Makroökonomie · Washington D.C.
Neuer Fed-Chef Kevin Warsh belässt Zinsen stabil und signalisiert in seiner ersten Sitzung harten Inflationskurs
Kevin Warsh nutzte seine erste Sitzung der Federal Reserve, um die Zinsen unverändert zu lassen, fünf interne Task Forces vorzustellen und klarzustellen, dass Preisstabilität nun das Beschäftigungsziel der Zentralbank überlagert.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Neue Zürcher Zeitung, RP Online, Frankfurter Allgemeine und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Das FOMC stimmte einstimmig dafür, den Leitzins unverändert zu lassen – die erste einstimmige Entscheidung seit etwa einem Jahr.
Warshs Erklärung erwähnte nur Preisstabilität, und er betonte wiederholt, dass die Senkung der Inflation von 4,2 % die zentrale Aufgabe der Fed sei.
Der neue Vorsitzende leitete interne Überprüfungen von Kommunikation, Bilanz, Daten, Produktivität/Arbeitsplätzen und Inflation ein und signalisierte eine breitere institutionelle Überholung.
Die Renditen zweijähriger Staatsanleihen stiegen auf ein 15-Monats-Hoch von 4,22 %, die Aktien fielen und der Dollar legte zu, da sich die Anleger an einen hawkischeren Ausblick anpassten.
Der Präsident, der Zinssenkungen gefordert hatte, spielte die Entscheidung zunächst herunter, nannte sie später aber „kaum zu glauben“, dass eine Straffung überhaupt in Betracht gezogen werde.
Neun von 18 FOMC-Mitgliedern erwarten nun mindestens eine Zinserhöhung im Jahr 2026, und die marktimplizierten Chancen auf eine Zinserhöhung im September stiegen auf über 50 %.
- 15.05.Trump ernennt Warsh zum Fed-Chef
- 25.05.Warsh folgt auf Powell und übernimmt die Federal Reserve
- 18.06.Erste FOMC-Sitzung: Zinsen unverändert, hawkische Erklärung veröffentlicht
Ein klarer Bruch mit der Powell-Ära
Kevin Warshs erster Auftritt als Fed-Chef zerstörte die Annahme, er würde die Zinssenkungen liefern, die der Präsident forderte, der ihn eingesetzt hatte. Das Federal Open Market Committee stimmte einstimmig dafür, den Leitzins in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent zu belassen – eine Entscheidung, die selbst die erste einstimmige Abstimmung seit etwa einem Jahr war. Die begleitende Erklärung wurde von 341 auf 130 Wörter gekürzt und enthielt einen einzigen Satz zum Mandat: „Das Komitee wird für Preisstabilität sorgen.“
„Das Komitee wird für Preisstabilität sorgen.“
Warsh machte dann das Fehlen jeder Erwähnung von maximaler Beschäftigung zu einem zentralen Punkt seiner Pressekonferenz und sagte den Journalisten wiederholt, dass die Eindämmung der Inflation die übergeordnete Aufgabe der Fed sei. Er wies darauf hin, dass die Inflation seit fünf Jahren über dem 2-Prozent-Ziel liege und im Mai bei 4,2 Prozent gestanden habe, angetrieben durch den Ölpreisschock infolge des Iran-Konflikts und der Schließung der Straße von Hormus.
Task Forces und eine neue Struktur
Neben der Zinsentscheidung kündigte Warsh fünf interne Task Forces an, die mit der Überprüfung der bestehenden Praktiken der Fed beauftragt wurden. Die Gruppen werden Kommunikation, die Bilanz, Daten, Produktivität und Arbeitsplätze sowie Inflation untersuchen. Marktteilnehmer und Analysten interpretierten den Schritt als Signal, dass der neue Vorsitzende eine tiefgreifende institutionelle Überholung anstrebt und keine nahtlose Fortführung von Jerome Powells Amtszeit. Die Wall Street taufte ihn den „neuen Sheriff in der Stadt.“
„Warsh hat zweifellos eine neue Ära eingeläutet.“
Märkte überrascht
Investoren hatten weitgehend mit einer Fed gerechnet, die bereit sei, dem Druck des Weißen Hauses auf billigere Kredite nachzugeben. Stattdessen löste Warshs hawkischer Ton eine schnelle Neubewertung aus. Die Renditen zweijähriger Staatsanleihen stiegen auf 4,22 Prozent, ein 15-Monats-Hoch, und die Renditen zehnjähriger Anleihen kletterten auf 4,49 Prozent. Der S&P 500 schloss tiefer, während der Dollar gegenüber dem Euro zulegte. Neun der 18 FOMC-Teilnehmer gehen nun von mindestens einer Zinserhöhung in diesem Jahr aus, ein Anstieg gegenüber der Minderheitsmeinung in der vorherigen Projektionsrunde im März, als 12 von 19 Mitgliedern noch mit einer Senkung gerechnet hatten.
- Erwarten mindestens eine Erhöhung
- 9 Mitglieder
- Erwarten keine Änderung
- 8 Mitglieder
- Erwarten eine Senkung
- 1 Mitglieder
Daten aus dem Artikeltext
„Dass die ultralangen Renditen gleichzeitig fielen, ist analytisch wichtig: Ein glaubwürdigerer Inflationsbekämpfer reduziert langfristige Inflationsrisikoprämien.“
Trumps Verärgerung zeigt sich
Donald Trump, der Warsh im Mai noch als potenziell „einen der besten Fed-Chefs, die die USA je hatten“ gefeiert hatte, versuchte die Entscheidung zunächst während eines Besuchs in Frankreich herunterzuspielen, nannte sie „okay, nicht so wichtig“ und versprach, sich von dem leiten zu lassen, was sein Ernannter wolle. Wenige Augenblicke später, als Reporter ihn auf die Möglichkeit einer Straffung statt einer Lockerung drängten, brach seine Fassade.
„Es ist kaum zu glauben. Das zieht das Land nur runter, und es ist so ungewöhnlich.“
Ausblick tendiert zur Straffung
Die Analysten waren sich uneinig, ob sich die Worte der Fed in tatsächliche Erhöhungen umsetzen würden. Einige, wie Luca Cazzulani und Marco Valli von der Unicredit, bezeichneten den Renditeanstieg als übertrieben; andere, wie Joachim Schallmayer von der Deka, deuteten an, dass die Marktreaktion einen Teil der Fed-Arbeit erledige. Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September übertraf kurz nach der Sitzung 50 Prozent, verglichen mit etwa 30 Prozent am Vortag. Nach der Wiedereröffnung der Straße von Hormus unter einer vorübergehenden Waffenruhe und fallenden Ölpreisen auf ein Drei-Monats-Tief glauben einige Beobachter, dass der Inflationsimpuls nachlassen wird, aber Warsh gab keinen Zeitplan für die Rückkehr zum 2-Prozent-Ziel.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Neue Zürcher ZeitungEin starker Auftritt: Wie Fed-Chef Kevin Warsh alte Strukturen aufbrechen will
- RP OnlineUS-Notenbank: Trump und die Macht der Inflation
- Frankfurter AllgemeineGeldpolitik: Neuer US-Notenbankchef liefert die gewünschte Zinssenkung nicht
- HandelsblattUSA: Neuer Fed-Chef startet Ära, mit der kaum jemand gerechnet hat
- Kevin Warsh
- Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve, der seine erste geldpolitische Ankündigung seit der Nachfolge von Jerome Powell machte
- Donald Trump
- US-Präsident, der Warsh nominierte und wiederholt niedrigere Zinsen forderte
- Jerome Powell
- Ehemaliger Fed-Chef, den Warsh Ende Mai 2026 ablöste
- Jeff Gundlach
- US-Anleiheninvestor, der Warshs Debüt als Beginn einer neuen Ära bezeichnete
- Edgar Walk
- Volkswirt bei der Bank Metzler, der die fallenden langfristigen Renditen als Zeichen der Glaubwürdigkeit hervorhob
- Carsten Brzeski
- ING-Ökonom, der sagte, die Märkte hätten fälschlicherweise angenommen, Warsh würde Trump blind folgen
- Joachim Schallmayer
- Deka-Stratege, der argumentierte, dass die Marktbewegungen einen Teil der Fed-Straffungsarbeit erledigten
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