
Über 1.100 Feuerwehrleute bekämpfen Waldbrand in Nordportugal – Hitzewelle nährt 10.000-Hektar-Feuer
Ein Waldbrand, der am Donnerstag in Vouzela im Norden Portugals ausgebrochen ist, hat bereits mehr als 10.000 Hektar verbrannt und mindestens neun Menschen verletzt. Am Samstag waren bei extremer Hitzewelle noch über 1.100 Feuerwehrleute im Einsatz, um das Feuer einzudämmen.
Brandverlauf und Einsatz
Der Waldbrand begann in der Gemeinde Vouzela im Distrikt Viseu in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, den 2. Juli. Bis Freitagabend meldete der nationale Katastrophenschutzkommandant Mario Silvestre, dass die Flammen schätzungsweise 10.000 Hektar Wald und Buschland vernichtet hätten. Die Feuerfront breitete sich auf benachbarte Gemeinden in der Region Aveiro aus, was die Eindämmung erschwerte. Am Samstag waren noch mehr als 1.100 Feuerwehrleute im Einsatz, unterstützt von rund 380 Fahrzeugen sowie acht Löschflugzeugen und Hubschraubern. Eine spanische Militäreinheit traf zur Verstärkung ein, nachdem Portugal am Freitag den EU-Katastrophenschutzmechanismus aktiviert hatte. Trotz des Umfangs des Einsatzes war das Feuer am Samstagnachmittag noch nicht unter Kontrolle.
Opfer und Evakuierungen
Die Katastrophenschutzbehörde bestätigte mindestens neun Verletzte. Zwei Zivilisten befanden sich in einem ernsten Zustand: einer mit Verbrennungen, ein weiterer nach einem Sturz. Todesfälle wurden nicht gemeldet. Während das Feuer in Vouzela am Samstag der einzige große aktive Brand war, brannten kleinere Feuer in Setúbal (Süden), Arouca (Norden) und Barcelos (Norden). Jenseits der Grenze in Spanien zwang ein separates Feuer nahe der Costa Brava die Behörden, rund zehn Gemeinden in Katalonien, einem beliebten Sommerurlaubsgebiet, unter Quarantäne zu stellen.
Internationale Hilfe
Angesichts extremer Brandgefahr aktivierte die portugiesische Regierung den EU-Katastrophenschutzmechanismus sowie ihre bilateralen Abkommen mit Spanien und Marokko. Lissabon forderte zwei Canadair-Löschflugzeuge von Spanien und zwei von Marokko an. Bis Samstag war bereits ein spanischer Canadair im Einsatz, und eine spanische Militäreinheit war vor Ort. Das Innenministerium bestätigte die Anfragen und betonte, dass der europäische Mechanismus bei großflächigen Notlagen eine schnelle grenzüberschreitende Unterstützung ermögliche. Die Aktivierung erfolgte, als die Temperaturen stiegen und die Löschkapazitäten an ihre Grenzen stießen.
Wetter- und Klimakontext
Die Brände werden durch eine intense Hitzewelle angefacht. Die portugiesische Wetterbehörde hat am Samstag 13 der 18 Festlanddistrikte in die höchste Warnstufe (Rot) versetzt – örtlich werden Temperaturen bis zu 44 °C erwartet. Die höchste Alarmstufe bleibt am Sonntag für sieben zentrale und südliche Distrikte bestehen. Die Iberische Halbinsel ist stark den Folgen des Klimawandels ausgesetzt, der Hitzewellen häufiger und Dürren langanhaltender macht. Portugal verzeichnete im vergangenen Jahr den heißesten Sommer seit 1931, und das Land ist noch von der Erinnerung an die Brände von 2017 geprägt, bei denen mehr als 100 Menschen ums Leben kamen. Das Feuer in Vouzela ist der erste große Waldbrand des Sommers, der nach Einschätzung der Behörden angesichts der anhaltenden Trockenperiode und der frühen Hitzewelle schwerwiegend sein könnte.
- Feuer bricht in Vouzela, Distrikt Viseu, in der Nacht aus.
- Feuer breitet sich in die Region Aveiro aus; mindestens neun Verletzte; Portugal bittet um internationale Hilfe.
- Über 1.100 Feuerwehrleute im Einsatz; spanische Militäreinheit trifft ein; rote Warnstufe in 13 Distrikten.


