
Polens Premier Tusk kündigt Warschauer Gedenkmauer mit ewiger Flamme und Namen der in der Ukraine gefundenen Kriegsopfer an
Premierminister Donald Tusk versprach, in Warschau ein Denkmal zu errichten, das jedes identifizierte Opfer der Kriege des 20. Jahrhunderts in der Ukraine auflistet – am Jahrestag des Höhepunkts des Massakers von Wolhynien.
Die Ankündigung
Am Jahrestag des sogenannten Blutsonntags, dem Höhepunkt des Massakers von Wolhynien, nutzte der polnische Premierminister Donald Tusk eine Videobotschaft auf der Plattform X, um ein neues nationales Denkmal anzukündigen. In Warschau soll eine sogenannte Gedenkmauer mit einer ewigen Flamme errichtet werden, in die die Namen aller geborgenen und identifizierten Opfer der Kriege des 20. Jahrhunderts eingraviert werden, deren Überreste in der Ukraine gefunden werden.
Die Ermordeten dürfen nicht namenlos bleiben, sie dürfen nicht ohne ein würdevolles Begräbnis bleiben. Die Erinnerung an sie ist unsere gemeinsame Pflicht gegenüber ihren Angehörigen, der polnischen Nation und dem Staat.
Die Ankündigung ist eine direkte Reaktion der Regierung auf langjährige Forderungen nach verstärkten Exhumierungs- und Identifizierungsbemühungen jenseits der Grenze.
Erneuter Identifizierungsvorstoß
Tusk erklärte, er habe als Premierminister wirksame Schritte unternommen, um die Suche und Exhumierung von Opfern des Verbrechens von Wolhynien sowie anderer polnischer Opfer von Konflikten des 20. Jahrhunderts in der Ukraine, deren Leichen zuvor kein ordentliches Begräbnis erhalten hatten, nach Jahren der Untätigkeit wieder aufzunehmen. Er bezeichnete diesen Schritt als eine zentrale staatliche Pflicht.
Deshalb habe ich als Premierminister der polnischen Regierung wirksame Schritte unternommen, um nach Jahren die Suche und Exhumierung von Opfern des Verbrechens von Wolhynien sowie unserer anderen Opfer der Kriege des 20. Jahrhunderts in der Ukraine wieder aufzunehmen, deren Leichen zuvor kein würdevolles Begräbnis in Gräbern erhalten hatten.
Kontext zu Wolhynien und Blutsonntag
Der Premierminister bezeichnete den Blutsonntag als den Höhepunkt des Massakers von Wolhynien, das er als einen von ukrainischen Nationalisten gegen Polen und polnische Bürger anderer Nationalitäten verübten Völkermord einstufte. Die Platzierung des Denkmals in der Hauptstadt und seine Verknüpfung mit dem Jahrestag signalisieren eine verstärkte offizielle polnische Erzählung über die Kriegsereignisse.
Gestaltung und Zweck des Denkmals
Die Gedenkmauer soll eine physische Gedenkstruktur mit einer lebendigen Flamme verbinden und jede Person mit Vor- und Nachnamen auflisten. Tusk betonte, dass die Bewahrung jedes Namens eine staatliche Pflicht sei, und erklärte, dass die Republik Polens keinen der Opfer vergessen werde. Das Denkmal wird als fortlaufendes Register fungieren, das mit jeder neuen Identifizierung aktualisiert wird, die durch laufende Exhumierungsarbeiten in der Ukraine erfolgt.
Die Republik Polen wird keinen von ihnen vergessen.
Das Projekt verbindet ein Denkmal in Warschau mit der Feldarbeit in der Ukraine und schafft eine direkte Verbindung zwischen der Hauptstadt und den Orten, an denen noch immer menschliche Überreste geborgen und identifiziert werden.

