
Waldbrand zerstört 100 Hektar in Belgiens Hohem Venn – Notfallplan der Provinz ausgelöst
Ein Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn bei Baelen hat seit Freitagnachmittag rund 100 Hektar Vegetation zerstört. Daraufhin wurde der Notfallplan der Provinz aktiviert und die N68 gesperrt.
Ausbruch und Ausbreitung
Am Freitag, den 14. August, kurz nach 13:00 Uhr brach in der Fagne des Deux-Séries nahe dem Kreisverkehr Drossart auf dem Gebiet der Gemeinde Baelen im Naturschutzgebiet Hohes Venn in der belgischen Provinz Lüttich ein Waldbrand aus. Das Feuer erfasste zunächst etwa einen Hektar, breitete sich aber aufgrund von Dürre und hohen Temperaturen rasch mit einer Geschwindigkeit von 5 bis 10 km/h aus. Am späten Nachmittag wurde die verbrannte Fläche auf rund 60 Hektar geschätzt, eine Quelle nannte 600.000 Quadratmeter. Am Abend berichteten Einsatzkräfte vor Ort von etwa 100 zerstörten Hektar, so der VRT-NWS-Journalist Ferre Windey. Die Umstände des Brandausbruchs sind noch unbekannt.
- Brand beginnt in der Fagne des Deux-Séries nahe Kreisverkehr Drossart, Baelen, zunächst 1 Hektar
- Brand breitet sich auf etwa 60 Hektar mit 5 bis 10 km/h aus
- Amtierende Gouverneurin Anne Dassy löst Provinzphase des Notfallplans aus
- Einsatzkräfte vor Ort melden etwa 100 zerstörte Hektar
- Hubschraubereinsätze für die Nacht eingestellt
- Hubschraubereinsätze sollen wieder aufgenommen werden
Notfallmaßnahmen
Die amtierende Gouverneurin der Provinz Lüttich, Anne Dassy, löste am Freitagnachmittag die Provinzphase des Notfallplans aus, um die Einsätze zu koordinieren und die Bevölkerung sowie die Umwelt zu schützen. Drei Rettungszonen der Provinz, die DNF (Département de la Nature et des Forêts), der Zivilschutz, die Bundespolizei und die Ortspolizei wurden mobilisiert. Zwei Bundespolizeihubschrauber mit „Bambi-Buckets“ führten Wasserabwürfe durch und entnahmen Wasser aus der Talsperre Gileppe. Der Zivilschutz errichtete zudem ein Becken in der Nähe des Einsatzortes, damit die Hubschrauber effizienter nachfüllen konnten. Die Hubschraubereinsätze wurden über Nacht eingestellt und sollten am Samstag, den 15. August, um 07:00 Uhr wieder aufgenommen werden, so die Bürgermeisterin von Baelen, Nathalie Thönnissen.
- Anfänglicher Ausbruch
- 1 Hektar
- Nachmittag, 14. Aug.
- 60 Hektar
- Abend, 14. Aug.
- 100 Hektar
Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung
Eine Evakuierung der lokalen Bevölkerung wurde nicht angeordnet. Die N68 wurde für den Verkehr gesperrt, und der Gouverneur der Provinz Lüttich, Hervé Jamar, bat die Bewohner in einer über Nacht von Freitag auf Samstag geteilten Facebook-Nachricht, das Gebiet bis auf Weiteres zu meiden. Sämtliche Spaziergänge und Wanderungen in der betroffenen Zone des Hohen Venns wurden formell untersagt. Mehrere Veranstaltungen wurden abgesagt, darunter die Nuit des étoiles filantes am Freitagabend und die Enduro-Moto von Stavelot, die für Sonntag geplant war. Die Gemeinde Baelen bat die Bewohner, die Notrufzentrale nicht wegen Rauch oder Brandgeruchs zu kontaktieren und den Notruf 112 nur dann zu wählen, wenn Flammen oder eine Brandquelle direkt sichtbar seien.
Aussagen von Amtsträgern
SPW-Sprecher Nicolas Yernaux beschrieb die Bedingungen, mit denen die Feuerwehrleute konfrontiert waren, und wies darauf hin, dass ähnliche Brände in ganz Wallonien auftraten.
Der Wind ist derzeit ungünstig für uns, und das Feuer entfernt sich von den Wegen. Angesichts der Dürre und der großen Hitze haben wir uns vorgestellt, dass die Situation kompliziert sein würde. Dies ist übrigens ein wenig überall in Wallonien der Fall, wo Brände ausbrechen.
Yernaux warnte auch davor, dass Schaulustige an bestimmten Stellen die Bewegung der Einsatzfahrzeuge behinderten und die Arbeit der Rettungskräfte störten. Die amtierende Gouverneurin Anne Dassy betonte die geltenden Einschränkungen.
Folglich sind alle Spaziergänge in der vom Brand betroffenen Zone ab sofort formell untersagt. Wir zählen auf das Verständnis und die Kooperation der Bevölkerung, um die laufenden Rettungsarbeiten zu erleichtern.
Dassy hob auch die Bedeutung der Solidarität zwischen den verschiedenen Rettungszonen und die gemeinsamen Anstrengungen zur Bewältigung der Krise hervor. Der Gouverneur sowie die Bürgermeister von Baelen und Jalhay verfolgten die Lage aufmerksam und blieben mit den Einsatzkräften in Kontakt, um die Entwicklung des Feuers zu beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.


