
Junger Puma in Polanów nach Streifzug nahe Häusern eingefangen; Quarantäne beginnt im Zoo Posen, Herkunft bleibt ein Rätsel
Ein junger weiblicher Puma, der in den Wäldern nahe Polanów im Nordwesten Polens umhergestreift war, wurde am Sonntag sicher gefangen und befindet sich nun im Zoo Posen in Quarantäne.
Ein wilder Puma, der durch Wälder und nahe Häuser in der Woiwodschaft Westpommern in Polen gewandert war, wurde am Abend des Sonntags, 12. Juli, sicher gefangen. Die Operation beendete Tage wachsender Besorgnis und eine koordinierte Aktion örtlicher Behörden, Wildtierexperten und eines Jägers, der das Tier zuerst entdeckt hatte. Das junge Weibchen befindet sich nun unter tierärztlicher Beobachtung im Zoo Posen, wobei sein endgültiges Ziel noch unentschieden ist.
Erste Sichtungen und Alarmierung der Bevölkerung
Die erste Begegnung war am 7. Juli, als ein Jäger das Tier in den Wäldern nahe der Dörfer Karsinka und Rekowo entdeckte. Er filmte es, schrie, um es zu verscheuchen, und gab einen Warnschuss ab. Das Tier war nicht offen aggressiv, zeigte aber wenig Angst. Einen Tag später, am 8. Juli, fand eine Bewohnerin von Karsinka namens Monika den Puma ruhig vor ihrem Tor stehen, während ihre Hunde bellten.
Sie hatte überhaupt keine Angst. Sie stand einfach da. Ich versuchte, sie zu verscheuchen, aber sie war völlig furchtlos.
Als Reaktion aktivierte die Gemeinde Polanów ein Krisenteam und gab eine öffentliche Warnung heraus, die die Bewohner aufforderte, die nahegelegenen Wälder wegen potenzieller Gefahr zu meiden. Sie konsultierten auch Wissenschaftler des Säugetierforschungsinstituts der Polnischen Akademie der Wissenschaften, um zu bestätigen, dass es sich tatsächlich um einen Puma handelte.
Der Fangvorgang
Eine Spezialfirma aus Stettin wurde zur Koordination des Fangs hinzugezogen, die gemeinsam mit staatlichen Förstern arbeitete, die Fotofallen aufstellten und die Patrouillen verstärkten. Im Wald um Karsinka wurden Köderstationen platziert. Der Durchbruch kam am Nachmittag des 12. Juli, gegen 16:00-17:00 Uhr, als der Puma in das Gebiet zurückkehrte, in dem er zuvor gesehen worden war.
Katarzyna Lesner, Leiterin der Stiftung 'Larus', entdeckte das im hohen Gras versteckte Tier und alarmierte das Team. Der Puma wurde dann mit einem Betäubungspfeil getroffen. Lesner sagte, dass das Tier nicht abgemagert war und sich in einem guten Allgemeinzustand befand. Es wurde zum provisorischen Wildtier-Rehabilitationszentrum der Stiftung gebracht.
Sie schlief unter Sedierung. Die Tierärzte beurteilten ihren Zustand als gut. Gegen 3 Uhr morgens begann sie ohne Probleme aufzuwachen, und am Morgen stand sie auf den Beinen.
- Ein Jäger entdeckt und filmt den Puma zum ersten Mal nahe Karsinka und Rekowo.
- Der Puma wird nahe dem Zaun einer Bewohnerin in Karsinka gesehen; die Gemeinde gibt eine Warnung heraus und aktiviert ein Krisenteam.
- Eine koordinierte Suche mit Förstern, einer Spezialfirma und Fotofallen ist im Gange.
- Der Puma wird nahe Karsinka geortet, betäubt und zu einer provisorischen Einrichtung transportiert.
- Das Tier wird vom 'Larus'-Zentrum zur Quarantäne in den Zoo Posen transportiert.
Quarantäne in Posen, kein endgültiges Zuhause
Am Morgen des 13. Juli wurde der Puma mit einem Mikrochip markiert und in den Zoo Posen überführt. Während Polanóws Bürgermeister Grzegorz Lipski zunächst erklärte, der Zoo sei das dauerhafte Zuhause des Tieres, präzisierte Remigiusz Koziński, der Leiter des Neuen Zoos, später dessen Rolle. Er bestätigte, dass der Puma nur für eine obligatorische Quarantäne- und tierärztliche Untersuchungszeit dort sei, beaufsichtigt vom Kreisveterinärinspektorat.
Der Zoo in Posen wird definitiv nicht das endgültige Zuhause für dieses Tier sein.
Der Puma wird nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Sein endgültiges Schicksal wird vom Zentralen Tierheim entschieden.
Eine ungewisse Herkunft
Der Puma ist eine in Amerika heimische Art, nicht in Europa. Wie er in den polnischen Wald gelangte, ist noch ein Rätsel. Die Behörden haben keine Meldungen über eine Entkommen aus einem Zoo oder einer privaten Haltung erhalten. Eine Theorie verbindet dieses junge Weibchen mit einem erwachsenen Puma, der 2025 von einer Fotofalle in der nahegelegenen Gemeinde Będzino, etwa 40 Kilometer entfernt, aufgezeichnet wurde.
Prof. Rafał Kowalczyk, ein Experte für Großsäuger, analysierte das frühe Videomaterial und schätzte das gefangene Tier auf mehrere Monate alt, sicher unter einem Jahr, basierend auf seinen charakteristischen juvenilen Fellzeichnungen. Er stellte fest, dass es sich zwar um die gleiche Art handle, es sich aber nicht um dasselbe erwachsene Individuum von 2025 handele.
Es könnte ein Ausbrecher aus einer Zuchtanlage sein. Es ist schwer, im Moment etwas Bestimmtes zu sagen.
Er deutete an, dass das in den Videos gezeigte Verhalten, eine Mischung aus Neugier und Vorsicht gegenüber Menschen, typisch für einen jungen, unerfahrenen Puma sei.

