
Japan und USA starten erste gemeinsame Yen-Intervention seit 2011, um den Fall auf ein 40-Jahres-Tief zu stoppen
Finanzministerin Satsuki Katayama wird am Montag bekannt geben, dass Tokio und Washington koordinierte Maßnahmen an den Devisenmärkten ergriffen haben, nachdem der Yen seinen schwächsten Stand seit 1986 erreicht hatte. Analysten schätzen, dass Japan zwischen etwa 53 und 59 Milliarden Dollar verkauft hat, und das US-Finanzministerium wies Banken an, sich auf weitere Schritte vorzubereiten.
Gemeinsame Aktion nach 15 Jahren
Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama wird am Montag bekannt geben, dass Tokio und Washington gemeinsame Maßnahmen am Devisenmarkt ergriffen haben, um den Yen-Verfall zu stoppen, sagten zwei japanische Regierungsbeamte am Sonntag gegenüber Reuters. Einer der Quellen, gefragt, ob Katayama die Operation als „gemeinsame Aktion“ bezeichnen würde, antwortete mit Ja und fügte hinzu: „Die Operation läuft noch.“ Reuters zufolge wäre dies die erste koordinierte Intervention der beiden Länder seit 2011, als die G7 nach dem Tohoku-Erdbeben gemeinsam handelte, um einen übermäßig starken Yen zu schwächen – das Gegenteil des aktuellen Ziels. Weder das Finanzministerium noch das US-Finanzministerium haben die gemeinsame Operation bestätigt, und der einzige Bericht, dass die USA tatsächlich Yen gekauft haben – über die New Yorker Federal Reserve im Auftrag des Finanzministeriums – stammt von der Financial Times. Die Intervention zielt darauf ab, den Yen von seinem niedrigsten Stand gegenüber dem Dollar seit 1986 anzuheben. Der Yen stand unter anhaltendem Druck, da sich die Zinsdifferenz zwischen Japan und den USA vergrößerte, während die Federal Reserve eine restriktivere Haltung einnahm und die BOJ ihren Leitzins bei 1,0 % hielt.
Umfang der Intervention
Marktquellen zufolge kauften japanische und US-Behörden am Donnerstag und Freitag Yen. Reuters berichtete, dass Tokio möglicherweise bis zu 58,97 Milliarden Dollar verkauft hat, um die Währung während der New Yorker Sitzung am Donnerstag zu stützen. Diese Zahl ist eine Schätzung, die aus der Prognose der Bank of Japan zu den Geldmarktbedingungen abgeleitet wurde, die auf einen ungewöhnlich großen Nettoabfluss hindeutete, und Analysten interpretierten dieselben Daten unterschiedlich: Bloomberg bezifferte die Operation auf etwa 8,45 Billionen Yen, also etwa 53 Milliarden Dollar. Offizielle Zahlen des Finanzministeriums werden erst in etwa einem Monat erwartet. Beide Werte wären ein Rekord für eine einzelne Sitzung, gegenüber einem bisherigen Höchststand von 5,92 Billionen Yen im April 2024. Der Yen stieg am Freitag erneut stark an, kurz nachdem BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda eine Pressekonferenz zur Entscheidung der Zentralbank abhielt, den Leitzins unverändert zu lassen – ein Schritt, von dem die Märkte vermuten, dass es sich um eine weitere Runde von Yen-Käufen durch die japanischen Behörden handelte. Die BOJ hielt ihren Leitzins mit 8 zu 1 Stimmen bei 1,0 %, wobei Hajime Takata für 1,25 % stimmte, und hob ihre Wachstumsprognose für das laufende Geschäftsjahr an. Ueda wurde so interpretiert, dass er eine Zinserhöhung im September im Spiel hält, ohne sich vorab festzulegen – eine Verschiebung, die die Renditelücke verringern und den Druck auf den Yen mildern könnte.
Rolle der USA und Bessents Notizblock
US-Finanzminister Scott Bessent hatte letzte Woche gesagt, der Yen erscheine ihm „sehr unterbewertet“. Am Freitag zeigte ein Reuters-Foto einen Notizblock bei einer Kabinettssitzung mit den handschriftlichen Worten „To Do“ gefolgt von „Buy Japanese Yen (JPY) $5-10 bil.“ Am selben Tag informierte das Finanzministerium mehrere Banken darüber, dass es möglicherweise am Yen-Markt intervenieren werde und dass sie „sich für künftige Maßnahmen bereithalten“ sollten, so eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle. Der Notizblock und die direkte Kommunikation mit den Banken spiegelten das ungewöhnliche Ausmaß der US-Beteiligung an einer typischerweise von Japan geführten Initiative wider.
Reaktionen von Märkten und Analysten
Einige von Reuters zitierte Analysten sagten, die Signale der Zusammenarbeit zwischen Japan und den USA seien durch die Besorgnis Washingtons über steigende Treasury-Renditen motiviert. Diese Situation könnte sich verschlechtern, wenn Tokio einen massiven Ausverkauf des Yen und japanischer Staatsanleihen nicht verhindern könnte. Der Yen-Verfall auf ein 40-Jahres-Tief hat Ängste vor importierter Inflation in Japan und möglichen Spillover-Effekten auf die globalen Anleihemärkte ausgelöst. Die gemeinsame Intervention, wenn auch selten, wird als Signal gesehen, dass beide Regierungen bereit sind, entschlossen zu handeln, um die Währung zu stabilisieren.
Was als Nächstes passiert
Katayamas Ankündigung am Montag wird voraussichtlich die Entschlossenheit der beiden Länder betonen, das zu bekämpfen, was sie als übermäßige Yen-Abwertung betrachten. Das Finanzministerium und das US-Finanzministerium reagierten am Sonntag nicht sofort auf Anfragen nach Kommentaren. Die Operation ist laut den Beamten noch aktiv, und die Märkte werden auf weitere Interventionsrunden achten. Die nächste geldpolitische Sitzung der BOJ und eine tatsächliche Zinserhöhung werden entscheidend dafür sein, ob der Yen seine Erholung aufrechterhalten kann.
- Japan führt Yen-Kauf, Dollar-Verkauf-Intervention während der New Yorker Handelszeiten durch.
- Bank of Japan hält Leitzins stabil, signalisiert wahrscheinliche Zinserhöhung.
- Yen steigt stark an, mutmaßliche weitere Intervention durch japanische Behörden.
- US-Finanzministerium informiert Banken, sich bereitzuhalten; Bessents Notizblock zeigt 'Buy JPY $5-10 bil'.
- Finanzministerin Katayama kündigt gemeinsame US-japanische Aktion an.


