
AfD-Chefin Alice Weidel fordert Euro-Austritt und Grenzschließungen im ZDF-Interview
AfD-Co-Chefin Alice Weidel griff Bundeskanzler Friedrich Merz an und skizzierte Pläne zum Austritt aus der Eurozone und dem Schengen-Raum vor den Landtagswahlen im September in Deutschland.
Rhetorische Offensive gegen Koalitionsspitzen
In ihrem jährlichen ZDF-Sommerinterview, das am 23. August 2026 ausgestrahlt wurde, startete die AfD-Co-Chefin Alice Weidel scharfe persönliche Angriffe auf die regierenden Politiker Deutschlands. Weidel hob Bundeskanzler Friedrich Merz von der Christlich Demokratischen Union (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) hervor und beschuldigte sie der Unehrlichkeit und des politischen Versagens. Sie behauptete, die Bundesführung sei entweder strukturell inkompetent oder schade dem Land absichtlich. Weidel erklärte, sie sei bereit, mit jedem fähigen politischen Partner zusammenzuarbeiten, der die innenpolitischen Interessen priorisiere, bestehe aber darauf, dass sie nicht tolerieren werde, dass die Wähler von den etablierten Regierungsparteien in die Irre geführt würden.
Entweder könnt ihr es nicht, oder es ist Absicht. Herr Merz kann es nicht. Herr Klingbeil kann es auch nicht.
Opposition gegen die CDU-Brandmauer und bundespolitische Ambitionen
Weidel sprach die strikte Politik der Nichtzusammenarbeit der CDU mit der AfD an und bezeichnete die sogenannte Brandmauer als das undemokratischste Konzept in der deutschen Politik. Sie argumentierte, dass die Brandmauer die CDU aktiv zerstöre, indem sie ihr den Weg zu parlamentarischen Mehrheiten dauerhaft abschneide. Laut Weidel werden die Christdemokraten keine künftigen Bundestagswahlen gewinnen, da sich die politische Dynamik weiterhin zur AfD verschiebe. Mit Zuversicht vor den anstehenden Regionalwahlen behauptete Weidel, dass ihre Partei bald in mehreren deutschen Bundesländern an der Regierung beteiligt sein werde, bevor sie schließlich auf Bundesebene an die Macht komme.
Ich will nicht länger von inkompetenten Narren belogen werden, die da oben sitzen, etwas versprechen und genau das Gegenteil tun.
Währungspolitik und geplanter Schengen-Austritt
In der Wirtschaftspolitik bekräftigte Weidel das Bekenntnis des AfD-Parteiprogramms, Deutschland aus der Eurozone herauszuführen. Sie bezeichnete die Gemeinschaftswährung als eine instabile Weichwährung, die eine massive Umverteilung von Vermögen und eine weit verbreitete Verarmung der arbeitenden Bevölkerung verursacht habe, und stellte die aktuellen Bedingungen der deutschen Wirtschaft vor dem Euro gegenüber. Zu den europäischen Grenzregelungen kündigte Weidel Pläne an, das Schengen-Abkommen zu kündigen und die nationalen Grenzen vollständig zu schließen. Unter Hinweis auf jüngste irreguläre Grenzübertritte an der spanischen nordafrikanischen Exklave Ceuta behauptete sie, die europäischen Asylsysteme seien zusammengebrochen und hätten die innerstaatliche Rechtssicherheit nicht gewährleisten können.
Syrische Rückführungen und Migrationsbeschränkungen
Weidel legte harte migrationspolitische Ziele fest und versprach, dass eine von der AfD geführte Regierung keine Personen aus Afghanistan mehr aufnehmen und die Rückführung von 1,3 Millionen syrischen Staatsangehörigen, die derzeit in Deutschland leben, einleiten werde. Sie argumentierte, dass die ursprünglichen Gründe für die Gewährung von Flüchtlingsschutz nach dem Ende des syrischen Bürgerkriegs weggefallen seien, und kritisierte frühere Regierungen dafür, dass sie Rückführungen nicht durchgeführt hätten. Neben der Unterbindung irregulärer Einreisen an den nationalen Grenzen erklärte Weidel, Deutschland müsse die Einbürgerungsraten senken, die Verleihung der Staatsbürgerschaft an Personen, die von Abschiebung bedroht sind, beenden und die administrativen Ausweisungen erheblich steigern.
Wahlkalender und Umfragevorsprung
Das Interview fand vor drei für September 2026 angesetzten Landtagswahlen statt. Die Wähler in Sachsen-Anhalt gehen am 6. September 2026 zur Wahl, wo die AfD Umfragewerte von über 40% hält, gefolgt von den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026. In bundesweiten Erhebungen liegt die AfD derzeit mit bis zu acht Prozentpunkten vor dem Bündnis aus CDU/CSU und kehrt damit die Ergebnisse der Bundestagswahl 2025 um. Eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen ergab für die AfD bundesweit 27%, fünf Punkte vor der CDU mit 22%, während die Grünen, die Linke und die SPD jeweils zwischen 12% und 14% erreichten.
- AfD-Co-Chefin Alice Weidel stellt Programm im ZDF-Sommerinterview vor
- Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
- Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern

