
Waldbrand bei Madrid auf 'schlimmstem Niveau' – 40.000 Betroffene, EU schickt Flugzeuge
Mehr als 40.000 Menschen wurden evakuiert oder in ihren Häusern eingeschlossen, nachdem drei Brände in den Regionen Madrid und Ávila zu einer Front verschmolzen sind. Die Behörden bezeichnen das Feuer als 'unmöglich zu löschen'.
Drei Brände werden zu einem
Was am Donnerstag als separate Brände in Villa del Prado, San Martín de Valdeiglesias (Madrid) und Burgohondo (Ávila) begann, ist zu einer einzigen, unaufhaltsamen Front verschmolzen. Am Freitagnachmittag erreichte das Feuer seinen Höhepunkt. Madrids Umweltminister Carlos Novillo erklärte es für "unmöglich zu löschen" und warnte, dass die Front nun außerhalb der direkten Bekämpfungsmöglichkeiten der Bodentruppen liege. Die Priorität, so sagte er, habe sich auf den Schutz von Städten, die Unterstützung von Evakuierten und die Konsolidierung der rechten Flanke angesichts einer erwarteten Windänderung verlagert.
Das Feuer ist auf dem schlimmsten Niveau und unmöglich zu löschen.
Satellitenbilder, die Reuters am 23. Juli aufgenommen hat, zeigen im Vergleich zu denen vom 17. Juli eine riesige Brandnarbe zwischen den beiden Regionen. Die Rauchsäule zieht weiter nach Norden als von Modellen vorhergesagt, was die Befürchtung weckt, dass die Flammen das Baumkronendach erreichen und sich in Richtung San Martín de Valdeiglesias beschleunigen könnten.
Evakuierungen und Notstandserklärung
Mehr als 40.000 Menschen sind allein in der Region Madrid betroffen: 26.000 wurden vorsorglich evakuiert, der Rest in ihren Häusern eingeschlossen. Im benachbarten Ávila wurden 1.500 Einwohner vertrieben. Die spanische Regierung verhängte am Donnerstagabend den nationalen Notstand für beide Provinzen und verwies auf das Ausmaß der Brände, das "besonders widrige" Wetter und die Notwendigkeit, Ressourcen über Verwaltungsgrenzen hinweg zu bündeln.
Es ist der schlimmste Brand in der Geschichte der Autonomen Gemeinschaft Madrid.
Die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso bezeichnete die Situation als einen "perfekten Sturm" aus starken Winden und hohen Temperaturen und beschrieb die kommenden Stunden als "extrem kompliziert" und eine "Katastrophe" für die Region. Sie prangerte zudem eine ihrer Ansicht nach Vernachlässigung ländlicher Gebiete an und forderte, diesen eine höhere Priorität einzuräumen.
EU mobilisiert Luftunterstützung
Spanien aktivierte den europäischen Katastrophenschutzmechanismus und forderte vier Luftlöscheinheiten an. Griechenland und Italien reagierten mit insgesamt vier Flugzeugen. Die rescEU-Flotte der EU umfasst 22 Flugzeuge und fünf Hubschrauber sowie eine Reserve von 777 Feuerwehrleuten, die in Hochrisikogebieten vorpositioniert sind. Auch Frankreich hat EU-Hilfe für seine eigenen Waldbrände beantragt, während Spaniens Innenminister Fernando Grande‑Marlaska anmerkte, dass neun weitere Brände in ganz Spanien auf nationale Luftressourcen zurückgreifen.
Es ist ein sehr schwieriger Tag mit einer sehr widrigen Lage.
Politische Reaktion und nächste Schritte
Ministerpräsident Pedro Sánchez wird am Samstag um 08:00 GMT das Koordinationszentrum für Notfälle in Cenicientos besuchen, begleitet von Grande‑Marlaska. Sánchez räumte eine "dramatische Situation" in mehreren Provinzen ein und rief die Bevölkerung auf, den offiziellen Anweisungen Folge zu leisten. Der Besuch erfolgt, während die Einsatzkräfte sich auf eine Windrichtungsänderung vorbereiten, die die rechte Flanke des Feuers auf die Probe stellen könnte.
- Waldbrände brechen in Villa del Prado, San Martín de Valdeiglesias (Madrid) und Burgohondo (Ávila) aus.
- Notstand für Madrid und Ávila ausgerufen; EU-Katastrophenschutzmechanismus aktiviert.
- Drei Brände verschmelzen zu einer Front; 40.000 Menschen betroffen, 6.000 Hektar verbrannt.
- Ministerpräsident Pedro Sánchez besucht das Koordinationszentrum für Notfälle in Cenicientos.
Wetter und Ausblick
Die spanische Wetterbehörde Aemet erklärte, dass die Brandgefahr am Freitag trotz eines leichten Temperaturrückgangs in weiten Teilen des Landes sehr hoch oder extrem bleiben werde. Es wird erwartet, dass die widrigen Winde noch mindestens 24 bis 48 Stunden anhalten. Die Behörden setzen ihre Hoffnungen auf die nächtliche Flaute und darauf, zu verhindern, dass die Flammen die Baumkronen erreichen, was die Ausbreitung des Feuers drastisch beschleunigen würde. Bisher sind in diesem Jahr in Spanien nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems fast 130.000 Hektar verbrannt.


