
Brandenburger Landkreise warnen vor Kiefernprozessionsspinner – Gefahr verlagert sich auf den Boden
Mehrere Landkreise haben Warnungen ausgesprochen, nachdem der Kiefernprozessionsspinner, ein Verwandter des Eichenprozessionsspinners, in großer Zahl aufgetreten ist. Die Art, die von Juli bis August aktiv ist, stellt eine besondere Gefahr für Hunde dar, da sich ihre Brennhaare auf dem Waldboden sammeln.
Neue Raupenplage
Der Kiefernprozessionsspinner breitet sich in den Wäldern Brandenburgs aus, im Anschluss an frühere Massenplagen des Eichenprozessionsspinners. Mehrere Landkreise haben nun Wanderer und Hundebesitzer zur Vorsicht aufgefordert, nachdem langhaarige Raupen in großer Zahl sowohl an Bäumen als auch am Boden gesichtet wurden. Das Insekt erscheint später im Jahr als sein auf Eichen lebender Verwandter, die Hauptrisikoperiode dauert von Juli bis August.
Gesundheitsrisiken für Menschen und Hunde
Die feinen, haarartigen Borsten der Raupe sind die eigentliche Gefahr. Kontakt mit ihnen kann eine Raupendermatitis, einen schmerzhaften Hautausschlag, und allergische Symptome bei empfindlichen Personen auslösen. Für Hunde ist die Bedrohung akuter. Die Nester des Kiefernprozessionsspinners befinden sich häufig auf oder in der Nähe des Waldbodens, und die Brennhaare verteilen sich in Bodennähe, wo Tiere schnüffeln. Da Hunde große Mengen der Borsten in ihre oberen Atemwege einatmen, stellt das Tier eine ernsthafte Atemwegsgefahr für sie dar.
Wo die Raupe auftritt
Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin meldete einen starken Anstieg der Sichtungen rund um Neuruppin und rief zu erhöhter Wachsamkeit auf. Weiter südlich, im Landkreis Teltow-Fläming, warnte das Amt Brück vor einer Vermehrung in den Waldgemeinden Borkheide und Borkwalde. In beiden Gebieten wurden die Raupen, die in langen, kettenartigen Prozessionen (daher ihr Name) reisen, sowohl am Boden als auch in den Bäumen beobachtet.
Unterschied zum Eichenprozessionsspinner
Während die Eichenprozessionsspinner-Raupe am Wirtsbaum bleibt, baut die Kiefernart ihre Nester häufiger auf oder unter Bodenniveau und verpuppt sich direkt im Sandboden. Dieser Verhaltensunterschied verteilt die reizenden Borsten über den Waldboden und macht sie für Menschen und Haustiere schwerer zu vermeiden. Auch der Gefahrenkalender unterscheidet sich: Die Hauptbedrohung durch die Eichenart dauert von Mai bis Juli, während der Kiefernprozessionsspinner seinen Höhepunkt von Juli bis August hat.
Frühere Schäden in Brandenburger Wäldern
Die Raupen ernähren sich von Kiefernnadeln. In Ausbruchsjahren können sie ganze Bestände kahlfressen, besonders in ausgedehnten Monokulturen. Die Wälder Brandenburgs sind stark von Kiefern dominiert, was ideale Bedingungen für den Schädling bietet. Frühere Massenbefälle in der Region haben bereits zu großflächiger Entlaubung geführt, und die Behörden beobachten nervös, wie die aktuelle Generation heranwächst.
Ratschläge für Besucher
Die Landkreise haben noch keine spezifischen Sperrungen oder Behandlungsmaßnahmen angekündigt, aber ihre einheitliche Botschaft an Waldbesucher ist Vorsicht. Hundebesitzer werden angewiesen, Tiere nah bei sich zu halten und Gebiete zu meiden, in denen der Boden dicht mit Nadeln bedeckt ist oder die charakteristischen Prozessionslinien der Raupen sichtbar sind. Da die Hochsommmerzeit gerade erst beginnt, wird erwartet, dass die Warnung mindestens bis Ende August bestehen bleibt.


