
Spanien ruft für die Region Madrid den Notstand aus, während Waldbrände 10.000 Menschen zur Evakuierung zwingen
Innenminister Fernando Grande-Marlaska verkündete die Maßnahme über Nacht, während drei große Brände nahe der Hauptstadt wüten, Hochgeschwindigkeitszugverbindungen eingestellt und Tausende zur Flucht aufgefordert wurden.
Notstand ausgerufen
In den frühen Morgenstunden des Freitags hat der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska den Notstand in der Autonomen Gemeinschaft Madrid und der benachbarten Provinz Ávila ausgerufen. Die Entscheidung, kurz nach Mitternacht bekannt gegeben, übertrug die operative Führung der Brandbekämpfung dem Chef der Militärischen Notfalleinheit (UME). Das Ministerium erklärte, der Schritt sei durch die dringende Notwendigkeit motiviert gewesen, dass die Dienste der Zentralregierung die Kontrolle über den Kampf gegen die Flammen im Zentrum des Landes übernehmen. Zum Zeitpunkt der Erklärung wüteten drei große Waldbrände außer Kontrolle und bedrohten Städte sowie wichtige Verkehrsverbindungen.
- Brand bricht in der Provinz Toledo aus, breitet sich auf die Region Madrid aus und erzwingt 700 Evakuierungen.
- Neuer Brand in San Martín de Valdeiglesias; 3.500 aus Aldea del Fresno evakuiert; Hochgeschwindigkeitszüge eingestellt.
- Notstand in Madrid und Ávila ausgerufen; militärische Notfalleinheit übernimmt das Kommando.
Evakuierungen und Schäden
Nach Schätzungen des Innenministeriums wurden seit Donnerstag mehr als 10.000 Menschen aus der Region Madrid evakuiert. Die Bewohner von Villa del Prado, San Martín de Valdeiglesias, Pelayos de la Presa und Aldea del Fresno wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, als die Flammen näher rückten. Eine Frau aus Villa del Prado berichtete, wie ein Anruf eines Nachbarn über Rauch zu einem Wettlauf um die Flucht wurde: Innerhalb einer halben Stunde wurde aus einer dünnen Rauchsäule eine Feuerwand, und ihre Familie floh mit dem Auto. In der Provinz Ávila wurden fast 8.000 Dorfbewohner in Gemeinden nahe Burgohondo angewiesen, in ihren Häusern zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten, anstatt zu evakuieren, als die Feuerfront näher rückte. Ein früherer Brand, der am Mittwoch in der Provinz Toledo ausgebrochen war und auf die Region Madrid übergegriffen hatte, hat 700 Menschen aus El Encinar del Alberche daran gehindert, nach Hause zurückzukehren.
600 der 850 verbrannten Hektar liegen in meiner Region. Mindestens 26 Häuser wurden vollständig oder teilweise zerstört.
Die Chefin der Region Madrid, Isabel Díaz Ayuso, erklärte, der Großteil des Schadens liege in ihrem Zuständigkeitsbereich. Die Regionalregierung behielt die Alarmstufe zwei bei, die eine Gefahr für Leben und Eigentum sowie den Bedarf an groß angelegten Brandbekämpfungsressourcen anzeigt.
Verkehr lahmgelegt
Die Nähe der Flammen erzwang am Donnerstag für mehrere Stunden die Einstellung des Hochgeschwindigkeitszugverkehrs zwischen Madrid und Barcelona. Auch Vorortzuglinien, die Mejorada del Campo und Alcalá de Henares verbinden, wurden eingestellt, was Pendler, die zur Arbeit in die Hauptstadt reisen, beeinträchtigte. Mehrere Überlandbuslinien wurden gestrichen und Straßen gesperrt. Verkehrsminister Óscar Puente räumte die zunehmende Häufigkeit solcher Störungen ein.
Dies ist eine Realität, mit der wir leider werden leben müssen, denn die Zahl der Brände in Spanien hat zugenommen.
Breitere Feuerkrise
Feuerwehrleute in ganz Spanien bekämpfen rund 100 aktive Brände. In der Provinz Guadalajara in der Region Kastilien-La Mancha bekämpfen Einsatzkräfte seit einer Woche einen Brand; es ist der zweitgrößte Waldbrand in Spanien seit Beginn der Aufzeichnungen. Einige Evakuierte dort durften zurückkehren, nachdem sich die Lage stabilisiert hatte. In Huelva, Andalusien, erhielten 384 zuvor evakuierte Bewohner die Erlaubnis, nach Hause zurückzukehren, obwohl die Brandbekämpfung fortgesetzt wird. Katalonien bleibt aufgrund extremer Temperaturen und Brandgefahr in höchster Alarmbereitschaft. Nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) sind in Spanien in diesem Jahr bisher fast 125.000 Hektar Waldfläche verbrannt.
## Ausblick
Die Wetterbedingungen bleiben extrem, mit hohen Temperaturen, Wind und trockenem Gelände, die die Brände anfachen. Die Alarmstufe zwei in der gesamten Region Madrid bleibt bestehen, und die Behörden warnen, dass das Risiko einer weiteren Ausbreitung hoch ist. Die nun koordinierende militärische Notfalleinheit steht vor einem komplexen Einsatz, da mehrere Fronten weiter vorrücken.


