
Spanier warten durchschnittlich 10 Tage auf einen Termin beim Hausarzt – Pessimismus bei Wartelisten steigt um vier Prozentpunkte in einem Jahr
Die erste Welle des Gesundheitsbarometers 2026 zeigt, dass 71 % der Patienten mehr als einen Tag auf einen Termin beim Hausarzt warteten, während nur 22 % innerhalb von 24–48 Stunden gesehen wurden. Überweisungen an die Psychiatrie dauern drei Monate.
Zugang zur Primärversorgung
Sieben von zehn Personen, die einen Hausarzt im spanischen nationalen Gesundheitssystem (SNS) aufsuchten, mussten mehr als einen Tag warten, weil kein früherer Termin verfügbar war, so die erste Welle des Gesundheitsbarometers 2026, die am Montag veröffentlicht wurde. Die durchschnittliche Verzögerung betrug 10,27 Tage. Nur 21,8 % der Patienten wurden am selben oder am nächsten Tag nach der Terminanfrage gesehen. Die vom Gesundheitsministerium zusammen mit dem Zentrum für Soziologische Forschung (CIS) durchgeführte Umfrage basiert auf 2.602 Interviews, die im März 2026 durchgeführt wurden, und stellt die erste von drei geplanten Wellen dar.
Das Barometer bestätigt, dass die Primärversorgung der wichtigste Zugangspunkt zum System bleibt: 83,9 % der erwachsenen Bevölkerung konsultierten in den letzten zwölf Monaten einen Hausarzt, 94,7 % davon im öffentlichen Sektor. Trotz der Zugangsschwierigkeiten bewerteten 84 % der Nutzer der öffentlichen Primärversorgung die erhaltene Versorgung positiv. Das Pflegepersonal erhielt mit 8,16 von 10 Punkten die höchste Vertrauens- und Sicherheitsbewertung, während die Ärzte 7,98 Punkte erhielten.
Wahrnehmung der Wartelisten verschlechtert sich
Die öffentliche Wahrnehmung der Wartelisten hat sich verschlechtert. Die Umfrage ergibt, dass 38,3 % der Bürger glauben, dass sich die Wartelisten im öffentlichen Gesundheitswesen in den letzten zwölf Monaten verschlechtert haben – ein Anstieg um vier Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Weitere 43 % denken, dass das Problem gleich geblieben ist, sodass 81 % keine Verbesserung sehen. Nur 10 % glauben, dass sich die Situation verbessert hat. Bei Facharztkonsultationen bezeichneten 69,4 % der Befragten die Wartezeiten als „kaum oder gar nicht akzeptabel“.
Die Primärversorgung bleibt der wichtigste Zugangspunkt zum Gesundheitssystem.
Die Gesamtbewertung des öffentlichen Gesundheitssystems liegt bei 6,16 von 10 Punkten, eine leichte Erholung von den 6,02 Punkten des vorherigen Barometers, aber immer noch weit unter dem Niveau vor der Pandemie. Im Jahr 2019 hatten 72 % der Bevölkerung eine positive Einstellung zum System; der aktuelle Wert liegt bei 53,5 %. Das Ministerium wies darauf hin, dass die Daten vorläufig sind, bis die vollständige Dreiwellen-Stichprobe abgeschlossen ist.
Der Engpass bei der psychischen Gesundheit
Der Zugang zur psychischen Gesundheit erweist sich als kritischer Druckpunkt. Das Barometer zeigt, dass 18,2 % der Bürger im letzten Jahr einen Fachmann für psychologische oder emotionale Probleme konsultieren mussten. Im öffentlichen System landeten 43,1 % derjenigen, die Hilfe suchten, in der Praxis ihres Hausarztes, während nur 31 % einen Psychiater und lediglich 16,9 % einen Psychologen erreichten. Die durchschnittliche Wartezeit auf einen ersten Facharzttermin für psychische Gesundheit nach einer Überweisung durch den Hausarzt beträgt 90 Tage. Die Hälfte der Patienten wurde innerhalb von zwei Monaten gesehen, aber 5,6 % warteten mehr als sechs Monate.
Die psychische Gesundheit bleibt die große unerledigte Aufgabe des SNS, obwohl Indikatoren seit Jahren auf eine Verschlechterung hinweisen.
Krankenhaus- und Notfallversorgung
Krankenhausaufenthalte und Notdienste erhalten bessere Noten. Im letzten Jahr wurden 13,5 % der Erwachsenen ins Krankenhaus eingeliefert, davon 82,3 % in einer öffentlichen Einrichtung. Fast die Hälfte der Aufnahmen (49,5 %) waren geplante Operationen oder diagnostische Tests, die andere Hälfte war auf Krankheit oder ein dringendes Gesundheitsproblem zurückzuführen; 4,4 % waren Entbindungen. Die Öffentlichkeit bewertet Krankenhausaufnahme und -versorgung mit 7,13 von 10 Punkten. Notdienste, die über 061/112 erreicht wurden, erzielten mit 7,38 sogar einen höheren Wert. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (53,1 %) suchte in den letzten zwölf Monaten eine Notaufnahme auf, und 81,5 % dieser Besuche erfolgten in öffentlichen Einrichtungen.
Facharztkonsultationen und Diagnostik
Fachärztliche Konsultationen im Krankenhaus wurden von 57,4 % der Erwachsenen im letzten Jahr in Anspruch genommen, wobei 81,7 % dieser Besuche im öffentlichen Sektor stattfanden. Die Zufriedenheit der Nutzer mit der Facharztversorgung erreichte 81,9 %, wobei die höchsten Bewertungen auf die erhaltenen Informationen über Gesundheitsprobleme und das Vertrauen, das das medizinische Personal vermittelte, entfielen. Bei den diagnostischen Tests weist die Darmspiegelung mit 129 Tagen die längste berichtete Wartezeit auf. Bei Patienten, die von der Primärversorgung an einen Facharzt überwiesen wurden, warteten 21,3 % mehr als sechs Monate, 15,2 % warteten 15 Tage, 14,9 % warteten zwei Monate und 14,3 % warteten drei Monate.
- Am selben oder nächsten Tag
- 21.8 %
- Mehr als ein Tag
- 71.2 %
- Verschlechtert
- 38.3 %
- Gleich geblieben
- 43 %
- Verbessert
- 10 %

