgewiesen. Politico gab in den sozialen Medien bekannt, dass einem seiner Korrespondenten der Zutritt verweigert und sein Ausweis von Mitarbeitern vor Ort beschlagnahmt wurde. CNN bestätigte, dass sein Korrespondent am selben Morgen ebenfalls der Zutritt verweigert wurde. Anfragen von Politico an das Pressereferat des Weißen Hauses bezüglich der Nichteinhaltung der Gerichtsentscheidung blieben unbeantwortet.

