
Harvey Weinstein im New Yorker Wiederaufnahmeverfahren zu 15 Jahren Haft verurteilt
Richter Curtis Farber verhängte das 15-jährige Strafmaß in Manhattan für einen sexuellen Übergriff aus dem Jahr 2006 an Miriam Haley, nachdem die Staatsanwaltschaft 20 Jahre gefordert hatte.
Gericht in Manhattan verhängt 15-jährige Haftstrafe
Richter Curtis Farber gab am Mittwoch, dem 23. September 2026, in einem Gerichtssaal in Manhattan ein 15-jähriges Strafmaß gegen den 74-jährigen ehemaligen Filmproduzenten Harvey Weinstein bekannt. Die Anhörung schloss ein Wiederaufnahmeverfahren ab, das eine strafbare sexuelle Handlung aus dem Jahr 2006 gegen die ehemalige Produktionsassistentin Miriam Haley betraf. Haley sagte während des Verfahrens aus, dass Weinstein sie in einem Schlafzimmer seiner Wohnung in Manhattan zum Oralsex gezwungen habe. Die Staatsanwaltschaft von Manhattan hatte eine Haftstrafe von 20 Jahren im Staatsgefängnis beantragt und argumentiert, dass das Strafmaß die Schwere der Straftat nach dem Recht des Staates New York widerspiegele, wo die Anklage ein gesetzliches Höchstmaß von bis zu 25 Jahren vorsah. Weinsteins Verteidiger beantragten beim Gericht eine neunjährige Haftstrafe unter Hinweis auf sein fortgeschrittenes Alter, seinen sich verschlechternden Gesundheitszustand und die bereits verbüßte Haftzeit.
- Forderung der Verteidigung
- 9 Jahre
- Verhängte Strafe
- 15 Jahre
- Forderung der Staatsanwaltschaft
- 20 Jahre
- Gesetzliches Höchstmaß
- 25 Jahre
Verfahrensgeschichte und das Urteil des Wiederaufnahmeverfahrens von 2025
Die Verurteilung folgt auf jahrelange juristische Aufhebungen vor New Yorker Gerichten. Weinstein wurde 2020 in Manhattan erstmals in einem Fall verurteilt, der sich auf Anschuldigungen von zwei Frauen konzentrierte, und erhielt eine 23-jährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung und einer strafbaren sexuellen Handlung. Im Jahr 2024 hob das Berufungsgericht des Staates New York diese Verurteilung aufgrund von Verfahrensfehlern während des ersten Prozesses auf und ordnete ein völlig neues Verfahren an. Während des Wiederaufnahmeverfahrens im Jahr 2025 fällte eine Jury in Manhattan ein geteiltes Urteil in drei Anklagepunkten. Die Geschworenen verurteilten Weinstein wegen schwerer sexueller Nötigung im ersten Grad im Zusammenhang mit dem Vorfall von 2006 mit Haley, sprachen ihn jedoch von einem separaten Vorwurf einer weiteren sexuellen Nötigung frei. In einem dritten Anklagepunkt wegen Vergewaltigung brachten die Beratungen keine Einigung, woraufhin die Staatsanwaltschaft diesen Anklagepunkt fallen ließ, anstatt einen weiteren Prozess zu beantragen.
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- New Yorker Berufungsgericht hebt Verurteilung von 2020 wegen Verfahrensfehlern auf
- Geschworene in Manhattan verurteilen Weinstein im Wiederaufnahmeverfahren wegen des Angriffs von 2006
- Richter Curtis Farber verurteilt Weinstein im New Yorker Wiederaufnahmeverfahren zu 15 Jahren Haft
Verurteilung in Kalifornien und fortgesetzte Inhaftierung
Weinstein befindet sich seit mehr als sechs Jahren ununterbrochen in Haft. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands haben die Behörden in New York ihn wiederholt zwischen Justizvollzugsanstalten und gesicherten Krankenhausstationen oder Gefängniskrankenhäusern verlegt. Zusätzlich zu den Gerichtsverfahren in New York sah sich Weinstein einer strafrechtlichen Verfolgung in Kalifornien gegenüber. Ein Gericht in Los Angeles verurteilte ihn 2023 wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu einer 16-jährigen Haftstrafe. Obwohl kalifornische Berufungsgerichte das zugrundeliegende Urteil bestätigten, ordnete die Justiz des Bundesstaates eine Neuberechnung dieser 16-jährigen Haftstrafe an. Die Justizbehörden haben noch nicht entschieden, ob Weinstein seine Haftstrafen in New York und Kalifornien hintereinander oder gleichzeitig verbüßen muss.
Leugnung der Vorwürfe und Auswirkungen der MeToo-Bewegung
Während neun Jahren rechtlicher Verfahren in mehreren Jurisdiktionen hat Weinstein alle strafrechtlichen Vorwürfe gegen sich zurückgewiesen und durch sein Verteidigungsteam behauptet, dass alle sexuellen Begegnungen einvernehmlich gewesen seien. Das Auftauchen öffentlicher Anschuldigungen gegen Weinstein im Jahr 2017 war der erste Auslöser der globalen MeToo-Bewegung gegen sexuellen Missbrauch und institutionelle Machtungleichgewichte. Mehr als 80 Frauen erhoben anschließend öffentliche Vorwürfe der sexuellen Belästigung, sexuellen Nötigung oder Vergewaltigung gegen ihn. Bevor die Anschuldigungen bekannt wurden, war Weinstein einer der prominentesten Führungskräfte der amerikanischen Filmindustrie, produzierte Filme wie „Pulp Fiction“, „Good Will Hunting“, „Der englische Patient“ und „Gangs of New York“ und erhielt einen Oscar für „Shakespeare in Love“.


