Konflikte · Kyjiw, Oleschky und Moskau

Cyberangriffe auf Warn-Apps in der Ukraine und Russland lösen falsche Atomwarnungen aus

Die ukrainische App Air Alert hat am Abend des Sonntags, 1. November, falsche Strahlungs- und Atomwarnungen verschickt, und die App des russischen Katastrophenschutzministeriums wurde Stunden später gehackt – zeitgleich lief die Waffenruhe um Cherson aus.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von iefimerida.gr, Ειδήσεις, Η Ναυτεμπορική und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Kyjiw, Oleschky, Moskau, Brüssel · Ukraine, Russland, Belgien
Wie es dazu kam
  1. 1.11.Die ukrainische App Air Alert beginnt, falsche Luftalarme der roten Stufe zu versenden
  2. 1.11.Die sechstägige Waffenruhe um Oleschky endet um Mitternacht Moskauer Zeit, 23:00 Uhr griechischer Zeit
  3. Frühe Morgenstunden des 2. NovemberTASS meldet einen massiven Cyberangriff auf die App des russischen Katastrophenschutzministeriums und falsche Atomwarnungen

Falsche Atomwarnungen in der Ukraine

Die ukrainische App Air Alert, die Bürger vor russischen Luftangriffen warnt, wurde am Abend des Sonntags, 1. November, Opfer eines Cyberangriffs. Gegen 22:47 Uhr Ortszeit begann die App, Luftalarme der roten Stufe zu versenden, gefolgt von Meldungen über erhöhte Strahlung in Kyjiw, die Gefahr eines Chemieangriffs und bewaffnete Auseinandersetzungen auf den Straßen der Hauptstadt und in anderen Gebieten. Eine Warnung bezog sich auf die Oreschnik-Rakete und behauptete, für die gesamte Ukraine sei Atomalarm ausgelöst worden. Gut eine Stunde später folgten Entwarnungen.

Die ukrainischen Luftstreitkräfte erklärten, die App sei vermutlich Opfer feindlicher Einflussnahme geworden, und schlossen auf Telegram rasch jede Strahlungsgefahr aus.

„Es besteht keine Strahlungsgefahr! Bleiben Sie ruhig und folgen Sie den Updates auf unserem Kanal.“

Ukrainische Luftstreitkräfte

Das Team von Air Alert teilte mit, Unbefugte seien in die App eingedrungen. Es schaltete Push-Benachrichtigungen ab, setzte den Dienst vorübergehend aus und versicherte den Nutzern, dass keine personenbezogenen Daten gespeichert würden.

„Die App speichert keine personenbezogenen Daten, daher besteht für die Nutzer keine Gefahr.“

Team der App Air Alert

Russische Katastrophenschutz-App getroffen

Stunden später erklärte das russische Ministerium für Katastrophenschutz, seine Mobil-App sei Ziel eines massiven Cyberangriffs geworden. TASS meldete in den frühen Morgenstunden des Montags, 2. November, unter Berufung auf das Ministerium, Hacker hätten Falschinformationen an die Öffentlichkeit verbreitet. Eine gefälschte Nachricht behauptete, auf alle Regionen Russlands seien Atomsprengköpfe abgefeuert worden, und riet den Einwohnern, Lebensmittel für drei Wochen zu bevorraten und in Kellern Schutz zu suchen. Russische Regionalmedien berichteten, auch die offizielle App und die regionalen Kanäle der Behörde im Messenger MAX seien kompromittiert worden.

Das Ministerium erklärte, es arbeite an der Wiederherstellung der App, und bezeichnete sie als ergänzendes Informationsangebot. Das eigentliche Warnsystem für die Bevölkerung funktioniere normal über Sirenen, Lautsprecher, Mobilnachrichten und Rundfunkdurchsagen. Verantwortliche für den Angriff nannte es nicht.

Wer hinter den Angriffen stecken könnte

Spravdi, das ukrainische Zentrum für strategische Kommunikation, machte Moskau für den Angriff auf die App Air Alert verantwortlich. Es verwies auf eine russischsprachige Nachricht und einen Bezug zur Oreschnik und veröffentlichte auf X einen Screenshot von Warnungen, die Atom- und Chemiewaffen erwähnten. Die Zuschreibung ist nicht unabhängig bestätigt, und Russland äußerte sich nicht dazu, wer verantwortlich sein könnte.

Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting sagte in Brüssel, er wisse noch nicht, wer hinter dem Angriff auf das ukrainische Warnsystem stecke, seine Regierung werde den Fall aber genau beobachten. Dort traf er die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und verwies auf hybride und staatlich finanzierte Terroranschläge in ganz Europa, die seiner Darstellung nach von Moskau gesteuert würden. Kallas sagte, Russland versuche, der Zivilbevölkerung größtmöglichen Schaden zuzufügen, damit die Warnungen versagten und möglichst viele Menschen stürben. Sie erklärte zudem, Juli, August und September seien die Monate mit den meisten Toten für die Ukrainer seit Kriegsbeginn gewesen.

Die Waffenruhe um Cherson

Die Cyberangriffe fielen mit dem Auslaufen einer sechstägigen lokalen Waffenruhe um Oleschky zusammen, eine seit 2022 russisch besetzte Stadt in der Region Cherson. Die Waffenruhe endete um Mitternacht Moskauer Zeit, also um 23:00 Uhr griechischer Zeit. Sie war unter Vermittlung von Melania Trump, der First Lady der USA, und unter Beteiligung von Papst Leo XIV. zustande gekommen und ermöglichte die Evakuierung von Zivilisten. Die ukrainische Armee teilte mit, am Sonntag kurz vor Ende der Waffenruhe 167 Menschen aus dem Süden der Region Cherson evakuiert zu haben. Berichte bezeichnen sie als die längste lokale Kampfpause seit dem russischen Einmarsch 2022. Keine Seite zeigte Anzeichen für eine sofortige Wiederaufnahme der Kämpfe, doch die ukrainischen Behörden riefen die Einwohner zur Wachsamkeit gegenüber möglichen neuen russischen Angriffen auf.

Was unklar bleibt

Die beiden Vorfälle, die nur Stunden auseinanderlagen, sind nicht als zusammenhängend bestätigt. Unbekannt ist auch, wer sie ausführte und ob dieselben Akteure hinter beiden stecken. Das ukrainische Ministerium für digitale Transformation erklärte, die App Air Alert sei offline, während Sirenen und andere Warnkanäle weiter funktionierten.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Organisationen
Reuters

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen