Waldbrand bei Langscheid verbrennt 50 Hektar, verletzt 21 Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz
Ein Wald- und Wiesenbrand verzehrte 50 Hektar bei Langscheid in Rheinland-Pfalz am 14. August, verletzte 21 Einsatzkräfte und löste Evakuierungswarnungen für 900 Anwohner aus, bevor er unter Kontrolle gebracht wurde.
Brandausbruch bei Langscheid
Ein großer Wald- und Wiesenbrand brach am 14. August 2026 gegen 11:00 Uhr bei Langscheid im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz aus. Der Brand verzehrte schätzungsweise 50 Hektar Wald- und Wiesenland, woraufhin rund 300 Einsatzkräfte und zwei Hubschrauber zum Einsatzort beordert wurden. Der Brand wurde am Abend des 14. August als weitgehend unter Kontrolle gemeldet, obwohl die Feuerwehr weiterhin an mehreren Brandfronten und anhaltenden Glutnestern kämpfte. Die betroffenen Gebiete umfassten Langenfeld, Hohenleimbach, Arft, Netterhöfe, Hausten und Morswiesen. Die Kreisverwaltung riet den Anwohnern, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten, da sich massiver Rauch entwickelte.
Evakuierungsdrohungen und Reaktion
Wechselnde Winde ließen das Feuer immer wieder die Richtung wechseln, was die Behörden veranlasste, eine vorbereitende Evakuierungswarnung für die Dörfer Langenfeld und Arft mit insgesamt rund 900 Einwohnern herauszugeben. Die Anwohner wurden aufgefordert, das Nötigste für zwei bis drei Tage zu packen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. Kreissprecher Damian Morcinek schilderte die Herausforderungen.
Derzeit haben wir es mit der Wetterlage zu tun, oder müssen sie vielmehr beobachten, weil die Feuer immer wieder die Richtung wechseln.
Landrat Marko Boos bestätigte auf einer Pressekonferenz, dass die Evakuierung von Langenfeld und Arft letztlich nicht notwendig war. Rainer Nell, der Kreisbrand- und Katastrophenschutzinspektor, zeigte sich erleichtert.
Gott sei Dank mussten wir diese Maßnahmen nicht umsetzen.
Im abgelegeneren Ortsteil Netterhöfe wurden 20 bis 25 Häuser evakuiert, weil das Feuer den Gebäuden sehr nahe gekommen war. Die Bewohner von Netterhöfe konnten später in ihre Häuser zurückkehren. Timo Kanzinger, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vordereifel, sagte am Abend des 14. August, die Evakuierungsbereitschaft werde bis zu weiteren Lagebeurteilungen aufrechterhalten.
Verletzte und Notfallmaßnahmen
Die Zahl der Verletzten stieg zwischen den Meldungen an. Erste Angaben vom 14. August sprachen von sieben verletzten Feuerwehrleuten, von denen vier ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Bis zum 15. August erklärte ein Kreissprecher, insgesamt seien 21 Einsatzkräfte behandelt worden, deren Verletzungen von leichter Verbändeversorgung bis zu schweren Verbrennungen reichten. Der leitende Notarzt des Kreises, Mario Klingbeil, berichtete, dass die Feuerwehrleute leichte Verbrennungen, eine Knöchelverstauchung und Hitzeschäden erlitten hatten. Zwei Hubschrauber führten regelmäßige Wasserabwürfe über dem Gebiet durch, und Landwirte transportierten Wasser in ihren Anhängern zur Unterstützung des Einsatzes. Michael Hartung, stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Brohltal, sagte, die Einsatzkräfte arbeiteten an verschiedenen Brandfronten, stießen aber auf anhaltende Glutnester.
- Brand bricht gegen 11:00 Uhr bei Langscheid aus, verbrennt 50 Hektar; Evakuierungswarnungen für Langenfeld und Arft; 7 Feuerwehrleute verletzt; Brand am Abend weitgehend unter Kontrolle
- Feuerwehr konzentriert sich auf Löschen von Glutnestern; Zahl der Verletzten steigt auf 21 behandelte Einsatzkräfte
- Fire declared largely under control; 20 to 25 houses in Netterhöfe evacuated, residents later return
- Firefighters focus on extinguishing hot spots; injury count rises to 21 personnel treated
Hilfe aus der Bevölkerung und laufende Arbeiten
Der Brand löste eine Welle spontaner Unterstützung durch die Anwohner aus, die über soziale Medien wasserführende landwirtschaftliche Fahrzeuge, Getränke für die Rettungskräfte und Unterkünfte für Menschen mit Hunden oder Pferden anboten. Die Einsatzleitung bedankte sich bei allen spontanen Helfern, bat die Öffentlichkeit jedoch darum, nicht selbstständig in das Gebiet zu kommen, um die Zufahrtswege für Einsatzfahrzeuge freizuhalten. Markus Thiel, der Ortsbürgermeister von Arft, der selbst zu den eingesetzten Kräften gehörte, schilderte die Szene.
Es ist einfach nur erschreckend. Erschreckend ist eine Untertreibung dessen, was man hier sieht. Irgendwie fehlen die Worte dafür. Einfach nur entsetzlich.
Bis zum 15. August konzentrierten sich die Feuerwehrleute darauf, verbliebene Glutnester zu löschen, um ein Wiederaufflammen zu verhindern, und nutzten dazu Wasser aus dem Riedener Waldsee. Ein Kreissprecher sagte, es sei noch unklar, ob der Einsatz im Laufe des Tages abgeschlossen werden könne, wie am Abend des 14. August noch gehofft worden war.


