
Neues EU-Grenzsystem verursacht Warteschlangen von bis zu fünf Stunden an Flughäfen, deutsche Flughäfen fordern Flexibilität
Das Einreise-/Ausreisesystem der EU, das seit Oktober 2025 schrittweise eingeführt wird, verursacht lange Wartezeiten für Nicht-Schengen-Reisende, wobei einige Flughäfen von Warteschlangen von bis zu fünf Stunden und verpassten Flügen berichten.
Was ist das EES?
Die EU begann im Oktober 2025 mit der schrittweisen Einführung des Einreise-/Ausreisesystems (EES), um ihre Außengrenzen zu stärken. Nicht-Schengen-Bürger müssen nun bei jeder Grenzübertritt biometrische Daten (Fingerabdrücke und ein Gesichtsfoto) sowie Passdaten angeben, was den alten Passstempel ersetzt. Der Vorgang dauert pro Person länger, und die erforderlichen Selbstbedienungskioske sind in den Mitgliedstaaten nicht gleichermaßen gut vorbereitet.
Chaos an Flughäfen
Der Flughafenverband ACI berichtet von Wartezeiten von bis zu fünf Stunden, Schlangen, die sich bis auf das Vorfeld erstrecken, und verpassten Anschlüssen. Der deutsche Flughafenverband (ADV) sagt, dass die Wartezeiten an einigen deutschen Flughäfen zwei Stunden erreicht haben.
Die Bearbeitungszeiten sind erheblich gestiegen, was zu inakzeptabel langen Wartezeiten führt.
- EU beginnt schrittweise Einführung des Einreise-/Ausreisesystems für Nicht-Schengen-Reisende.
- Flughäfen melden Wartezeiten von bis zu fünf Stunden; deutscher Flughafenverband fordert Flexibilität.
Reaktionen der Länder
Mehrere beliebte Urlaubsziele, darunter Griechenland, Portugal, Italien, Frankreich und Belgien, haben wiederholt biometrische Kontrollen ausgesetzt, um Touristen, insbesondere aus dem Vereinigten Königreich, nicht zu verärgern. EU-Regeln erlauben vorübergehende Aussetzungen, wenn die Kapazität nicht ausreicht und sich lange Schlangen bilden, zunächst für sechs Stunden, aber unbegrenzt verlängerbar.
Deutschlands gemischtes Bild
Die EU hat Deutschland als Musterschüler bezeichnet, aber auch hier wurden die Kontrollen in Einzelfällen ausgesetzt. Der Flughafen Frankfurt bittet EES-Reisende, drei Stunden vor Abflug anzureisen. Schengen-Bürger sind nicht betroffen und können das automatisierte Easypass-System nutzen. Eine EU-Vorregistrierungs-App existiert, wurde aber bisher nur von Schweden und Portugal übernommen.
Die größten Engpässe entstehen durch die zeitaufwändige biometrische Erfassung beim ersten Grenzübertritt und das Fehlen einer digitalen Vorregistrierung der Passagierdaten.
Haltung der EU
Trotz Kritik hält die Europäische Kommission daran fest, dass das System insgesamt gut funktioniert. Ein Sprecher sagte am Mittwoch, dass die Auswirkungen auf Reisende in den meisten EU-Staaten begrenzt seien.


