Waldbrände in Hessen und Bayern halten Feuerwehr bis Montagabend in Atem
Am Montag brachen in Hessen mehrere Waldbrände aus, deren Rauch bis ins benachbarte Bayern zog, während ein weiterer Brand in der Oberpfalz mit Hilfe von Landwirten, die mit Güllefässern voller Wasser anrückten, gelöscht wurde.
Brände bei Rodenbach
Am Montagmittag brachen zwischen Ober- und Niederrodenbach im Main-Kinzig-Kreis mehrere Waldbrände aus, woraufhin die integrierte Leitstelle eine Katwarn-Warnung an die Anwohner herausgab. Ein Polizeisprecher erklärte am frühen Montagabend, dass mehrere tausend Quadratmeter Wald betroffen seien, während die Kreisbrandinspektion aus Aschaffenburg, die bei dem Einsatz unterstützte, von mindestens 30.000 Quadratmetern sprach. Frank Wissel, Kreisbrandrat von Aschaffenburg, schätzte die Gesamtfläche auf etwa zwei bis drei Hektar an vier Brandherden. Das Feuer breitete sich zunächst in Richtung einer Ferienhaussiedlung im Wald aus, wurde aber dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr nicht von den Flammen erreicht. Bei dem Brand in Rodenbach wurden keine Verletzten gemeldet. Die Polizei erklärte, Brandstiftung könne nicht ausgeschlossen werden, und Zeugen wurden gebeten, sich an die Kriminalpolizei in Hanau zu wenden.
Grenzüberschreitender Rauch und gegenseitige Hilfe
Rauch vom Brand in Rodenbach zog über die Grenze nach Bayern, weshalb die Behörden die Anwohner in Alzenau (Landkreis Aschaffenburg) baten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zahlreiche Notrufe besorgter Alzenauer Bürger gingen bei der integrierten Leitstelle in Aschaffenburg ein. Ein bayerischer Polizeihubschrauber aus Würzburg beteiligte sich auf hessischer Seite an den Löscharbeiten, und die Feuerwehr Alzenau setzte zwei Waldbrandfahrzeuge ein. Rund ein Dutzend Feuerwehren aus Rodenbach und Umgebung waren im Einsatz, darunter auch Einheiten aus Bayern, die zur Ablösung der Kollegen einwechselten. Sechs große Abrollbehälter mit je 10.000 Litern Fassungsvermögen wurden positioniert, um die Wasserversorgung zu sichern. Polizeidrohnen und ein Hubschrauber unterstützten den Einsatz aus der Luft. Bis zum frühen Montagabend waren einige Brandherde gelöscht, während andere in schwer zugänglichem Gelände weiter brannten. Ein Polizeisprecher sagte, ein Ende des Einsatzes sei noch nicht absehbar.
- Erster Waldbrand bei Rodenbach im Main-Kinzig-Kreis gemeldet
- Brand im Taunus unter Kontrolle gebracht; separater Brand in Schnaittenbach, Oberpfalz, bricht aus
- Polizei meldet mehrere tausend Quadratmeter betroffen in Rodenbach; Löscharbeiten laufen
- Löscharbeiten in Rodenbach dauern an; Ende nicht absehbar
Brand im Taunus und Feuer in der Oberpfalz
Im Rheingau-Taunus-Kreis brannten rund 8.000 Quadratmeter Wald zwischen Hohenstein-Breithardt, Born und Bad Schwalbach-Adolfseck, was einen Großeinsatz auslöste. Drei Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. Das Feuer wurde bis Montagnachmittag unter Kontrolle gebracht, wobei sich die Einsatzkräfte darauf konzentrierten, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Unabhängig davon brach in der Nähe des Ortsteils Holzhammer von Schnaittenbach in der Oberpfalz ein Waldbrand aus, bei dem etwa 1.000 Quadratmeter verbrannten. Polizeisprecher Dominik Lehmeier sagte, dass rund 160 Kräfte im Einsatz waren, darunter etwa 120 Feuerwehrleute. Das Feuer wurde schnell gelöscht, nachdem Landwirte mit wassergefüllten Güllefässern eintrafen, eine Maßnahme, die half, den Brand rasch unter Kontrolle zu bringen. Ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt, als er sich im schwierigen Gelände den Knöchel verstauchte. Auch Bergwacht und THW waren im Einsatz und erkundeten mit Quads unwegsame Waldwege und versorgten die Einsatzkräfte mit Wasser und Verpflegung.
Wetterlage
Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigte am Montag für ganz Hessen eine hohe oder sehr hohe Gefahr, mit Ausnahme der Wasserkuppe, des höchsten Berges Hessens, wo die Gefahr mäßig war. Hohe Temperaturen und starker Wind erschwerten die Löscharbeiten an allen Standorten. Der erste Brand bei Rodenbach wurde gegen Mittag gemeldet, und bis Montagabend waren die Löscharbeiten noch im Gange, ohne dass ein Ende absehbar war.


