
Warschauer Krankenhaus in vielschichtigen Skandal verwickelt: VIP-Behandlung, Leichenhandel und hohe Arztgehälter
Enthüllungen über VIP-ärztliche Leistungen, fragwürdige Leichenhallenpraktiken und einen 28-jährigen Arzt, der 1,6 Millionen Złoty verdiente, haben das Warschauer Szpital Południowy in eine politische Krise gestürzt und die regierende Bürgerkoalition unter Druck gesetzt.
Der sich entfaltende Skandal
Am 10. Juni 2026 enthüllte der Journalist Patryk Słowik, dass der 28-jährige Arzt Dawid Kacprzyk, Bezirksrat der Bürgerkoalition, für 2025 ein Einkommen von 1,6 Mio. Złoty angegeben hatte, obwohl er keine medizinische Facharztausbildung besaß und allein in der Notaufnahme des Krankenhauses 3.976 Stunden geleistet hatte. Dokumente zeigten, dass er die angegebenen Schichten physisch nicht hätte arbeiten können. Kacprzyk war auch SOR-Koordinator und wurde beschuldigt, einen "VIP-Salon" betrieben zu haben, in dem KO-Politiker bevorzugt behandelt wurden.
- Journalist enthüllt Kacprzyks Einkommenserklärung über 1,6 Mio. Złoty
- Kacprzyk tritt aus KO aus, passt Arztrechnungen an
- Ehemaliger Chefarzt der Chirurgie Emil Jędrzejewski sagt 10 Stunden lang aus
- Umfrage zeigt 42,9 % negative Bewertung der Regierungsreaktion
- Leichenhallenkoordinator Artur Habowski entlassen, Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein
Behandlungsfehler und Aussagen
Der ehemalige Chefarzt der Chirurgie, Emil Jędrzejewski, behauptete, dass medizinische Fehler unter Kacprzyks Aufsicht zu Patiententoden geführt hätten. Er gab am 29. Juni eine zehnstündige Aussage bei der Staatsanwaltschaft. Kacprzyk legte am 15. Juni sein Ratsmandat und seine Parteimitgliedschaft nieder und wurde später aus dem Krankenhaus entlassen. Er erschien nicht vor der Warschauer Ärztekammer und verlor seinen Sitz in deren Vorstand.
Vorwürfe des Leichenhandels in der Leichenhalle
Am 2. Juli tauchten Berichte auf, dass der Leichenhallenkoordinator Artur Habowski ein illegales System betrieben habe, das trauernde Familien gegen Zahlungen an bestimmte Bestattungsunternehmen verwies, und angeblich Gebühren für die Freigabe von Leichen verlangte. Habowski wurde noch am selben Tag entlassen, und die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Bestechung von Führungskräften und Leichenschändung ein.
Politischer Trotz
Innenminister Marcin Kierwiński, der die Warschauer KO-Strukturen leitet, lehnte einen Rücktritt ab und bezeichnete die Forderungen der Opposition als "den Ruf eines PiS-Stellvertreters". Er bestritt, Kacprzyks Karriere gefördert zu haben, und betonte, dass kein Parteimitglied von dem Leichenhallensystem gewusst habe.
Diese Angelegenheit ist empörend, daran besteht kein Zweifel. Sie muss gründlich untersucht werden. Aber ich überlasse diese Angelegenheit der Staatsanwaltschaft.
Der PiS-Abgeordnete Jarosław Krajewski entgegnete,
Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass dies ohne politische Unterstützung für Herrn Dawid Kacprzyk durch die wichtigsten Politiker der Bürgerkoalition nicht hätte geschehen können.
Öffentliche Gegenreaktion
Eine am 1. Juli von SW Research unter 832 Erwachsenen durchgeführte Umfrage ergab, dass 42,9 % die Reaktion der Regierung negativ bewerteten, 25,8 % positiv, während 20,6 % keine Meinung hatten und 10,7 % nichts von der Affäre wussten. Der Gesundheitsminister hielt sich weitgehend zurück, und die Regierung versprach systemische Änderungen, ohne konkrete personelle Konsequenzen anzukündigen.
- Negativ
- 42.9 %
- Positiv
- 25.8 %
- Keine Meinung
- 20.6 %
- Nicht informiert
- 10.7 %

