
Frankreich und Spanien kämpfen gegen Rekord-Waldbrände, seltene Feuersturmwolken bilden sich, EU mobilisiert Hilfe
Großbrände im Südwesten Frankreichs und in Zentralspanien haben jeweils über 42.000 und 130.000 Hektar verbrannt, Evakuierungen von mehr als 220.000 Menschen ausgelöst und Hilfe aus der gesamten Europäischen Union mobilisiert, während die Behörden vor einer Verschlechterung der Lage warnen.
Das Ausmaß der Katastrophe
Am 22. Juli entzündete sich ein Waldbrand im Département Gironde im Südwesten Frankreichs. Bis zum 28. Juli hatte er 42.000 Hektar (eine Fläche viermal so groß wie Paris) verbraucht und reichte bis auf 15 Kilometer an Bordeaux heran. Über 220.000 Einwohner und Touristen wurden aus 23 Gemeinden evakuiert, mehr als 240 Häuser wurden zerstört oder beschädigt. In Spanien haben Waldbrände seit Saisonbeginn landesweit 130.000 Hektar verbrannt, wobei die schwersten Brände in der Nähe von Madrid in den Regionen Ávila, Toledo und Castellón wüteten. Etwa 70.000 Menschen wurden aus vier Gebieten evakuiert, weitere 40.000 unter Ausgangssperre gestellt. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez rief den nationalen Notstand aus, das erste Mal in der Geschichte Spaniens, dass eine solche Maßnahme für Waldbrände ergriffen wurde.
Feuerwehrleute getötet, Dutzende verletzt
Zwei Feuerwehrleute starben Anfang der Woche in der Gironde bei der Bekämpfung eines separaten Brandes in der Nähe des Flughafens Bordeaux-Mérignac, und ein dritter französischer Feuerwehrmann, der im Département Bouches-du-Rhône im Einsatz war, starb am Montag beim Betanken eines Fahrzeugs. Mindestens 93 Feuerwehrleute wurden allein beim Brand in der Gironde verletzt. Etwa 2.750 Feuerwehrleute sind an der Front im Einsatz, unterstützt von 1.500 Soldaten, 1.440 Polizisten und anderem Personal sowie 18 Löschflugzeugen. Die Feuerfront hat sich als unberechenbar erwiesen.
Die Feuerfront ändert ständig ihre Position. Ein Kampf ist unmöglich; wir sind wie David gegen Goliath.
'Feuerdrachen'-Wolken verstärken das Chaos
Zum ersten Mal in Frankreich erzeugte der Inferno eine Pyrocumulonimbus-Wolke, ein Phänomen, das als 'Feuerdrache' bekannt ist, weil es bis zu 14 Kilometer in die Stratosphäre reicht und eigene Blitze erzeugt. David Bowman, Professor für Brandwissenschaft an der University of Tasmania, erklärte gegenüber Reuters, dass es funktioniert "wie ein riesiger Schornstein. Das Feuer brennt unten, und heiße Luft mit Rauch wird senkrecht nach oben gesaugt, sogar bis in die Stratosphäre." Diese Wolken können durch Blitzeinschläge neue Brände entfachen und heftige Fallböen erzeugen, die die Richtung des Feuers unvorhersehbar verändern. Präfektin Sophie Brocas beschrieb das Feuer als "eine Kombination aus Feuer, Sturm und Wind zugleich", was die Löscharbeiten extrem erschwert.
EU-Solidarität und polnischer Einsatz
Die Europäische Union aktivierte ihren Katastrophenschutzmechanismus und entsandte 13 Löschflugzeuge, 4 Hubschrauber, 134 Feuerwehrleute und 41 Feuerwehrfahrzeuge aus Mitgliedstaaten wie Deutschland, Portugal, Griechenland und Italien. Polen kündigte an, ab dem 1. August 105 Feuerwehrleute für einen einmonatigen Einsatz nach Spanien zu schicken, die in der Region Kastilien-La Mancha operieren werden. Hauptmann Łukasz Czemarmazowicz, stellvertretender Kommandeur der ersten Schicht, sagte, die polnischen Mannschaften würden mit Handwerkzeugen und leichter Ausrüstung arbeiten, um Brandschneisen zu schaffen, wo Wasser knapp ist, und dabei mit Hubschraubern und Flugzeugen koordinieren.
Die Flugzeuge werfen Wasser ab. Dann gehen Teams wie unseres hinein und löschen, was übrig bleibt. Sie suchen auch nach neuen Stellen, an denen Wasserabwürfe möglich sind.
Klimakontext und Ausblick
Präsident Emmanuel Macron besuchte das Kommandozentrum in Bordeaux und bezeichnete die Krise als "die schlimmste, die wir je verzeichnet haben, die schwierigste seit dem Zweiten Weltkrieg", und warnte, dass "die kommenden Wochen schwierig werden". Die Brände wurden durch eine schwere Dürre und Temperaturen, die diese Woche 38 bis 40 Grad Celsius erreichen sollen, angefacht. Wissenschaftler wiesen auf die Bildung von Pyrocumulonimbus-Wolken als Zeichen dafür hin, was häufigere extreme Feuerereignisse für Europa bringen könnten, das lange daran gewöhnt war, solche Phänomene nur in den USA und Australien zu sehen.
- Brand entzündet sich im Département Gironde nahe Arcachon
- Pyrocumulonimbus-Wolke erstmals über dem Brand in Frankreich beobachtet
- Brand stabilisiert sich bei 42.000 ha, bleibt aber gefährlich; 220.000 evakuiert
- Vorsorgliche Evakuierung von 4.000 Touristen aus dem Ferienort Lacanau
- Polnische Feuerwehrleute werden in die spanische Region Kastilien-La Mancha entsandt
- Frankreich (Brand in der Gironde)
- 42000 ha
- Spanien (landesweit)
- 130000 ha


