Bundesgericht blockiert von der GOP unterstützte Wahlkreiskarte Alabamas und erhält zwei mehrheitlich schwarze Bezirke für die Zwischenwahlen 2026
Ein dreiköpfiges Bundesgericht hat Alabama daran gehindert, eine von den Republikanern gezeichnete Wahlkreiskarte zu verwenden, die einen der beiden mehrheitlich schwarzen Bezirke des Bundesstaates beseitigt hätte. Dies ist ein schwerer Schlag für die Bemühungen der GOP, das Repräsentantenhaus bei den Zwischenwahlen im November zu halten.
Ein Bundesgericht in Alabama hat am Dienstag eine einstweilige Verfügung erlassen, die den Bundesstaat daran hindert, eine von den Republikanern unterstützte Wahlkreiskarte für die Zwischenwahlen 2026 umzusetzen. Das dreiköpfige Richtergremium entschied, dass die vorgeschlagene Karte, die die Anzahl der mehrheitlich schwarzen Bezirke von zwei auf einen reduziert hätte, schwarze Wähler absichtlich diskriminiert.
Das Urteil des Gerichts
In einer 79-seitigen Entscheidung stellte das Gremium fest, dass die Karte schwarze Wähler absichtlich und rechtswidrig ins Visier nahm, und erklärte, man könne nicht zulassen, dass die Bürger Alabamas unter einem Plan wählen, der „durch absichtliche rassistische Diskriminierung befleckt“ sei. Das Gericht ordnete an, dass der Bundesstaat die für die Wahlen 2024 festgelegte Karte verwenden muss, die zwei mehrheitlich schwarze, demokratisch orientierte Bezirke umfasst. Dieses Urteil erfolgt, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA das untere Gericht angewiesen hatte, seine früheren Feststellungen im Lichte einer jüngsten Entscheidung zu überprüfen, die den Voting Rights Act geschwächt hatte.
Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber es ist noch ein weiter Weg, bis dieser Kampf entschieden ist.
Ein breiterer Trend im Süden
Der Fall in Alabama ist Teil einer hektischen neuen Runde der Wahlkreisneuziehung im gesamten Süden der USA. Nachdem der Oberste Gerichtshof im April ein Urteil gefällt hatte, das den Voting Rights Act von 1965 massiv geschwächt hatte, sind von den Republikanern geführte Bundesstaaten aggressiv vorgegangen, um Karten neu zu zeichnen. Tennessee und Louisiana haben jeweils einen mehrheitlich schwarzen Sitz im US-Repräsentantenhaus abgeschafft, während der Senat von South Carolina dabei ist, einen Plan zu verabschieden, der den Bezirk des langjährigen demokratischen Abgeordneten Jim Clyburn auflösen würde.
Politische Bedeutung für die Zwischenwahlen
Der Rechtsstreit hat enormes Gewicht für die Zwischenwahlen am 3. November, bei denen es um die Kontrolle des US-Repräsentantenhauses geht. Die Republikaner haben derzeit eine sehr knappe Mehrheit, und jeder Sitz ist entscheidend. Die blockierte Karte hätte der GOP eine große Chance gegeben, den Sitz des demokratischen Abgeordneten Shomari Figures zu erobern. Unter dem Druck von Präsident Donald Trump haben von Republikanern geführte Bundesstaaten wie Texas, Florida und Ohio neue Karten verfolgt, die ihre Partei begünstigen, während die Demokraten in Staaten wie Kalifornien und Virginia dasselbe getan haben, obwohl sie derzeit zurückliegen.
Letztlich können wir uns nicht dazu durchringen, von den Bürgern Alabamas zu verlangen, dass sie ihre Stimmen bei den Wahlen 2026 unter einem Wahlkreisplan abgeben, der durch absichtliche rassistische Diskriminierung befleckt ist.
Nächste Schritte und Berufungen
Es wird erwartet, dass die republikanischen Amtsträger Alabamas gegen die Entscheidung Berufung beim konservativ dominierten Obersten Gerichtshof der USA einlegen. Die Vorwahlen des Bundesstaates für die betroffenen Bezirke wurden von Gouverneurin Kay Ivey bereits auf August verschoben. Der Rechtsstreit ist noch lange nicht vorbei, aber die einstweilige Verfügung stellt vorerst einen bedeutenden, wenn auch möglicherweise vorübergehenden Rückschlag für die Bemühungen der Republikaner dar, sich durch Wahlkreisneuziehung einen zusätzlichen Sitz im Repräsentantenhaus zu sichern.
- Die republikanische Legislative Alabamas genehmigt eine Wahlkreiskarte mit einem mehrheitlich schwarzen Bezirk.
- Ein dreiköpfiges Richtergremium blockiert die Karte von 2023 und bezeichnet sie als diskriminierend; eine Karte mit zwei mehrheitlich schwarzen Bezirken wird für die Wahlen 2024 verwendet.
- Der Oberste Gerichtshof der USA fällt ein Urteil, das den Voting Rights Act massiv schwächt.
- Der Oberste Gerichtshof hebt die frühere Entscheidung des unteren Gerichts auf und ordnet an, dass das dreiköpfige Richtergremium die Karte von 2023 erneut prüft.
- Das dreiköpfige Richtergremium erlässt eine einstweilige Verfügung, blockiert erneut die Karte von 2023 und ordnet die Verwendung der Zwei-Bezirke-Karte für die Zwischenwahlen 2026 an.


