Polnische Polizei warnt vor Pfandbetrugs-Aufklebern, die online verkauft werden, um Flaschenrücknahmeautomaten zu täuschen
Aufkleber, die offizielle Pfandetiketten imitieren, werden auf polnischen E-Commerce-Seiten verkauft und ermöglichen es Betrügern, Rückerstattungen für nicht pfandpflichtige Behälter zu erhalten, warnte ein Polizeibeamter.
Das Pfandsystem
Das landesweite Pfandsystem in Polen startete am 1. Oktober 2025 und führte einen Aufschlag von 50 Groszy für Plastikflaschen bis zu 3 Litern und Metalldosen bis zu 1 Liter ein. Ab 2026 sind Mehrweg-Glasflaschen bis zu 1,5 Litern mit einem Pfand von 1 Złoty belegt. Die Verpackung muss ein aufgedrucktes Symbol tragen (zwei Pfeile, die ein Rechteck mit dem Wort „kaucja“ und dem Betrag bilden), um von Rücknahmeautomaten akzeptiert zu werden. Ein Kassenbon ist nicht erforderlich, aber zerdrückte Behälter werden abgelehnt.
Aufkleber zu verkaufen
Innerhalb weniger Monate tauchten auf Online-Marktplätzen wie Allegro Klebeetiketten auf, die das Pfandzeichen und den Barcode nachbilden. Videos in sozialen Medien zeigen Nutzer, die sie auf gewöhnliche Behälter kleben, woraufhin die Automaten diese fälschlicherweise als pfandpflichtig erkennen und die Rückerstattung auszahlen.
Das Pfandsystem sollte einfach sein: Sie kaufen ein Getränk, zahlen das Pfand, geben die Verpackung zurück, bekommen Ihr Geld zurück. Theorie einfach. Praxis? Das Internet zeigt bereits Aufkleber, die jede Verpackung in einen kleinen Geldautomaten verwandeln.
Polizeiwarnung
Der Polizeibeamte Łukasz Mituła machte die Praxis auf LinkedIn publik und wies darauf hin, dass es sich bei dem, was wie ein harmloser Trick erscheint, rechtlich um Betrug handelt. Er betonte, dass es nicht um den Betrag von 50 Groszy gehe, sondern um die vorsätzliche Täuschung des Systems.
Nur weil etwas wie 'Schläue' aussieht, heißt das nicht, dass es aufhört, jemanden um Geld zu täuschen. Und dafür gibt es bereits Paragrafen, und man muss mit Konsequenzen rechnen. Auch wenn jemand denkt: 'Es sind nur 50 Groszy'.
Rechtliches und systemisches Risiko
Mituła warnte: Wenn das System manipuliert werden kann, wird es in großem Umfang ausgenutzt. Tutorials verbreiten sich schneller als institutionelle Warnungen, stellte er fest, und verwandeln einen einzelnen Trick in einen Trend. Die Polizei hat noch keine Festnahmen gemeldet, aber der Beitrag des Beamten signalisiert, dass die Strafverfolgungsbehörden die Praxis beobachten.
Es geht nie nur um 50 Groszy. Es geht um den Mechanismus. Wenn das System betrogen werden kann, wird es jemand versuchen. Wenn man es als Witz darstellen kann, wird jemand daraus einen Trend machen. Wenn ein Tutorial aufgenommen werden kann, wird jemand es online stellen, schneller als Institutionen die erste Warnung schreiben können.
EU-Sammelziele
Das Pfandsystem soll Polen helfen, die EU-Ziele zur getrennten Sammlung von Getränkeverpackungen zu erreichen: 77 % bis 2028 und 90 % ab 2029. Weit verbreiteter Betrug könnte diese Ziele untergraben, indem Rückerstattungen von echten Rückgaben abgezweigt werden.
- Pfandsystem startet für Plastikflaschen und Metalldosen (50 gr)
- Mehrweg-Glasflaschen bis zu 1,5 Litern hinzugefügt (1 zł Pfand)
- Aufkleber, die Pfandetiketten imitieren, erscheinen online zum Verkauf
- EU-Ziel: 77 % getrennte Sammlung von Getränkeverpackungen
- EU-Ziel: 90 % getrennte Sammlung von Getränkeverpackungen


